Nach dem KitKat-Heist – das sind die 7 feinsten Food-Verbrechen ever
Der Diebstahl von rund 12 Tonnen Schokolade der Marke KitKat macht aktuell internationale Schlagzeilen unter dem klingenden Titel «der grosse KitKat-Heist von 2026». Über 400'000 Schoggistängel sind das. Die Ladung verschwand vergangene Woche auf dem Transportweg von Italien an verschiedene Produktions- und Vertriebsstandorte in Europa.
Noch weiss man wenig bis gar nichts zum Hintergrund oder zur Täterschaft. Das Fahrzeug und sein Inhalt seien nach wie vor unauffindbar.
Dieser jüngste Raub reiht sich damit in die Liste der Verbrechen ein, die allesamt den ungebändigten Genuss von Lebensmitteln zum Ziel haben – etwa:
Ramen-Raub!
Irgendwann zwischen dem 25. Juli und dem 1. August 2018 wurde ein 16 Meter langer LKW-Anhänger vom Parkplatz einer Chevron-Tankstelle im Fayette County im US-Bundesstaat Georgia gestohlen. Und mit ihm die gesamte Ladung, bestehend aus Fertig-Ramen im Wert von 98'000 Dollar.
Oder anders gesagt: Mehr als 300'000 Fertignudelgerichte wurden entwendet. Damit liesse sich manch ein Studi ernähren.
Bis heute bleibt der grosse Ramen-Raub von 2018 ungeklärt. Es wurden keine Festnahmen vorgenommen, und das Fayette County Sheriff's Office hat bis dato keine Verdächtigen identifiziert.
«Nutella-Gangster» klauen 26 Millionen Kilokalorien
April 2013: Diebe im hessischen Bad Hersfeld schnappten sich – Obacht – fünf Tonnen Nutella im Wert von schätzungsweise 20'000 Franken aus einem geparkten Anhänger. Angeblich wurde auch eine Ladung Energy-Drinks gestohlen. Oh, und ach ja: Wenige Wochen vor dem Nutella-Raub verschwanden in der Nähe zudem fünf Tonnen Kaffee. Zucker, Taurin, Koffein ... wie hibbelig die Diebe nach dem Konsum davon gewesen sein müssen, wagt man sich kaum vorzustellen.
Bis heute fehlt von den «Nutella Gangsters» (O-Ton ABC News) jede Spur. Die 26 Millionen Kilokalorien dürften mittlerweile längst verzehrt worden sein.
Genug Frühstücksriegel für ein ganzes Leben
Im Oktober 2015 stahlen Diebe in Schottland einen Lastwagen voll mit fast 10 Tonnen Kellogg's Frühstücks-Cerealienriegeln. Während der gemeine Mensch sich fragt, was man eigentlich mit 10 Tonnen Getreideriegeln anfangen soll, erkannten die Diebe darin ein lukratives Hehlergeschäft, hatte die Beute schliesslich einen Warenwert von 66'000 Franken.
Der LKW wurde kurze Zeit später gefunden, doch die Beute des Great Grain Robbery (O-Ton «The Mirror» – eine Anspielung auf den Great Train Robbery von 1963) bleibt bis heute verschwunden. Auch wurden die Täter nie gefasst.
The Great Maple Syrup Heist of 2012
Und hier das wohl kanadischste Verbrechen aller Zeiten: Im Dezember 2012 nahm die Polizei in Quebec 17 Verhaftungen wegen Diebstahls von 2700 Tonnen Ahornsirup aus Kanadas Strategic Maple Syrup Reserve vor.
Jap: 2700 TONNEN.
Und jap: Kanada besitzt einen STRATEGISCHEN AHORNSIRUPNOTVORRAT (because of course they do).
Bild: netflix
Die Diebe gingen dabei ordentlich dreist vor: Unter einem geschäftlichen Vorwand mieteten sie einen Teil besagten Notvorratlagers in Saint-Louis-de-Blandford, das 16'000 Fässer enthielt, und entleerten unbemerkt den Sirup aus besagten Fässern. Die Beute verkauften sie darauf von einem Geschäft im nahen New Brunswick aus und versendeten sie an Käufer in Ontario, Vermont und New Hampshire.
Bild: netflix
Der Raub wurde erst bei der halbjährlichen Inspektion der Anlage entdeckt. Schliesslich wurden zwei Drittel des gestohlenen Sirups wiedergefunden und von den Behörden beschlagnahmt. Mit einem Warenwert von gut 17 Millionen Franken ist der Great Canadian Maple Syrup Heist of 2012 der grösste Raub der kanadischen Geschichte. Empfehlenswert ist die Netflix-Doku dazu – Episode 5 der Serie «Dirty Money».
Übrigens: Die weltweit am häufigsten gestohlene Essware ist ...
... Käse. Ja, es gibt gar etwas, das man ein «internationales Käseschmuggel-Netzwerk» nennen könnte. Dabei sind urige französische Rohmilchkäse, die aufgrund von Hygienebestimmungen in den USA verboten sind, meist weniger wichtig als grosse Mengen Industriekäse.
So wurden etwa 2012 drei Personen (zwei kanadische Polizisten und ein amerikanischer Komplize) wegen Schmuggels von brick cheese verhaftet, der in Nordamerika üblicherweise für Pizzabeläge verwendet wird. Der Hintergrund: Die Ware ist in den USA 66 % günstiger als in Kanada. Die Käseschmuggler hatten bis zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung einen Gesamtgewinn von 150'000 Franken erzielt.
Aber edler Gourmet-Käse kann dennoch ein begehrtes Diebesgut darstellen:
Wie bringt man 22 Tonnen Gourmet-Käse wieder los?
Im Nu ging es im Oktober 2024 als The Grate [sic!] Cheese Robbery durch die Medienlandschaft (to grate = raffeln/reiben; die Briten lieben nun mal ihre Wortspiele): Der renommierte Käsehändler Neal's Yard Dairy wurde Opfer eines ausgeklügelten Betrugs: Kriminelle erbeuteten preisgekrönten Cheddar im Wert von über 340'000 Franken – geschlagene 22 Tonnen.
Das entsprach rund 950 wuchtigen Laiben eines exklusiven, in Tuch gebundenen Rohmilch-Cheddars. Diese traditionelle – und äusserst seltene – Herstellungsweise macht die Ware so charakteristisch, dass ein illegaler Weiterverkauf die Täter vor massive logistische Probleme stellte. Während das Diebesgut bis heute verschollen bleibt, wurden inzwischen sechs Verdächtige festgenommen. Die Ermittler vermuteten, dass die Gruppe professionelle Netzwerke nutzte, um die 60 bis 70 Paletten in kürzester Zeit verschwinden zu lassen.
Die Knoblauchkartelle Britanniens
Im Januar 2013 erliess Schweden Haftbefehle gegen Mitglieder einer britischen Schmugglerbande, die im Verdacht standen, zwischen 2009 und 2010 illegal chinesischen Knoblauch in die Europäische Union eingeführt zu haben.
Die EU belegte importierten Knoblauch mit einem Zoll von 9,6 Prozent und zusätzlichen 1600 Dollar pro Tonne. Um diese Steuer zu umgehen, verschiffte die Bande ihre geruchsintensive Beute per Boot erstmal nach Norwegen, wo man sie zollfrei einfuhr. Im Lastwagen versteckt ging es danach jeweils in den EU-Mitgliedstaat Schweden. Nicht der erste Fall – bereits 2012 wurden in Grossbritannien zwei Knoblauch-Schmuggelringe hochgenommen.
Und schliesslich noch das legendäre Salami-U-Boot vom Lago di Lugano
Man glaubt es kaum, aber es gab eine Zeit, in der die Schweiz eine Tiefpreisinsel darstellte – zumindest aus Sicht Italiens, das etliche Waren mit Schutzzöllen belegte. Und so existierte seit Ende des 19. Jahrhunderts ein reger Schmuggelbetrieb von Zigaretten und Esswaren im Grenzgebiet Tessin und Norditalien. Von Jugendlichen bis zu Greisen beteiligten sich ganze Dörfer am Schleichhandel, der sowohl über den Landweg als auch über das Wasser abgewickelt wurde. Die dabei angewendeten Methoden konnten spektakuläre Formen annehmen.
Spektakulär war der Fund im November 1948 eines Mini-Tauchboots am Ufer des Lago di Lugano, das offenbar explizit für Salami- und Käseschmuggel konstruiert worden war. Speziell war insbesondere die Art des Antriebs des halbtauchenden Bootes, das nur wenige Zentimeter über die Wasseroberfläche hinausragte: Es lief im Innern über Pedale, die mit der Bootsschraube verbunden waren.
