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Corinne Desarzens erhalt den Grand Prix Literatur 2026

L’ecrivaine et journaliste franco-suisse Corinne Desarzens pose pour le photographe ce mercredi 18 fevrier 2026 a Onnens. L'Office federal de la culture (OFC) lui a attribue le Grand Prix suisse  ...
Die 73-jährige Corinne Desarzens ist Schriftstellerin und Journalistin.Bild: keystone

Westschweizer Autorin Corinne Desarzens erhält Grand Prix Literatur

19.02.2026, 10:5019.02.2026, 13:43

Die französisch-schweizerische Autorin Corinne Desarzens erhält den Schweizer Grand Prix Literatur 2026. Das Bundesamt für Kultur (BAK) zeichnet damit ein Gesamtwerk aus. Der Preis ist mit 40'000 Franken dotiert.

Die 73-jährige Corinne Desarzens ist Schriftstellerin und Journalistin. Sie steht für ein umfangreiches Werk aus Romanen, Kurzgeschichten und Reiseberichten, das allerdings bis anhin nicht ins Deutsche übersetzt ist. Desarzens erhielt 2021 bereits den Schweizer Literaturpreis und 2025 wurde sie mit dem Grand Prix C.F. Ramuz ausgezeichnet.

Der diesjährige Spezialpreis Übersetzung geht an Christian Viredaz, der wie Desarzens im Waadtland lebt. Viredaz übersetzt aus dem Italienischen ins Französische. Auch dieser Preis ist mit 40'000 Franken dotiert.

Zudem verleiht das BAK sieben Werkpreise an Schreibende aus allen Schweizer Sprachregionen. Dies sind:

Martina Clavadetscher

«Die Schrecken der Anderen»
Mit ihrem jüngsten Werk spielt die gebürtige Innerschweizerin Clavadetscher mit dem Krimigenre. Allerdings geht es ihr dabei nicht um die Aufklärung eines Mordfalls, sondern um eine klebrige Atmosphäre in der helvetischen Provinz. Dort taucht braune Naziideologie auf, wo der Schnee abtaut.

Nora Osagiobare

«Daily Soap»
Der Roman ist das Debüt der Zürcher Autorin, die Tochter eines nigerianischen Vaters und einer Mutter aus der Schweiz ist. Osagiobare erzählt in «Daily Soap» die Schweiz als tägliche Seifenoper. Arm und Reich, schwarz und weiss, Klischee und Racial Profiling prallen mit viel Humor aufeinander.

Jonas Lüscher

«Verzauberte Vorbestimmung»
Der schweizerisch-deutsche Autor und Philosoph Jonas Lüscher erkrankte 2020 schwer an Covid. Überlebt hat er dank der Hilfe von Maschinen. In seinem hochkomplexen Roman reflektiert er die menschliche Abhängigkeit von technischer Innovation - und das mit unterschiedlichen Bezügen auf die Vergangenheit und die Zukunft.

Begoña Feijoó Fariña

«Come onde di passaggio»
Die gebürtige Spanierin lebt in Poschiavo und hat für ihren vierten Roman «Come onde di passaggio» gerade erst den Bündner Literaturpreis 2026 erhalten. Sie erzählt darin aus dem Alltag von fünf ganz normalen Personen in Genua, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben - bis am 14. August 2018 die Morandi-Brücke einstürzt.

Asa Hendry

«Archiv»
Asa Hendry hat Theaterwissenschaft und Gender Studies studiert. Asa Hendry lebt im deutschen Giessen und in Graubünden. Ausgezeichnet wird ein Theatertext, der die Lesenden in vierzehn Bildern mitnimmt auf den Leidensweg eines Ich-Erzählers. Dieser versucht eine Sprache zu finden für die traumatische Geschichte des Vaters. Der Text ist ein Appell dafür, dass Traumata, die über Generationen wirken, benannt werden müssen.

Sandro Marcacci

«Me Taire»
Der Neuenburger Schriftsteller hat neben Gedichten, Theatertexten und Prosa auch Opernlibretti und Songtexte geschrieben, und er ist zudem Fotograf. Sein Roman handelt von einer jungen Frau in den 1930er Jahren, die schwanger und an Tuberkulose erkrankt ist. In ihren eigenen Worten erzählt sie ihr Leben. Diese Jeanne-Marie ist die Mutter des Autors, der ihr mit «Me taire» eine Stimme gibt.

Antoine Rubin

«Calcaires»
Ein Kalksteinmassiv verbindet drei Spaziergänge. Dabei spannt der Autor aus Biel, der Sozialwissenschaften und Anthropologie studiert hat, den Bogen vom Jura bis in den Nordwesten Kanadas. Er erkundet dabei einen Berg, der von einem Steinbruch zerfressen ist, besetzte Häuser, die in Betongebäude verwandelt wurden, oder eine Stadt, die vom Bergbau zerstört wurde.

(sda)

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