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Gunther gehören 400 Millionen – das ist die wahre Geschichte dahinter

In «Gunthers Million» geht es um den angeblich reichsten Hund der Welt und um die Obsession seines Halters, dass Menschen glücklich und perfekt sind.
In «Gunthers Million» geht es um den angeblich reichsten Hund der Welt und um die Obsession seines Halters, dass Menschen glücklich und perfekt sind.Bild: netflix

Gunther hat Häuser, Jachten und Angestellte – und das als Hund

«Gunthers Millionen» ist eine Netflix-Dokumentation, in der es um einen Hund geht, der 400 Millionen US-Dollar auf dem Konto hat und ein Leben im Luxus geniesst. Die Wirklichkeit sieht jedoch komplett anders aus.
01.02.2023, 19:5702.02.2023, 22:59
Corina Mühle
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Häuser in Italien, Jachten, einen persönlichen Koch, Madonnas Villa in Miami, einen Flussballclub und mit Blattgold verzierte Steaks – Gunther hat jeden Luxus, den sich ein Mensch vorstellen kann. Und das, obwohl Gunther ein Hund ist. In den 2000ern machte der Vierbeiner Schlagzeilen als reichster Hund der Welt. Gunthers Urgrossvater gehörte einer deutschen Gräfin, die keine Familie mehr hatte und deshalb ihr ganzes Vermögen ihrem Hund vermachte – so die Legende.

Doch wie kann ein Hund Häuser und Jachten besitzen? Hier kommt Maurizio Mian ins Spiel. Er ist Gunthers Betreuer, Verwalter des Geldes und das Köpfchen hinter der Geschichte.

Gunther's Millions. Karlotta Leibenstein in Gunther's Millions. Cr. Netflix © 2023
Die deutsche Gräfin Karlotta Leibenstein mit ihrem Hund, Gunther III.Bild: netflix

Am Anfang der Netflix-Dokumentation erzählt Maurizio die Geschichte von Karlotta. Sie wurde reich durch den Pharmakonzern ihres Mannes, und sie und seine Mutter waren eng befreundet. Sie teilten ihre Liebe zu Tieren, und so war es kein Wunder, kümmerte sich Maurizios Mutter – und schlussendlich er selbst – um Gunther nach dem Tod von Karlotta. In ihrem Testament legte sie alles ganz klar dar, wie mit dem Geld umzugehen ist.

So weit, so erfunden.

Maurizios Familie war die mit der erfolgreichen Pharmafirma und sie benutzten Karlotta, um in ihrem Namen Geld in Liechtenstein zu deponieren, wo sie – im Gegensatz zu Italien – keine Steuern zahlen mussten. Gunther ist ein geglückter PR-Gag.

Gunther's Millions. Maurizio Mian in Gunther's Millions. Cr. Courtesy of Netflix © 2023.
Maurizio Mian mit Gunther.Bild: netflix

Soziale Experimente

Damit aber nicht genug. Gunther ist berühmt. Sehr berühmt. Einer seiner Höhepunkte war im Jahr 2000, als er Madonnas Villa in Miami kaufte. Was sonst würde ein Schäferhund wollen? In diesem Anwesen lebte Gunther mit einer Gruppe von fünf jungen und attraktiven Leuten. Diese wurden von Maurizio gecastet und sollten eine singende, tanzende Popgruppe namens The Burgundians sein, denn Gunther mag Musik – so Maurizio.

Gunther's Millions. Cr. Courtesy of Netflix © 2023
The Burgundians mit Gunther in der Villa in Miami.Bild: netflix

Die Gruppe, bestehend aus drei Frauen und zwei Männern, musste einer Liste von Regeln befolgen. Sie hatten täglich eingeplante Zeit für Sport, Essen, Singen/Tanzen und Sex. Sie lebten das perfekte Leben. Plötzlich tauchten Männer in weissen Kitteln auf, die die Gruppe rund um die Uhr beobachtete und sich Notizen machte. Da Karlottas Sohn, der anscheinend Maurizios bester Freund war, an Depressionen litt und sich selbst das Leben nahm, wollte Maurizio herausfinden, was Menschen glücklich macht. Er startete sein eigenes soziales Experiment.

Damit immer noch nicht genug. Nicht nur in Miami, auch in Italien startete Maurizio eine solche Gruppe. Diesmal allerdings grösser – Promis waren involviert und Nachtclubs eröffnet. Denn wo kann man das Verhalten von jungen Leuten besser studieren, als in Clubs? Der Fussballclub von Pisa wurde gekauft und Pornodarstellerinnen als Präsidentinnen eingesetzt. Das Imperium wuchs und wuchs.

Und das alles im Namen eines Hundes. Ein Hund, der keine Vorstellung davon hat, was Geld überhaupt ist und welchen Stellenwert dieses in der Gesellschaft hat.

Das Kartenhaus, das Maurizio – und zum Teil seine Mutter – aufgebaut hat, bricht zusammen und die wahre Geschichte, die beim Schauen unerwartet an einen Krimi oder sogar einen Kult erinnert, entfaltet sich in dieser vierteiligen investigativen Dokumentation von Netflix. Die Dokumentation wird von Folge zu Folge verrückter, während die Macher in Interviews mit involvierten Personen und Archivmaterial die absurde Geschichte wie eine Zwiebel, Schicht für Schicht langsam aber sicher aufdecken. Angefangen als Dokumentation über den reichsten Hund der Welt, entwickelt sich die Serie mehr und mehr zu einer True-Crime-Dokumentation, in der es um Status, Sex und Macht geht.

«Gunthers Millionen» kann ab sofort auf Netflix geschaut werden.

Trailer

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Randalf
01.02.2023 21:01registriert Dezember 2018
Unsere Hunde haben auch einen eigenen Koch!
Nämlich mich. Hänu🤷‍♂️
482
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Zum Kommentar
10
Warum gibt es keinen Kontakt mit Aliens? Die KI ist schuld!

Es gibt schätzungsweise 100 bis 300 Milliarden Sterne in der Milchstrasse, und viele von ihnen werden von Planeten umkreist. Die Wahrscheinlichkeit, dass es auch ausserhalb unserer blauen Murmel intelligentes Leben gibt, ist daher eigentlich recht hoch. Optimistische Annahmen gehen von vier Millionen ausserirdischen Zivilisationen aus. Warum gab es dann bisher nie Kontakt mit intelligenten Aliens? Warum haben wir noch nie Signale empfangen, wie wir sie selber ins All hinausschicken?

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