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Experte behauptet, die MH370 lokalisiert zu haben – und es klingt ziemlich plausibel

Seit dem rätselhaften Verschwinden des Fluges MH370 2014 wird spekuliert, was sich wirklich abgespielt hat und wo das Flugzeug abgestürzt ist. Ein Experte glaubt nun, einen Durchbruch erzielt zu haben.
01.12.2021, 08:0402.12.2021, 06:27

Der Fundort

Er wisse genau, wo der Malaysia Airlines Flug 370 abgestürzt sei, behauptet der britische Luft- und Raumfahrtingenieur Richard Godfrey. Mithilfe eines High-Tech-Systems habe er den Fundort bestimmen können, welcher 1993 km westlich von Perth und 4000 m unter der Oberfläche liegt. Um noch genauer zu sein: 33.177° S, 95.300° O.

Hier soll das Flugzeug gemäss Godfrey abgestürzt sein.

Gemäss seines Berichts soll das Flugzeug eine Minute nach der letzten Satellitenverbindung um 8:19 Uhr über dem Indischen Ozean abgestürzt sein. Dort soll es am Grund des Broken Ridge liegen – einem Ozean-Plateau, das von Schluchten und einem Unterwasservulkan umgeben ist. Der von Godfrey genannte Fundort liegt nicht im ursprünglichen Suchgebiet, welches die australische Verkehrssicherheitsbehörde 2015 definiert hat. Es liegt allerdings im neu definierten Suchgebiet, welches ab 2016 120'000 km2 umfasste.

Der angebliche Absturzort der MH370.
Der angebliche Absturzort der MH370.Bild: richard godfrey

Besonders nah dran war die private US-Firma Ocean Infinity, welche es sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht hat, das Flugzeug zu finden: Bei ihrer Suche im Jahr 2018 verfehlten sie die von Godfrey genannte Stelle nur um 28 km.

Gegenüber dem australischen Newsnetzwerk Sunrise zeigt sich Godfrey «sehr überzeugt», die richtige Stelle gefunden zu haben. Man habe ziemlich viele Daten vom Satelliten, man habe Ozeanographie, sogennante Abdrift-Analysen, die Performance-Daten der Boeing sowie die «schwache Signalausbreitungs-Technologie». Und alle diese Daten wiesen auf einen spezifischen Punkt im Indischen Ozean hin, so Godfrey.

Die Technologie

Mit der Technologie ist ein spezielles Luftfahrt-Tracking-System gemeint, welches mithilfe von Funksignalen (Weak Signal Propagation Reporter – kurz WSPR) bestimmte Flugrouten rekonstruieren kann. Die Technologie existiert bereits seit 2009, was bedeutet, dass Signale bis ins Jahr 2009 zurückverfolgt werden können.

Godfrey beschreibt die Technologie als «einen Haufen von Stolperdrähten, die sich in jede Richtung über den Horizont bis zur anderen Seite des Globus erstrecken». Wenn Flugzeuge durch diese «Stolperdrähte» fliegen, wird das Signal gestört. Diese Technologie nutzte Godfrey in Kombination mit Daten aus dem Satellitenkommunikationssystem an Bord von MH370. Mit beiden Systemen zusammen sei es demnach möglich, die Strecke von Flug MH370 zu identifizieren und zu rekonstruieren. Dieses System habe er im Vorfeld während 9 Monaten an nicht-verschollenen Flugzeugen getestet.

Gemäss Godfreys Berechnungen soll die Flugroute so ausgesehen haben.
Gemäss Godfreys Berechnungen soll die Flugroute so ausgesehen haben.richard godfrey

Auf diese Weise soll Godfrey bereits vor zwei Wochen ein Durchbruch gelungen sein. Seine Berechnungen förderten eine merkwürdige Flugroute zutage: Demnach soll sich das Flugzeug nämlich um 20:12 (MEZ) in der Nähe der Küste der indonesischen Insel Sumatra 22 Minuten lang in einer Warteschleife befunden haben, bevor es weitergeflogen und schliesslich abgestürzt ist.

Der Grund des Absturzes? Godfrey glaubt, dass der Absturz auf eine «Flugzeugentführung» und einen «terroristischen Akt» durch den Piloten Zaharie Ahmnad Shah zurückzuführen sei. Dieser soll seiner Meinung nach beschlossen haben, das Flugzeug umzuleiten und es an einem der entlegensten Orte der Welt verschwinden zu lassen.

Das rätselhafte Verschwinden

Am 8. März 2014 verschwand die Boeing 777-200 spurlos. Das Flugzeug der Malaysia Airlines hob in Kuala Lumpur ab und hätte in Peking landen sollen. Es erreichte seine Zieldestination allerdings nie – die Maschine hatte 38 Minuten nach Abflug zum letzten Mal Kontakt mit der Luftverkehrskontrolle. Danach flog das Flugzeug allerdings noch während fünf Stunden weiter, bevor es mitsamt 239 Passagieren wortwörtlich von der Bildfläche verschwand.

Trümmerteile der MH370, die 2015 bei der französischen Insel La Reunion an Land gespült wurden.
Trümmerteile der MH370, die 2015 bei der französischen Insel La Reunion an Land gespült wurden.Bild: EPA/MAXPPP/QUOTIDIEN DE LA REUNION

Die Suche nach dem vermissten Flugzeug ist bisher die teuerste in der ganzen Aviatik-Geschichte. 2015 und 2016 wurden erstmals Überreste des Flugzeugs entdeckt, nachdem diese bei Inseln im westlichen Indischen Ozean an Land gespült wurden. Nachdem drei Jahre lang erfolglos nach dem Flugzeug gesucht wurde, wurde die Suche 2017 schliesslich eingestellt. Eine zweite Suche, die im Januar 2018 von dem privaten Auftragnehmer Ocean Infinity durchgeführt wurde, endete nach sechs Monaten ebenfalls ohne Erfolg.

Der Luftfahrtredakteur des australischen Tageszeitung «West Australian», Geoffrey Thomas, bezeichnete den Bericht Godfreys als einen «großen Durchbruch». Er rechnet damit, dass mit der Veröffentlichung dieser Daten eine neue Suche nach MH370 gestartet wird. Gemäss der New York Post hat ein Sprecher von Ocean Infinity bereits verlauten lassen, dass man einer neuen Suche gegenüber nicht abgeneigt sei. Ob sich das Rätsel damit lösen wird, bleibt abzuwarten.

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Flug MH370 – Funde am Strand

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Flug MH370 – Funde am Strand
quelle: epa blaine alan gibson / blaine alan gibson / handout
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Ermittler will das Mysterium um den MH370-Flug gelöst haben

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