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Weltweite Militärausgaben steigen weiter an – diese Länder rüsten am meisten auf



Angesichts wachsender Spannungen auf der Welt wird derzeit so stark aufgerüstet wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Nach Daten des Friedensforschungsinstituts Sipri stiegen die Militärausgaben im vergangenen Jahr international leicht auf 1.74 Billionen US-Dollar.

Das untergrabe die Suche nach friedlichen Lösungen für Konflikte auf der ganzen Welt, warnten die Forscher. Globaler Spitzenreiter sind die USA, die bereits 2016 nach Jahren sinkender Militärausgaben wieder mehr Geld in Rüstung investiert hatten.

2017 blieben diese Ausgaben laut Sipri zwar auf hohem Niveau konstant. Für 2018 würden aber erneut deutlich höhere Investitionen angepeilt, erklärte Sipri-Spezialistin Aude Fleurant. Die USA stockten nicht nur ihr militärisches Personal auf, sondern modernisierten konventionelle und nukleare Waffen.

Insgesamt investierten die USA im vergangenen Jahr 610 Milliarden Dollar in Rüstungsgüter – mehr als die sieben nächstgrössten Investoren zusammen.

Auch China legt zu

China, das seine Rüstungsausgaben seit mehr als zwei Jahrzehnten kontinuierlich steigert, schraubte die Investitionen um rund 5,5 Prozent auf geschätzte 228 Milliarden US-Dollar hoch. Experten gehen davon aus, dass Chinas Rüstungsausgaben tatsächlich deutlich höher sind, als die Regierung offiziell angibt.

Russland dagegen, bisher Nummer drei im weltweiten Vergleich, steckte zurück. Erstmals seit 1998 sanken die Militärausgaben – und zwar gleich kräftig um rund ein Fünftel auf nun 66 Milliarden Dollar.

Die Sipri-Forscher sehen als Grund dafür nicht etwa einen Kurswechsel, sondern Russlands Wirtschaftskrise. «Die Modernisierung des Militärs bleibt eine Priorität in Russland, doch die wirtschaftlichen Probleme, die das Land seit 2014 erlebt, schränken das Rüstungsbudget ein», erklärte Sipri-Forscher Siemon Wezeman.

Verlagerung der Militärausgaben 

Insgesamt stiegen die Militärausgaben dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zufolge im Mittleren Osten, in Afrika südlich der Sahara, in Südamerika, Zentral-, Süd- und Ostasien sowie in West- und Mitteleuropa. Hier wirke sich weiterhin die Angst vor einem Konflikt mit Russland aus. In Nordafrika, Mittelamerika, Australien und Osteuropa dagegen nahmen die Investitionen ab.

Vor allem Länder in Asien und im Mittleren Osten hätten zur Steigerung der Militärausgaben beigetragen, analysierte Wissenschaftler Nan Tian. «Auf globalem Level verlagern sich die Rüstungsausgaben klar weg von der Euro-Atlantik-Region.»

Saudi-Arabien investierte nach Sipri-Schätzungen fast 70 Milliarden Dollar in sein Militär – trotz niedriger Ölpreise trieben die Konflikte in der Region die Ausgaben wieder nach oben.

Die Friedensforscher stützen sich in ihrer jährlichen Studie nicht nur auf offizielle Regierungsangaben zum Verteidigungsbudget, sondern berücksichtigen zahlreiche weitere Quellen. Darunter sind neben Statistiken von Zentralbanken und der NATO beispielsweise auch Antworten der Regierungen auf Umfragen etwa der Vereinten Nationen. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schönbächler 02.05.2018 14:25
    Highlight Highlight Können wir nur noch hoffen das Europa nicht nochmals aus Austragungsort und Gastgeber für den nächsten Weltkrieg auserwählt wird 😏
  • Bivio 02.05.2018 09:51
    Highlight Highlight Man muss hierbei jedoch beachten, dass Länder wie China und Russland nicht immer korrekt ihre Militärbudgets offenlegen. Von daher sind die gennaneten Zahlen mit Vorsicht zu geniessen. Bei den USA gehen ein grosser Teil des Budget für Löhne, Pensionen und dergleichen drauf.
    Plus darf man nicht vergessen, dass Russland zwar als gross angesehen wird, wirtschaftlich jedoch kleiner als Italien ist. Von daher kann Russland nicht beliebig gross ins Militär investieren.
  • Wilhelm Dingo 02.05.2018 08:39
    Highlight Highlight Es ist schon beängstigend wenn die Saudis mehr fürs Militär ausgeben als die Russen.
  • Noblesse 02.05.2018 08:09
    Highlight Highlight Diese Aufrüstungwut ist eine äusserst traurige Angelegenheit. Nur ein Teil dieses Geldes in Armut- und Hungerbekämpfung sowie Umweltschutz eingesetzt, wäre vielen Menschen schon sehr geholfen. Echt ein grosses Versagen der Staatengemeinschaft!

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