International
Verbrechen

Australischer Bischof festgenommen – sexuelle Übergriffe auf Jugendliche

Sexuelle Übergriffe auf indigene Jugendliche: Früherer australischer Bischof festgenommen

22.02.2024, 07:1622.02.2024, 07:16
FILE - Bishop Christopher Saunders of Broome tries to play a digeridoo during a World Youth Day 2008 media event in Sydney, Australia, on April 17, 2008. Saunders, a retired Catholic bishop, has been  ...
Der Bischof Christopher Saunders im Jahr 2008.Bild: keystone

Im Rahmen der seit Jahren andauernden Missbrauchsermittlungen gegen den früheren australischen Bischof Christopher Saunders hat die Polizei den Geistlichen festgenommen. Der 74-Jährige sei am Mittwoch aus seinem Haus im Bundesstaat Western Australia abgeführt worden, berichtete die australische Ausgabe des «Guardian» am Donnerstag unter Berufung auf die Polizei. Gegen Saunders wurde Anklage in verschiedenen Punkten erhoben, darunter «sexuelle Penetration ohne Einwilligung in zwei Fällen, 14 Fälle von rechtswidriger und unanständiger Körperverletzung und drei Fälle von unanständigem Umgang mit einem Kind im Alter von 16 bis 18 Jahren als Autoritätsperson», wie die Behörden mitteilten.

Die Polizei hatte bereits 2018 und 2020 gegen Saunders ermittelt, der zu dieser Zeit noch Bischof von Broome war, einer Diözese im Outback im Nordwesten Australiens. Aus Mangel an Beweisen erhob die Staatsanwaltschaft damals jedoch keine Anklage. Der Vatikan leitete daraufhin eine eigene interne Ermittlung ein.

Im vergangenen September übermittelte der Heilige Stuhl der australischen Polizei einen 200 Seiten langen Bericht, in dem es heisst, dass Saunders wahrscheinlich vier sexueller Übergriffe auf indigene Jugendliche schuldig sei und möglicherweise weitere 687 Jugendliche und Männer umworben haben soll. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2008 und die Folgezeit.

Nach der Priesterweihe war Saunders seit den 1970er-Jahren zunächst in Missionsstationen in Outback-Regionen tätig. 1995 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Broome ernannt. Im Zuge der Missbrauchsvorwürfe liess er dieses Amt 2020 zunächst ruhen. Im August 2021 nahm Papst Franziskus sein Rücktrittsgesuch an. Die Anschuldigungen wies der Geistliche stets zurück.

Die Australische Bischofskonferenz versprach, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Die Vorwürfe seien «sehr schwerwiegend und zutiefst beunruhigend», hiess es in einer Mitteilung. Ein Antrag des Geistlichen auf Freilassung auf Kaution sei abgelehnt worden, teilte die Polizei mit. Saunders sollte noch am Donnerstag in Broome vor Gericht erscheinen. (sda/dpa)

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