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Dixie Chicks, Uncle Ben's und Co. – was «Black Lives Matter» schon verändert hat



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Entertainment Weekly, May 2 2003: Dixie Chicks
The Dixie Chicks set off a firestorm when they criticized then-president George W. Bush for invading Iraq on the grounds that Iraq was manufacturing weapons of mass destruction. The Dixie Chicks used their weapons of mass distraction on this provocative cover.

Heissen jetzt nur noch «The Chicks». Bild: entertainment

Denkmälern geht es an den Kragen, doch nicht nur denen aus Stein. In der Debatte über Rassismus und Kolonialismus werden längst auch Symbole, Logos und alte Witze infrage gestellt. Bands ändern ihre Namen, Klassiker aus Film und Comedy kommen wegen ihrer Klischees auf den Prüfstand.

Die Countrypop-Band Dixie Chicks legte nun die Axt an ihren Namen an und strich kurzerhand das «Dixie» – eine Bezeichnung der US-Südstaaten, die noch aus der Zeit der Sklaverei stammt. Eine Begründung für den Schritt wurde zwar nicht geliefert, in einem zeitgleich veröffentlichen Musikvideo zeigen The Chicks, wie sich das Frauen-Trio nun nennt, Aufnahmen von Antirassismus-Demonstrationen.

Das Statement scheint klar. «Popmusik arbeitet besonders mit Symbolen», sagt Medienwissenschaftler und Popkulturexperte Mario Anastasiadis von der Universität Bonn. Der Bandname sei dabei ein zentrales Identifikationsmerkmal für Fans. «Die Änderung kann ein dramatischer Schritt in der Karriere von Musikern sein.» Aktuell sei dieser mit Blick auf die Black-Lives-Matter-Bewegung und die Reaktion der Regierung von Präsident Donald Trump vor allem symbolpolitisch.

epa08480488 (FILE) - (L-R) Hillary Scott, Charles Kelley, and Dave Haywood of the US band Lady Antbellum perform at the Klipsch Music Center in Indianapolis, Indiana, 24 June 2012  (reissued 12 June 2020). The group on 11 June 2020 announced the change of their band name from Lady Antebellum to Lady A to remove reference made in the US' South of the term antebellum which is connotated with the pre-Civil War era. The move comes as slave trader statues are removed and Black Live Matters (BLM) protests are taking place across the world in the wake of the death of George Floyd, an unarmed black man who died in police custody in the US.  EPA/STEVE C.MITCHELL *** Local Caption *** 50403086

Aus «Lady Antebellum» wird «Lady A.» Bild: keystone

Ebenso vor zwei Wochen: Da haben die US-Countrystars von Lady Antebellum etwas vom Namen abgeknapst und firmieren seither als Lady A. Mit dem lateinischen Begriff «ante bellum» («vor dem Krieg») wird sich in den USA auf die Zeit vor dem Bürgerkrieg (1861-1865) bezogen, als Sklaverei allgegenwärtig war. «Prominente springen jetzt auf mit übereindeutigen Statements», sagt Anastasiadis. «Sie gehen das Risiko ein, dass eine Änderung des Namens zu Kritik bei den Fans führen kann – bis hin zum Karriereknick.»

Die Ära der Südstaaten ist in den USA bis heute sinnprägend - auch in der Kultur. Bei den Demos gegen rassistische Diskriminierung fallen immer wieder die Symbole der weissen Mehrheitsgesellschaft aus der Kolonialzeit. Statuen von Südstaaten-Militärs werden von ihren Sockeln geholt.

Aus für die Südstaaten-Flagge

Doch auch ideelle Denkmäler geraten nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den Fokus. Kürzlich etwa wurde das Südstaatenepos «Vom Winde verweht» vom Streamingdienst HBO Max zeitweise aus dem Programm gestrichen – wegen seiner Schönfärberei von Sklaverei und dem klischeebeladenen Bild von Schwarzen. Mittlerweile ist der Hollywood-Klassiker zwar wieder zu sehen, allerdings mit einordnenden Hinweisen zum historischen Kontext.

Und auch im deutschen Sprachraum wird erneut gefragt, wie viel Rassismus in Alltag und Kultur zu finden ist – und womöglich ersetzt werden sollte. Schon vor Jahren stand das N-Wort für Schwarze etwa in Kinderbüchern wie Michael Endes «Jim Knopf» in der Kritik. Otfried Preussler stimmte einer Änderung des Wortes in seiner «Kleinen Hexe» zu, was damals in Deutschland Debatten auslöste.

Auch im Alltag begegnet man immer wieder belasteten Begriffen aus der Kolonialzeit – nicht selten zum Beispiel Apotheken mit dem Wort «Mohr» im Namen. In Frankfurt am Main entfernte eine Apotheke 2018 ihr Logo, das eine schwarze Frau mit Turban und grossen Ohrringen zeigte. Genauso jüngst in Wien: Eine Pharmazeutin verdeckte das diskriminierende Bild eines Schwarzen im Schaufenster ihrer «Mohren-Apotheke», eine Änderung des Namens soll folgen.

Der US-Lebensmittelgigant Pepsi gibt seiner 130 Jahre alten Marke «Aunt Jemima» einen neuen Anstrich. Das Maskottchen bisher: eine schwarze Frau als freundliche Dienerin. Einen Neustart soll es noch in diesem Jahr geben. Und auch der lächelnde Schwarze auf den Reispackungen von Uncle Ben's wird weiterentwickelt, um rassistische Vorurteile zu bekämpfen, so der US-Konzern Mars. Wie genau das geschehen soll, wurde aber noch nicht erklärt.

Uncle Ben's rice are on display  Thursday, June 18, 2020 in Jackson, Miss. The owner of the Uncle Ben's brand of rice says the brand will

Bild: keystone

Immer wieder gab es in der Vergangenheit auch Kritik am Emblem der Sarotti-Schokolade – ebenso an einem Mainzer Dachdeckerbetrieb namens Neger, der in seinem Firmenlogo ein Männchen mit dicken Lippen und riesigen Ohrringen zeigt.

In der Regel wurden solche Zeichen oder Namen mit Verweis auf die Tradition verteidigt. Ob ein solches Argument in der weltweiten Rassismus-Debatte von heute noch ausreicht, wird sich zeigen. (aeg/sda/dpa)

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Tödliche Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA

BLM-Demonstrationen in der ganzen Schweiz

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71
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    Alle Leser-Kommentare
  • Ass 29.06.2020 10:24
    Highlight Highlight Was passiert mit Captain Amerika😂
  • Vecchia 29.06.2020 10:03
    Highlight Highlight "...Afroamerikaners..."

    Normal und nicht rassistisch wäre "Amerikaner", aber keiner merkts...
  • Talken 29.06.2020 09:43
    Highlight Highlight Am Schluss macht man uns noch dafür verantwortlich, dass Entwicklungshilfe geleistet und damit ihre Kultur kaputt gemacht wurde. Man kann es drehen wie man will, der andere ist schuld. Also ich werde mich ab sofort nur noch für Schweizer Hilfswerke einsetzen und spenden.
    • bruuslii 29.06.2020 13:17
      Highlight Highlight talken: entwicklungshilfe ist nicht mehr zeitgemäss. entwicklungszusammenarbeit ist wesentlich sinnvoller und wirksamer.
      im grunde ist das hauptproblem der unfaire handel, von dem auch du mehr oder weniger indirekt profitierst.
      wenn du einfluss nehmen willst, kaufst du a) lokal und b) nur von firmen mit ethischem verantwortungskonzept.

      deshalb: ja zur konzernverantwortung!
  • Ian Cognito 29.06.2020 09:42
    Highlight Highlight Läck das ist ja weltbewegend: DIE Dixie Chicks haben ihren Namen geändert! Malcolm X wäre bestimmt stolz... LOL

    Der neoliberale Antirassismus ist echt süss, und Süssigkeiten ändern keine Welt, just my Senf :D
    • NumeIch 29.06.2020 12:30
      Highlight Highlight Ignorant ihr Kommentar.
    • Ian Cognito 29.06.2020 15:11
      Highlight Highlight Ignorant? Weshalb? Weil ich nicht an das Virtue Signalling der achso woken Kapitalisten glaube? Na, dann bin ich gerne Ignorant!
      Antirassismus MUSS Antikapitalismus sein, sonst endet es einfach in Eliteumverteilung!
  • nadasagenwirjetzteinfachmal 29.06.2020 08:56
    Highlight Highlight Was es bewirkt hat? Im Alltag? In den Köpfen? Ausser dass sich die Fronten verhärten ? Nichts !
    • 73th 29.06.2020 13:03
      Highlight Highlight Von Heute auf Morgen bewirkt das gar nichts. Muss es auch nicht. Aber in den Köpfen geht schon was. Die Wirkung wird halt erst in den folgenden Generationen zu spüren sein.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 29.06.2020 15:18
      Highlight Highlight Also rassistische Eltern werden ihren Kindern erst recht Mohrenköpfe nach Hause bringen und die anderen tun es weiter nicht.
  • Do not lie to mE 29.06.2020 08:32
    Highlight Highlight L'Oréal al hat angekündigt, dass es Wörter wie "Whitening" aus seinen Produkten entfernen wird. BLM-UK hat heute auf Twitter eine Kontroverse ausgelöst, nachdem sie zur Unterstützung Palästinas aufgerufen hat, wegen den Plänen Israels zur Annexion vom Westjordanland.
    https://www.dailymail.co.uk/news/article-8468059/Black-Lives-Matters-UK-twitter-account-sparks-outrage-Free-Palestine-message.html
    Benutzer Bild
  • MarGo 29.06.2020 08:30
    Highlight Highlight Ich hoffe einfach, dass diese ganzen Namensänderungen etc. nicht nur Aufmerksamkeitshascherei ist und sich in den Köpfen der Menschen etwas ändert... man könnte schon langsam meinen, dass jetzt einfach alle auf den "Zug" aufspringen wollen... Hoffentlich täusche ich mich...
  • THEOne 29.06.2020 08:29
    Highlight Highlight mich erstaunt die naivität mancher immer wieder. rassismus gibts seit menschengedenken und einige glauben ernsthaft sie könnten das jetzt innert weniger monate lösen mit dümmlichen namens- oder logoänderungen??
    der tropfen ist schon verdunstet bevor er aufm heissen stein ist.
    • DerTaran 29.06.2020 11:28
      Highlight Highlight Wie willst du es denn ändern ohne Namens- oder Logoänderungen? Egal ob es verdunstet, es ist auf jeden Fall nötig, selbst wenn es keinen unmittelbaren Einfluss hat.
    • Ritiker K. 29.06.2020 12:28
      Highlight Highlight Der Everest wird auch nicht in einem grossen Sprung bestiegen, sondern Schritt für Schritt.

      Ein einzelner Schritt in sich mag in sich unbedeutend erscheinen, aber alle Schritte zusammen führen zum Ziel.
    • Das etwas 29.06.2020 15:19
      Highlight Highlight nur dmit ich das richtig verstehe:

      wenn meine schwester jetzt einen afrikaner heiraten würde und der zufällig ben heissen würde, müsste ich demnach meine kinder beibringen "hey ihr dürft ihn nicht onkel ben nennen, weil das in den südstaaten eine benennung für sklaven war".

      wenn man nachforscht:
      onkel ben war ein selbständiger bauer der für seinen überragenden qualitätsreis bekannt war.
      ist es nun rassistisch ein produkt nach jemandem zu bennen der für selbständige qualitätsarbeit bekannt war? ist das nicht kontraproduktiv?

      logo diner outfit weg, geschäftsmann kostüm her z.b. und gut ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • no-Name 29.06.2020 08:11
    Highlight Highlight Bin froh ist in Europa ein vernünftiger Umgang mit der geschichte möglich.

    Jetzt verschwindenin den USA Wörter und Symbole und „man spricht nicht mehr darüber“, die Geschichte geht vergessen, aber der Umgang und die Haltung werden sich kaum ändern.

    • DerTaran 29.06.2020 11:30
      Highlight Highlight In Deutschland sind auch Wörter und Symbole verschwunden aber die Geschichte geht nicht vergessen (und das ist gut so).
  • fuegy 29.06.2020 07:34
    Highlight Highlight Hat BLM oder wird es hier in der Schweiz etwas verändern? Ich denke wenn, dann nicht nachhaltig. All diese Namens und Logo änderungen mag für gewisse eine Bedeutung haben, viel mehr als oberflächliche Anpassung ist es wohl nicht, virtue signaling oder Werbung trifft es wohl eher als Veränderung.
  • Influenzer 29.06.2020 06:19
    Highlight Highlight Möriken AG sollte man bei der Diskussion nicht ausklammern.
    • Jojoeffekt 29.06.2020 07:45
      Highlight Highlight Du hast recht. Aber in der Schweiz sind wir wohl erst in 20 oder 30 Jahren so weit.
    • Ritiker K. 29.06.2020 12:29
      Highlight Highlight Möriken AG kann man aus der Diskussion ausklammern - das Wappen von Möriken AG nicht.
  • swisskiss 29.06.2020 01:18
    Highlight Highlight Soll das ein Witz sein, Karriereknick wegen Namen? Als die Dixie Chicks 2003, Bush wegen der Invasion im Irak öffentlich kritisierten und sagten, dass sie es als Schande empfinden, dass Bush auch ein Texaner sei, brach ein Shitstorm ungeahnten Ausmass über die Band herein, der soweit ging, dass Radio DJs fristlos entlassen wurden, die ihre Musik spielten.

    Und nun soll die Streichung des "Dixie" irgendwas an der öffentlichen Wahrnehmung dieser Band ändern?
    • DerTaran 29.06.2020 11:31
      Highlight Highlight Bei den The Chicks, geht es sicher um ein politisches Statement und nicht um eine Karriere Entscheidung.
  • du_bist_du 29.06.2020 01:13
    Highlight Highlight Manchmal frage ich mich echt wenn es um den US-Bürgerkrieg geht und die Berichterstattung darüber.
    Als ob die Sklaverei der absolut einzige und wichtigste Grund für Krieg gewesen wäre...
    • Pigeldi 29.06.2020 05:14
      Highlight Highlight Die Südstaaten erklärten sich unabhängig, nachdem mit Lincoln ein Präsident gewählt wurde, der die Sklaverei abschaffen wollte. Es ist also der mit Abstand wichtigste Auslöser des Bürgerkriegs.
    • Citation Needed 29.06.2020 05:45
      Highlight Highlight Was war denn Deiner Mng nach der wichtigste Grund?
    • DemonCore 29.06.2020 06:19
      Highlight Highlight Was fragen sie sich?

      Der Streit um die Ächtung der Sklaverei war der wichtigste Grund für den Krieg. Ihr Kommentar ist irreführend, wenn nicht sogar bewusst geschichtsklitternd.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alnothur 29.06.2020 01:12
    Highlight Highlight "Schönfärberei von Sklaverei" ist jetzt nicht unbedingt etwas, das ich mit "Vom Winde verweht" in Verbindung bringe... Aber mittlerweile ist es wohl so, dass man Dinge schönfärbt, solange man nicht unmissverständlich für alle sichtbar die Moralkeule schwingt.
    (Habe auch mal gelesen, der Film "glorifies abusive relationships", da konnte ich auch nur den Kopf schütteln...)
  • Troll Watson 29.06.2020 00:47
    Highlight Highlight Hier kommt die traurige Wahrheit: In einem Jahr werden die meisten Menschen nicht mehr wissen wer George Floyd war.
    Der Aufschrei wird wahrscheinlich wie Greta von der Bildfläche verschwinden, sobald etwas anderes im Zentrum steht.
    • bruuslii 29.06.2020 13:12
      Highlight Highlight weist du wer rodney king ist? nicht alles wird vergessen!

      und wenn greta vergessen wird, dann hoffentlich, weil die politiker und wirtschaftsführer endlich die wissenschaftlichen erkenntnisse berücksichtigen und adäquate massnahmen ergreiffen. erst dann ist gretas botschaft obsolet.
  • Hank Moody 29.06.2020 00:25
    Highlight Highlight Sorry, wie schon vormals erwähnt hat Rassismus nichts mit Reispackungen zu tun, sonden mit den Leuten selbst.
    Würde sagen, hauptsächlich mit der Erziehung.
    Ein Rassist wird vielleicht eher Uncle Bens Reis kaufen wenn kein Schwarzer drauf ist.
    Und noch so eine Überlegung: Wäre ein weisser Mann auf der Reispackung auch rassistisch?
    • Das etwas 29.06.2020 15:33
      Highlight Highlight naja wenn der dan onkel phil heisst vieleicht eher pädo....

      egal was sie machen man könnte es immer mit etwas anstössigem rassitischem antisemethistischem oder whatever in verbindung bringen.

      werbung und labels ziele ja oft drauf ab mit so etwas aufmerksamkeit zu erregen....
  • Froggr 29.06.2020 00:22
    Highlight Highlight Also gar nichts? Oder inwiefern können sich Schwarze nun besser fühlen? Etwa weil nun keine Schwarze Person mehr auf der Verpackung ist?
  • Super_Franky 29.06.2020 00:10
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass dies erst der Anfang von zwingenden gesellschaftlichen Änderungen sein wird. Es ist nun auch an der Zeit über „unseren“ Toast-Hawai zu diskutieren.
    • swisskiss 29.06.2020 11:54
      Highlight Highlight Super_Franky: Und das Zigeunerschnitzel wird dann zum Rotationseuropäer- Schnitzel? Oder zum Schnitzel nach mobiler ethnischer Minderheit?

      Manchmal führt politische Korektheit im Handeln as absurdum.
    • Ritiker K. 29.06.2020 12:32
      Highlight Highlight Bitte erkläre mir doch was am Toast Hawaii despektierlich, herabwürdigend oder sonstwie unpassend gegenüber Hawaiianerinnen und Hawaiianer sein soll - dann können wir anfangen darüber zu diskutieren.
  • SGR 29.06.2020 00:10
    Highlight Highlight okay....wenn Dixie, also Südstaaten, ein Problem ist, dann hat aber z.B. Deutschland auch ein klitzekleines Problem...
    • Citation Needed 29.06.2020 05:52
      Highlight Highlight Wenn die Damen, die übrigens schon mal heftigst boykottiert worden waren, weil sie sich gegen Bush äusserten, nicht mehr mit Dixie identifizieren wollen, dann ist es ihr legitimer Entscheid. ‚Dixie‘ ist für viele Synonym mit ,confederate‘. Kann man schon weghaben wollen.
    • Dr. Unwichtig 29.06.2020 07:24
      Highlight Highlight Nun, ja - wenn „Dixie“ im Kern rassistisch ist, dann ist „Chicks“ im Kern sexistisch...

      Aber es ist natürlich ganz den Damen überlassen, wie sie heissen möchten.
    • DerTaran 29.06.2020 11:35
      Highlight Highlight Wenn sich Schwarze NWA nennen dürfen, dann können sich auch Frauen Chicks nennen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dany76 28.06.2020 22:57
    Highlight Highlight 1. Kein Wort oder Abbild ist aus Prinzip rassistisch, es kommt immer auf den Kontext und den Menschen an, wie dieses eingesetzt wird.
    2. Die ganze Aufregung deswegen entbehrt für mich persönlich jeglicher sachlicher und fachlicher Grundlage, da dies veraltete Worte und Bilder sind, welche in der heutigen Zeit nicht mehr im alltäglichen Gebrauch sind (ausser von den betroffenen Gruppen selbst, siehe Gangsta Rap usw. ).
    3. Wer dies nun per Zensur verbannen will, betreibt eine Hexenjagd für Pseudorassismus und eine Verleugnung unserer dunklen Vergangenheit (Geschichtsbewältigung geht anders!).
    • bruuslii 29.06.2020 13:10
      Highlight Highlight dany76: 1. der kontext ist bei den meisten streitpunkten durchaus gegeben.
      mohrenbier mit einer karrikatur eines affrikanischen gesichts zu versehen oder den dunklen schoggichopf als mohren zu bezeichnen ist genug kontext, um dies rassistisch zu taxieren.
      2. gerade weil es veraltete begriffe sind, können sie ohne aufregung einfach ersetzt werden. ob sie veraltet sind ist jedoch fragwürdig. siehe z.b. https://www.watson.ch/!509253401
      3. es geht nicht um zensur, sondern um einen respektvollen umgang. jemanden verfluchen ist ja auch nicht verboten und trotzdem unanständig.
    • Big ol'joe 29.06.2020 13:49
      Highlight Highlight Die Fahne kommt ins Museum, dort wird sie kontextualisiert und kritisch in die eigene Geschichte eingeordnet. Das finde ich gute, sinnvolle Bewältigung und Aufarbeitung.

      Es ist halt schon ein Unterschied, ob eine Statue/Fahne/etc. im freien angehimmelt wird, oder im Museum diskutiert wird.

      Gleiches mit der Mohrstatue in Bern. Wenn sich die rechten Nationalisten immer verwehren, diese endlich in die Geschichtsbücher und Museen zu verbannen, ist es kein Wunder stürzen sie halt.

      Offensichtlich interessiert Sie Geschichtsbewältigung gar nicht. Oder was ist Ihr Beitrag?
    • Dany76 29.06.2020 14:13
      Highlight Highlight Danke für deine Anregungen. Wenn ich dich dich also richtig verstehe ist jede Karikatur die gemacht wurde oder wird diskriminierend und rasstisch. Darf mandann jeden Karikaturisten wegen Rassismus anzeigen, da er die vorhandenen menschlichen Züge überspitzt zeichnet oder sogar ins lächerliche zieht? Übrigens war für mich z. Bsp. Uncle Benz nie ein Bild eines Dieners, sondern das Bild eines netten dunkelhäutigen Mannes, der für sein Produkt einsteht. Wenn wir nun alle dunkelhäutige von den Labeln entfernen oder umbenennen, betreiben wir denn da nicht auch ein Art Rassismus?
  • Big ol'joe 28.06.2020 22:42
    Highlight Highlight Schon komisch wie die eine Hälfte kein Bock mehr auf die rassistischen Symbole hat, während die andere Hälfte immer schreit das bringe ja nichts, das ist doch nicht rassistisch und dadurch genau gleich symbolisch wird, es aber runterspielt. Symbole sind eben doch umkämpft!

    aka M-Kopf
    • bruuslii 29.06.2020 13:23
      Highlight Highlight das habe ich mich auch schon gefragt.

      "sind doch nur wörter" "die bedeuten nichts" "das sind nur alte begriffe, die man heute nicht mehr einordnen kann" etc. aber weshalb wird dann so wehement daran festgehalten? weshalb wird das so verteidigt, wenn es "unbedeutend" ist? 🤷🏻‍♂️
    • Dany76 29.06.2020 14:28
      Highlight Highlight Mit der Symbolik der Bilder und Worte kann ich dir teilweise recht geben. Nur sind viele Symbole die für etwas Gutes standen schon negativ missbraucht worden (siehe Hackenkreuz und chinesisches Glückszeichen). Es ist immer das Unverständnis und die Angst des Menschen, welches dann Ganze Bevölkerungsgruppen in Schubladen steckt, anstatt offen auf sie zuzugehen. Beispiele haben wir leider in CH ja zur Genüge. Jeder neue Migrationsstrom wurde und wird erst beschimpft bevor er, von uns einheimischen toleriert, repektiert und angenommen wird. Wenn die Angst verschwindet, kommt das Verständnis.
    • Das etwas 29.06.2020 16:01
      Highlight Highlight @ bruuslii

      also dan ist für dich einer der sebständig für qualitätsarbeit steht ein rassistisches beispiel, nur weil der gleiche begriff auch irgendwo mal für sklaven benutzt wurde?

      onkel ben ist eine homage an eine hartarbeitenden afroamerikaner der es in der freiheit selbständig zu etwas gebracht hat nach dem ende der skalverei.

      ich denke der stauswert von onkel ben ist höher und positiver zu bewerten, da jeder afroamerikaner sieht man kann etwas erreichen, als sich an dem extrem gängigen "onkel" aufzuhängen. das wort ist nicht rassitisch wenn nur der kontext in dem es steht.
  • Ein Starwars Star wars! 28.06.2020 22:35
    Highlight Highlight The chicks ❤
    Play Icon
  • Thomfrey 28.06.2020 22:27
    Highlight Highlight Eine geänderte Sprache usw. ändert auch die Ansichten. Ich denke wenn die teils rassistischen Wörter der Vergangenheit verschwinden, könnte dies auch dazu führen dass man weniger rassistisch ist.
    • bruuslii 29.06.2020 13:28
      Highlight Highlight https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sapir-Whorf-Hypothese

      "Die Sapir-Whorf-Hypothese ist eine Annahme aus der Linguistik, der zufolge die Sprache das Denken formt. [...] Die Hypothese versucht eine Antwort auf die Frage zu finden, ob und wie eine bestimmte Sprache mit ihren grammatikalischen und lexikalischen Strukturen die Welterfahrung der betreffenden Sprachgemeinschaft vorbestimmt."

      dazu passend als beispiel die wahrnehmung von farben im sprachlichen kontext:
      Play Icon
  • Locutus70 28.06.2020 21:44
    Highlight Highlight Und ihr meint echt diese Dinge hätten nun etwas positiv verändert? Lol - mehr fällt mir dazu wirklich nicht ein.

    Naja gut paar Klicks gibt es sicher :xD
    • TrustIssues 28.06.2020 23:20
      Highlight Highlight Ich zitiere gerne ein Känguru (wenn auch nicht wörtlich): "Wenn es etwas gibt, was wir aus der Frauenbewegung gelernt haben, dann ist es, dass sich Unterdrückungsmuster bereits in der Sprache manifestieren"...

      Am Anfang war das Wort... Sprache beschreibt und kreiert, solche "Dinge" sind wichtig! Es wird mindestens Menschen dazu bringen sich Gedanken darüber zu machen, wie allgegenwärtig die Erinnerung an Unterdrückung noch ist.

      Da diese Probleme nicht mit Regeln, sondern mit Sensiblisierung zu lösen sind, lohnt sich im Übrigen auch jeder Klick ;)
    • P.Rediger 29.06.2020 00:16
    • THEOne 29.06.2020 08:22
      Highlight Highlight ganz ganz gaaaaaanz ganz kurzfristig mag das sein. wie mit allem.... siehe co2 debatte, letztes jahr üüüberhype, diese jahr belanglos. sowas nennt man glaub ich kurzzeittrends
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