Was machst du mit deinen Eiern? Hier gibt's Rezeptideen, wie du sie verwerten kannst
Und? Hattet ihr schöne Ostern? Das Eier-Versteckis und -Tütschis waren lustig? Gewiss, oder?
Ebenso gewiss habt ihr nun einiges an hart gekochten Eiern übrig, die es noch zu verwerten gilt. Gut, dass Onkel watson zur Stelle ist, denn wir hätten da ein paar Ideen dazu, ...
... angefangen mit etwas ganz Einfachem:
Gefüllte Eier
Ein Retro-Klassiker! Gerne auch als russische Eier oder, im angelsächsischen Raum, devilled eggs (teuflische Eier) bekannt, gehört es zu den Schnellgerichten, für die es kein einzelnes «richtiges» Rezept gibt, sondern bei denen man vielmehr improvisieren soll. Perfekt, also um Reste zu verwerten!
Zutaten:
(Mengen nach Verfügbarkeit, Geschmack und Common Sense)
- hartgekochte Eier, geschält, halbiert, die Eigelbe entnommen
- Mayonnaise
- Senf oder Senfpulver
Und dann, nach Lust und Laune (und Ablaufdatum), eine beliebige Auswahl dieser Zutatenvorschläge: - frischer Dill, fein geschnitten
- frischer Prezzemolo (flachblättrige italienische Petersilie), fein geschnitten
- oder irgendwelche andere frische Kräuter, fein geschnitten
- Jalapeños, oder ähnliche Chilis, entkernt und fein geschnitten
- Rohschinken, fein geschnitten
- etwas Tabasco
... und so weiter und so fort. In den Worten von Status Quo: Whatever you want.
Zubereitung:
- Eier schälen und halbieren. Danach das Eigelb herauslösen und mit Mayonnaise und Senf mischen … und was weiter daruntergemischt wird, entscheidet einzig deine Fantasie. Am Schluss mit etwas fein gemahlenem schwarzem Pfeffer abschmecken. Die Mischung vorsichtig in die Eiweisshälften geben.
Mayak Gyeran – koreanische «Drogen-Eier»
Die koreanische Version jener marinierten Eier, die in etlichen ostasiatischen Ländern existieren. Offenbar bedeutet «mayak eggs» übersetzt so viel wie «Drogen-Eier». Süchtig machend wie Drogen seien die, so der Gedanke dahinter.
Die Zutatenliste kann variieren; einige Konstanten sind aber immer dabei. Hier sind meine:
Zutaten:
(Für 4-6 Eier, circa)
- Eier, hartgekocht ... oder (noch besser!) Ramen-Suppen-Eier, ergo: Eiweiss hart gekocht und Eigelb Konfitüre-mässig. Aber nehmt einfach die übrig gebliebenen Ostereier – es geht hier ja um Resteverwertung.
- 1 dl Soyasauce
- 2 EL dunkle Soyasauce (bei Bedarf)
- 1 dl Wasser
- 2 EL Sesamöl
- 2 EL Mirin (bei Bedarf)
- 2-4 EL Zucker oder Honig oder Agavensirup ... etwas Süsses halt, nach Geschmack
- 2 Knoblauch, gepresst
- 1 EL scharfe Birdseye-Chilis, in feine Scheiben geschnitten
- 1 EL grössere, etwas weniger scharfe grüne Chilis (Jalapeños o. Ä.)
- 1-2 EL Frühlingszwiebeln, in feine Scheiben geschnitten
- 1-2 EL Sesamsamen,
- 1 EL koreanisches Chilipulver (bei Bedarf)
Zubereitung:
- Hey, bei den Mengenangaben dürft ihr selbst ein wenig ausprobieren. Jedenfalls vermengt man alle Zutaten für die Marinade, schält die Eier und tut sie in die Marinade für mindestens 6 Stunden, besser aber länger. (Man kann sie easy in der Marinade im Kühlschrank bis zu zwei Wochen aufbewahren, sagt uns das Internetz.)
- Zum Essen serviert man die Eier halbiert auf dampfendem Jasminreis und träufelt noch etwas von der Marinade darüber. Oder man legt sie in eine feine Ramen-Suppe. Oder, hey, grob geschnitten auf Toast wäre auch nicht falsch.
- ODER ... wie folgt:
Kai Loog Keuy ไข่ลูกเขย – «Schwiegersohn-Eier»
Gerne verwendet man für diesen thailändischen Streetfood-Klassiker oben erwähnte marinierte Eier. Doch die übrig gebliebenen Eiertütschis-Reste tun's auch.
Zutaten:
- 4 – 6 Eier, gekocht und geschält
- Pflanzenöl zum Frittieren
- 1–2 Schalotten, in dünne Scheiben geschnitten
- 2 getrocknete rote Chilischoten
- 3 EL Palmzucker (oder brauner Zucker)
- 2 EL Tamarindenpaste
- 1 EL Fischsauce (oder Sojasauce für eine vegetarische Variante)
- 4–5 EL Wasser
- Frischer Koriander und/oder Thai-Basilikum, grob gehackt
Zubereitung:
- Eier schälen und, ganz belassen, in einem Wok frittieren, bis die äussere Schale goldbraun und knusprig ist. Herausnehmen und abtropfen lassen. Das meiste Öl in einen hitzebeständigen Behälter abgiessen (und für ein anderes Mal aufbewahren).
- Schalotten in etwa 2 EL Öl im Wok goldbraun und knusprig anbraten. Zum Schluss kurz die getrockneten Chilischoten hinzufügen, um sie zu rösten, dann beides aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen.
- Im selben Wok im übrig gebliebenen ca. 1 EL Öl Palmzucker, Tamarindenpaste, Fischsauce und Wasser vermengen. Bei geringer Hitze unter ständigem Rühren köcheln lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat und die Sauce zu einer sirupartigen Konsistenz eindickt.
- Eier der Länge nach halbieren und auf einem Teller anrichten. Die warme Tamarindensauce grosszügig darübergiessen. Mit den knusprigen Schalotten, gebratenen Chilischoten und etwas frischem Koriander oder Basilikum bestreuen.
Egg Curry
Eiercurry! Wie man ihn in Indien, in Malaysia ... ach eigentlich fast überall isst.
Zutaten:
- 5 hartgekochte Eier
- 3 EL Pflanzenöl
- 2 EL gram flour (Kichererbsenmehl)
- 1 grüner Birdseye-Chili, längs aufgeschlitzt
- 12 Curryblätter
- 500 ml Wasser
- Salz nach Belieben
- ein wenig Garam Masala
- frischer Koriander zum Garnieren
Für die Paste:
- 3 Knoblauchzehen grob gehackt
- 1 Stück Ingwer, 3 cm, geschält und grob gehackt
- ½ TL Kurkuma
- 1 TL mildes rotes Chilipulver
- 2 TL Tamarindenpaste
Zubereitung:
- Alle Zutaten der Paste in einen Mixer mit ein paar Esslöffeln Wasser geben; pürieren. Beiseitestellen.
- In einer Schüssel das Kichererbsenmehl mit etwas Wasser mit einem Schwingbesen vermischen, um eine glatte, etwas flüssige Paste mit der Konsistenz von Doppelrahm zu bekommen. Zur Seite stellen.
- Öl in einer schweren Pfanne auf mittelschwache Hitze erhitzen. Die Chilischote zusammen mit der Hälfte der Curryblätter hinzufügen. Paste schnell hinzufügen und gut umrühren, damit nichts anklebt. Zirka 1 Minute lang braten. Wasser hinzufügen, gut umrühren und bei schwacher Hitze 2-3 Minuten köcheln lassen.
- Mit dem Schneebesen langsam die Kichererbsenmischung nach und nach hinzufügen, dabei ständig umrühren, damit sich keine Klumpen bilden. Bei schwacher Hitze 5 Minuten lang umrühren. Je länger man sie auf dem Kochfeld kocht, umso dicker wird sie. Nach Belieben würzen und Garam-Masala-Pulver hinzufügen.
- Hitze ausschalten und die halbierten gekochten Eier beigeben. Abdecken und die Eier vor dem Servieren eine Weile im Curry ziehen lassen. Mit den restlichen Curryblättern und frischen Korianderblättern garnieren. Mit Basmatireis und Papadams servieren.
Curried Egg Sandwich
Und sonst gibt's einfach Eier-Sandwiches! Aber vielleicht mit einem Curry-Kniff. Spice up your life und so ...
Zutaten:
- 4 hartgekochte Eier, geschält und grob gehackt
- 3 EL Mayonnaise (Kewpie wäre nice)
- 1 TL Dijon-Senf
- 1 TL Currypulver
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 1 EL frischer Dill oder Koriander, fein gehackt
- 4 Scheiben Vollkorn- oder Sauerteigbrot, leicht mit Butter bestrichen
Zubereitung:
- Mayonnaise, Senf, Currypulver, Salz und Pfeffer verquirlen. Die gehackten Eier und die frischen Kräuter vorsichtig unter die Sauce heben.
- Eine dicke Schicht der Mischung auf eine Scheibe Brot streichen, mit einer weiteren Brotscheibe bedecken und als Sandwich essen.
Salade niçoise
Hier könnte man durchaus auch die Reste des Thunfisch-Steaks vom Ostermahl gebrauchen, das die Tochter nicht mehr fertig essen mochte. Oder sonst ganz gewöhnlich mit gutem Dosenthunfisch. Und, ach ja, selbst in Nizza streitet man darüber, ob Kartoffeln nun in den Salat gehören oder nicht. Entscheide du!
Zutaten:
(Mengen nach Verfügbarkeit, Geschmack und Common Sense)
- Eier, hartgekocht, geviertelt
- grüne Bohnen, blanchiert
- Tomaten, je nach Grösse halbiert oder geviertelt
- guter Thunfisch aus der Dose, abgetropft (oder eben, die Reste des grillierten Thunfisch-Steaks o.ä.)
- 1 Schalotte, bei Bedarf
- schwarze Oliven
- Kartoffeln, festkochend, geschält und gekocht
Dressing: - Sardellenfilets in Öl, abgetropft und fein gehackt
- Olivenöl (2/3)
- Weisswein- oder Kräuteressig (1/3)
- 1-2 TL Dijon-Senf
- fein geschnittene Petersilie
- Salz und Pfeffer
Zubereitung:
- Zutaten untergemischt oder, wie auf dem Foto, separat garniert auf einer Servierplatte oder in einer flachen Schüssel anrichten.
- Zutaten fürs Dressing mischen. Dressing über den Salat träufeln.
Ja, wie oben erwähnt – vielleicht habt ihr nebst Eiern noch Fischreste vom Ostermenü? Dann kochen wir das hier:
Kedgeree
Der Original-Fusion-Food – geht dieses Gericht doch ursprünglich auf das indische khichdi zurück, welches seinen Weg in die britische Küche des 19. Jahrhunderts als kedgeree fand – und danach wieder zurück nach Indien.
Traditionell wird dieses Fisch-Reis-Eier-Gericht mit geräuchertem Haddock zubereitet, doch ihr könnt ruhig irgendwelchen Fisch mit festem Fleisch nehmen. Noch etwas Lachsfilet vom Karfreitag etwa.
Zutaten:
(Für 4-6 Personen)
- 500 – 700 g Fischfilets, gekocht, in grobe Stücke gezupft
- 2 hartgekochte Eier, geschält und geviertelt
- 2 frische Lorbeerblätter
- 170 g Langkorn- oder Basmati-Reis
- Meersalz
- 1 EL geklärte Butter oder Ghee
- 1 daumengrosses Stück frischer Ingwer, geschält und gerieben
- 1 Zwiebel (oder ein Bund Frühlingszwiebeln), fein gehackt
- 1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt
- 3 EL Currypulver
- 1 EL Senfkörner
- 2 Tomaten, entkernt und gewürfelt
- Saft von 2 Zitronen
- 1-2 Handvoll frischer Koriander, Blätter gezupft und gehackt
- 1 frische rote Chilischote, fein gehackt
Zubereitung:
- Reis in Salzwasser ca. 10 Minuten kochen und abgiessen. Mit kaltem Wasser abschrecken, erneut abtropfen lassen und bis zur Verwendung in den Kühlschrank stellen (damit der Reis beim späteren Braten locker bleibt). Hast du Reisreste im Kühlschrank? Noch besser!
- Butter oder Ghee in einer grossen Bratpfanne bei niedriger Hitze schmelzen. Ingwer, Zwiebel und Knoblauch hinzufügen und ca. 5 Minuten glasig dünsten. Currypulver und Senfkörner hinzufügen und ein paar Minuten rösten. Tomaten und Zitronensaft unterrühren.
- Fisch und Reis mit in die Pfanne geben und alles vorsichtig unter Wenden erwärmen. Eier, Koriander und die gehackte Chili hinzufügen und vorsichtig unterheben.
- Mit zusätzlichen Zitronenspalten und eventuell etwas Mango-Chutney servieren.
Ach ja: Kedgeree isst man als Frühstück. Oder als Mittagessen. Oder spätnachts, wenn man von der Sauftour zurückkommt. Eigentlich immer.
Bonus: Anglo-Asian Lamb Salad
Nein, keine Eier ... aber vielleicht habt ihr noch etwas Lamm vom Oster-Gigot übrig? Frei nach Nigella:
Zutaten:
- 500 g Reste von gebratenem Lamm, in mundgerechte Stücke geschnitten oder gezupft
- 1 EL Fischsauce
- 1-2 EL Limettensaft (nach Geschmack)
- 1 TL Palmzucker (oder brauner Zucker)
- 1 TL Sesamöl
- 1 EL Erdnussöl
- 1 TL frisch geriebener Ingwer
- 1 Knoblauchzehe gepresst
- 1 rote Thai-Chili, fein gehackt
- 150 g gemischte Salatblätter (Rucola, Brunnenkresse, Baby-Spinat o.Ä.)
- 1 kleiner Bund frische Minze, Blätter abgezupft und grob gehackt
- 1 kleiner Bund frischer Koriander, grob gehackt
Zubereitung:
- Fischsauce, Limettensaft, Zucker, Sesam- und Erdnussöl, Ingwer, Knoblauch und Chili in eine grosse Schüssel geben und so lange rühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
- Lammfleischstreifen beigeben und gut im Dressing wenden.
- Salatblätter, Minze und Koriander hinzufügen und alles vermengen. Abschmecken und, falls nötig, 1-2 Spritzer Limettensaft hinzufügen.
