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Zwei-Mann-Firma sollte das Stromnetz in Puerto Rico reparieren – zu abartig hohen Löhnen



Mehr als einen Monat nach dem Hurrikan «Maria» ist die Karibikinsel Puerto Rico noch immer weitgehend ohne Strom – nun gibt es auch noch Ärger um die Firma, die die Versorgung wiederherstellen soll. Nun stoppt Puerto Rico den umstrittenen Deal.

Gouverneur Ricardo Rosselló Nevares verlangte am Sonntag die Kündigung eines wegen seiner Kosten für Wirbel sorgenden Vertrags zwischen der Energiebehörde und dem US-Unternehmen Whitefish Energy im US-Bundesstaat Montana. Das Volumen beträgt 300 Million Dollar – die Firma hatte bis zum Vertragsschluss nur zwei Angestellte.

Hoher Stundenlohn

Der Vertrag erregte zudem Aufsehen, weil der Standort der Firma die Heimat von US-Innenminister Ryan Zinke ist. Er und der Manager der Energiefirma kennen sich zudem, der Sohn des Ministers hatte dort mal einen Job in den Sommerferien, wie unter anderem die «New York Times» berichtete.

Die US-Behörde für Katastrophenmanagement (FEMA) äusserte ausserdem «bedeutende» Bedenken gegen die im Vertrag vereinbarten Preise für die Dienstleistungen: So soll der Stundenlohn für die Arbeiter nach Angaben der «Washington Post» je nach Position zwischen 188 und 440 Franken liegen.

300 Arbeiter angeheuert

Die Elektrizitätsgesellschaft verteidigte sich den Medienberichten zufolge damit, dass sie nur schwer Vertragspartner finde, weil das puertoricanische Energieunternehmen Prepa insolvent sei und unter Gläubigerschutz stehe. Whitefish Energy habe sich bereit erklärt, rasch zu arbeiten. Zinke seinerseits erklärte, er habe nichts mit der Vertragsvergabe zu tun gehabt.

Rosselló hat versprochen, dass bis Weihnachten 95 Prozent der Insel wieder Strom haben sollen – die Kündigung des Vertrags könnte diese Pläne nun durchkreuzen. Whitefish Energy hatte Anfang Oktober mit den Arbeiten begonnen und 300 Arbeiter angeheuert – welche Schadenersatzforderungen nun anfallen, ist bisher noch unklar.

Hotels geschlossen

Überall wird derzeit versucht, mit Generatoren für ein paar Stunden am Tag Strom zu erzeugen. Fast alle Hotels sind geschlossen, da es keine Möglichkeit gibt, die Klimaanlagen bei der tropischen Hitze zu betreiben. Auch Internet und Telefon funktionieren nur notdürftig.

Die Einwohner der östlich der Dominikanischen Republik liegenden Karibikinsel sind US-Bürger. Es hatte zuletzt massive Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump gegeben, er organisiere nicht genug Hilfe. Zudem sorgte eine Aktion während eines Besuchs in Puerto Rico für Stirnrunzeln: Im Stile eines Basketballspielers warf Trump Küchenpapierrollen in die Menge und feierte sich als Krisenmanager. (whr/sda/dpa)

Puerto Rico einen Monat nach dem Hurrikan

«Eine zerstörte Insel»: Hurrikan «Maria» verwüstet Puerto Rico

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«Eine zerstörte Insel»: Hurrikan «Maria» verwüstet Puerto Rico
quelle: epa/efe / thais llorca
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