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Vater und Sohn: Fred Trump (links) und Donald Trump (rechts) posieren mit Box-Promoter Don King, 1987. 
Vater und Sohn: Fred Trump (links) und Donald Trump (rechts) posieren mit Box-Promoter Don King, 1987. Bild: AP/AP

Trumps haben 413 Millionen Dollar Steuern hinterzogen – und so geht's laut NYT

03.10.2018, 06:5503.10.2018, 09:54

US-Präsident Donald Trump hat mindestens 413 Millionen Dollar Steuern hinterzogen. Das berichtet die «New York Times» beruhend auf eigenen Recherchen der Zeitung. Trump soll beim Übertragen der Vermögen von seinem Vater Fred Trump die Erbschaftssteuer umgangen haben. Der Steuerdeal kratzt auch an Donald Trumps Image als «Selfmade-Milliardär».

Und so funktioniert der Trump-Steuertrick.

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Wir sind reich, aber ähm, nicht so reich

Erstmal armrechnen. So geht das immer beim Umgehen der Erbschaftssteuer. Trumps Vater verfügte über ein gewaltiges Immobilienvermögen. Um den Staat bei der Erbschaftssteuer auszutricksen, ...

  • ... wurde der Wert einzelner Immobilien einfach heruntergestuft, bevor sie auf Trump und seinen Bruder übertragen wurden.
  • Andere Teile des Vermögens wurden über gewagte Steuerkonstruktionen am Staat vorbeigeschleust.

Gründung einer Scheinfirma

Donald Trump und seine Geschwister gründeten offenbar eine Scheinfirma mit dem Namen «All County Building Supply & Maintenance». Diese verkaufte auf dem Papier alle möglichen Güter für den Unterhalt grosser Gebäude an das Imperium von Trump Senior. Die Beträge wurden allerdings erhöht, einige Güter wurden mehrfach verrechnet. So wurden Millionenbeträge zwischen den Firmen verschoben, ohne dass sie wirklich besteuert worden wären.

Und die Ersparnis? 

Der Steuerbescheid [illegal]

Trump und sein Bruder hätten auf das Vermögen des Vaters 637 Millionen Dollar zahlen müssen. Tatsächlich haben sie 60 Millionen Dollar an Steuern gezahlt.
Recherchen der «New York Times»

Nach Angaben der «New York Times» beruhen die Recherchen auf Finanzunterlagen von Trumps Vater. Der US-Präsident weigert sich, seine Vermögensverhältnisse offenzulegen.

Das meinen Steuerexperten

Die Linie zwischen Steueroptimierung und Steuerhinterziehung ist oftmals verschwommen. Es gibt tausende Tricks, wie man Steuern optimieren kann. Viele davon seien von den Trumps angewendet worden. Die «New York Times» liess ihre Recherchen von Steuerexperten überprüfen. Diese meinen, dass Trump mehr als nur legale Schlupflöcher ausgenutzt habe. Das beschriebene Verhalten sei ein «Muster für Täuschung und Verschleierung, welches den IRS [die Bundessteuerbehörde, red.] davon abhielt, grosse Vermögenstransfers von Trump an seine Kinder zu besteuern.»

Und was meint Trump dazu?

Trump selbst äusserte sich nicht zu den Vorwürfen. Sein Anwalt Charles Harder bezeichnete den «NYT»-Bericht als «100 Prozent falsch und höchst verleumderisch». Es habe weder Betrug noch Steuerhinterziehung gegeben. Ausserdem habe sich der heutige US-Präsident damals so gut wie gar nicht um die Finanzangelegenheiten gekümmert. Dies hätten Verwandte und Finanzexperten übernommen.

Auch die Sprecherin des Weissen Hauses, Sarah Sanders, wies die Vorwürfe zurück – und forderte die «New York Times» zu einer Entschuldigung auf. Die US-Steuerbehörde habe die Steuererklärungen vor vielen Jahrzehnten geprüft und unterzeichnet, sagte Sanders.

Steuerbehörde prüft Vorwürfe

Der Bericht der «New York Times» konnte zunächst nicht verifiziert werden. «Die Steuerbehörde überprüft die Vorwürfe im Artikel der 'New York Times' und verfolgt energisch alle angemessenen Ermittlungswege», sagte ein Behördensprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Die Zeitung beruft sich nach eigenen Angaben auf Interviews mit früheren Angestellten und Beratern Fred Trumps sowie auf mehr als 100'000 Seiten Unterlagen zu den Verflechtungen von dessen Unternehmensimperium. Trump hatte im Wahlkampf erklärt, er habe sein Immobilien-Imperium allein aufgebaut und als Starthilfe nur einen «sehr kleinen» Kredit seines Vaters erhalten.

(thi/jaw/sda, watson.de)

Eine Woche voller «loco» Trump-Momente

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