Leben
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Er, sie – und dazwischen irgendwie ich. Bild: shutterstock/watson

Emma Amour

Im Bett mit seiner Ex-Freundin

Emma Amour trifft versifft auf Carl. Die Geschichte einer Geschichte, die innert Minuten von top zu Flop mutiert.



Zum ersten Mal sehe ich Carl an einem verregneten Sonntagabend beim Take-Away-Inder ums Eck. Ich trag zerrissene Leggins, einen Hoodie und kein Make-up.

Er hat graue Jogginghosen und einen dunkelblauen Pulli an. Dazu Sneakers und eine Mütze. Er bestellt nur eine Portion. Da ist also keine Freundin, die in Reizwäsche auf ihn wartet. Danke, Universum.

Bloss. Carl würdigt mich keines Blickes. Unsere Wege trennen sich. Und kreuzen sich zwei Tage später am gleichen Ort. Ich lächle. Er nicht. Er schnallt nicht, dass wir uns nicht zum ersten Mal sehen. Ich sag's ihm. Die Unterhaltung ist verhalten.

Ich zahle. Sein «Also dänn, tschüss!» tönt unmotiviert.

Ich schreibe Carl ab. So toll ist er gar nicht. Bla Bla.

Das Drama nimmt beim dritten Treffen seinen Lauf

Vier Tage später, es ist wieder Sonntag, mache ich mich auf zum Inder. Gedankenverloren steuere ich auf die Tür zu. Die mir jetzt ins Gesicht geschleudert wird. Von Carl. Er entschuldigt sich. Und dann «Schon wieder du!?». Wir würden scheinbar beide nicht gerne kochen und im Quartier wohnen. Ich so: Jaja.

Ob er mich als Wiedergutmachung auf ein Samosa einladen darf? Und ob wir gleich hier essen wollen.

Wir verbringen eine amüsante kurzweilige Stunde. Dann verabschiede ich mich. Carl fragt nicht nach meiner Nummer. Hinterlässt aber seine beim Inder des Vertrauens, der sie mir am nächsten Tag überreicht.

Carl und ich treffen uns drei Abende hintereinander. Beim ersten Date machen wir eine Kneipentour, die um 4 Uhr vor meiner Haustüre mit einem Kuss endet. Am nächsten Tag gehen wir ins Kino, wo wir rein gar nichts vom Film mitkriegen.

Ich wähne mich in Sicherheit, den Carl-Code geknackt zu haben. Wir lachen, knutschen, halten Händchen. Und schicken uns tagsüber lustige Nachrichten.

An Abend 3 bin ich bereit für seine Wohnung. Und sein Bett. Er kocht. Ich muss nichts mitbringen. Ich sehe meine Mutter schon an unserer Hochzeit Tränen der Rührung weinen.

Er trinkt den Kaffee aus der Tasse, die mit ihrem Namen angeschrieben ist

Hübsch herausgeputzt stehe ich vor seiner Haustüre. Seine Wohnung haut mich um. Sehr stilvoll hier. Maskulin, cool, stylisch. Zumindest auf den ersten Blick.

Auf den zweiten sieht's so aus, als würde er hier mit einer Frau wohnen. Im Bad liegt Schminke rum, Tampons und im Zahnputzglas befindet sich eine zweite Zahnbürste. An seinem Kühlschrank hängen 10 Bilder einer Blondine. Sie am Strand, in Venedig, Amsterdam. Sie und Carl beim Knutschen. Sie bei Carl Huckepack.

Sie seien seit vier Wochen getrennt, sagt er zunehmend weinerlich. Sie habe ihn verlassen. Er wisse nicht warum. Das mache ihn fertig. Er sei sich sehr sicher gewesen, dass sie die Eine ist:

«Ich hätt sie ghürate, Chind gmacht, s ganze Programm.»

Den Gong gibt's mir, als er den doppelten Espresso aus einer rosa Tasse trinkt, die mit ihrem Namen angeschrieben ist.

Flucht aus dem Tal der Tränen

Gedanklich beende ich diese Geschichte. Bevor ich mich aber für immer verabschiede, lande ich mit Carl im Bett. Ich habe noch alle Klamotten an, als er in Tränen ausbricht. Das Bett. Sie. Ich. Er könne einfach nicht. Es tue ihm so leid. Und das Herz, das tue ihm so weh.

Er so:

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shutterstock

Ich so:

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shutterstock

Ich bin die Falsche, um ihn zu trösten. Also gehe ich. Auf dem Heimweg frage ich mich, ob ich mir nun einen neuen Inder suchen muss. Wenn ja, dann fick dich, Schicksal, Amor oder welcher Loser auch immer für miese Timing-Miseren dieser Art verantwortlich ist.

Adios,

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Emma Amour ist ...

... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons neue Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch jeden Freitag deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

Bild

Das bin nicht ich, aber so würde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Öppe. bild: shutterstock/unsplash/watson

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Dann schick sie per Mail an Emma: emma.amour@watson.ch

Was Emma machen wird, statt um Carl zu trauern: Ein paar Trashfilme gefällig gucken

Fast so schlimm, wie dieses Date: «Werdet wach! Zwiebeln sind das Schlimmste, das es gibt!»

Video: watson/Daniel Huber, Emily Engkent

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