Kunst
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Manifesta

«The Zurich Load» von Mike Bouchet in seiner vollen Pracht. bild: watson 

Es stinkt – darum ist das Kunstfestival Manifesta in Zürich erst einmal richtig Scheisse



Alles ist bereit für die Manifesta 11. Die Kunstbiennale, die morgen offiziell ihre Tore öffnet, wird für drei Monate zu Gast sein in Zürich. Künstler aus der ganzen Welt zeigen ihre Werke. 

Ein Werk ist schon vor der Eröffnung berühmt – weil es zum Himmel stinkt. Und das nicht im übertragenen Sinn. Die Installation «The Zurich Load» des amerikanischen Künstlers Mike Bouchet, die im Löwenbräu-Areal ausgestellt ist, verbreitet Gestank. Das verwundert zuerst einmal wenig, besteht sie doch aus 80 Tonnen Zürcher Fäkalien. Genauer gesagt aus von Menschen verursachtem Klärschlamm, Holz und Acrylfarbe. Das «Material» stammt vom Klärwerk Werdhölzli. Der Kot wurde danach verpackt in Holzkisten und getrocknet. So – das war zumindest der Plan – hätte der Geruch neutralisiert werden sollen. 

Manifesta

Diese Besucherin scheint der Gestank nicht zu stören.
watson

Manifesta

Von Nahe sieht der Kot beinahe aus wie Stein.
watson

Das gelang anfangs nicht. Es stank nicht nur im Ausstellungsraum selber, sondern im ganzen Komplex. Der süssliche Gestank war sogar ausserhalb des Museums wahrnehmbar, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Nachbarn und umliegenden Geschäften habe in den letzten Tagen nicht nur die verpestete Luft Sorgen bereitet, sie hätten auch ernsthafte Bedenken der Gesundheit und Hygiene wegen, heisst es weiter.  

Manifesta

Mit Lüftungsrohren soll das Problem gelöst werden.
watson 

Manifesta

Die Manifesta-Verantwortlichen versichern, die Luft sei ungefährlich, man habe sie jeden Tag gemessen. Ausserdem werde der Geruch von Tag zu Tag schwächer. Allerdings machte ihnen das Werk grosse Sorgen. Laut dem Artikel überlegten die Verantwortlichen gar, es aus dem Programm zu streichen und die Masse wieder wegzuschaffen. Dies, weil der verarbeitete Kot, als er haltbar gemacht wurde, eine chemischen Reaktion verursachte, die giftige Gase produzierte. 

watson besuchte die Ausstellung heute. Es stank immer noch, allerdings nur im Ausstellungsraum. Darin schützen sich die Besucher teilweise mit Schals, andere hielten sich die Nase zu. Dritte begutachteten das Werk wie jedes andere; ohne den Atem anzuhalten. Manifesta-Sprecherin Nora Hauswirth sagt, es sei nie die Idee gewesen, den Geruch ganz aus dem Ausstellungsraum zu verbannen. Er sei zu keinem Zeitpunkt gesundheitsgefährdend gewesen. (feb) 

Manifesta

Das Löwenbräu-Areal und die dahinter liegenden Luxuswohnungen. Auch dort stank es. 
bild: watson

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