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Pamela Reif macht transphobe Aussage – und erntet Shitstorm

Pamela Reif Teaser
bils:watson/chiarahess

Pamela Reif macht transphobe Aussage – ihre Entschuldigung führt zu noch mehr Empörung

17.03.2023, 12:1017.03.2023, 12:10
Jennifer Ullrich / watson.de

Plattformen wie Instagram und Tiktok locken unter anderem mit verschiedenen Filtern. Dank dieser erscheint man digital plötzlich in einem ganz neuen Look. Mit eben jener Funktion spielte nun auch Pamela Reif ein wenig herum, doch das Ergebnis gefiel ihr gar nicht. In einem Rant benutzte die Influencerin schliesslich ein transfeindliches Wort – und Kritik folgte prompt. Ihre Entschuldigung kann viele Personen auf Tiktok allerdings kaum beruhigen.

Pamela Reif macht transphobe Aussage

Ein Glow-Filter interessierte die 26-Jährige besonders, doch nach der Anwendung folgte schnell die Ernüchterung. Pamela Reifs Fazit: «Hey, das ist gemein. Nichts gegen Transen, aber wieso sehe ich damit aus wie eine Transe? Ich dachte, ich mache das jetzt drauf und werde voll schön.»

Video: watson/tiktok/pamela_rf

Der Clip ist über Pamelas Profil nicht mehr aufrufbar, kursiert bei Tiktok aber dennoch weiter. Viele Personen haben die Aufnahme nämlich abgespeichert und kommentieren sie nun ihrerseits. Der User Sascha Christopher stellt beispielsweise heraus, warum die Aussage der Fitness-Influencerin in mehrfacher Hinsicht problematisch ist.

«Das Wort ‹Transe› ist eine Beleidigung», führt die Person zunächst das Offensichtliche ins Feld. Zudem lasse sich aus dem Zusammenhang herauslesen, dass Pamela Reif sich mit dem Filter speziell deshalb nicht schön findet, weil sie ihr eigener Anblick an den einer transsexuellen Person erinnert.

Pamelas erste Entschuldigung stösst den Fans sauer auf

Mittlerweile hat sich die Influencerin entschuldigt. Dies allerdings nicht in Form eines neuen Videos zum gleichen Thema. Vielmehr kommentierte sie einen anderen Clip von sich selbst, sodass ihre jetzige Erklärung bei Social Media nicht so leicht zu finden ist. Unter anderem schreibt sie:

«Es tut mir von Herzen leid, dass das Face-Filter-Video so unglaublich falsch wirkt. So war das in keiner Sekunde gemeint und meine echten Follower wissen, dass ich absolut gar nichts gegen Schwule, Transfrauen oder oder oder habe.»

Den besagten Filter der Seite unterstütze sie hingegen nicht. Ihre Stellungnahme schliesst mit den Worten: «Ich mache dazu kein Statement». Dies verwirrt nun endgültig, denn durch ihre vorangegangenen Worte hatte sie ja bereits ein Statement abgesetzt.

Video: watson/tiktok/sascha_christopher

Zudem sind es Details, die bei ihrer Entschuldigung auffallen und ebenfalls kritisch auf Tiktok beleuchtet werden. Beispielsweise spreche sie davon, dass das erste Video nur falsch «gewirkt» habe – statt sich einzugestehen, dass ihre Formulierung schlicht unpassend war. Auch erweckt sie den Eindruck, es würde genügen, dass ihre «echten Follower» (was auch immer genau damit gemeint ist) sie nicht für homophob beziehungsweise transfeindlich halten.

Diese Punkte bringt Sascha Christopher auf seinem Kanal an. «Du bist eine Cis-Frau und kannst den Menschen, die transsexuell sind, nicht sagen, was sie als Beleidigung empfinden und was nicht», hält er Pamela Reif vor. Für seine Reaktion erhält er in den Kommentaren viel Zuspruch. Eine Person fasst zusammen: «Ihr ‹Statement› hat es noch schlimmer gemacht.»

Influencerin lenkt ein

Einige Stunden später allerdings gab es eine erneute Stellungnahme von Pamela Reif. Diesmal äusserte sie sich ausführlicher. Sie habe nicht gewusst, dass der Begriff «Transe» als Beleidigung gelte. Vielmehr sei sie davon ausgegangen, es handele sich schlicht um eine Abkürzung.

Video: watson/instagram/pamela_rf

«Das hätte ich mit meinem Wissensstand, meinem Alter und meiner Reichweite definitiv wissen müssen», lenkte sie ein. Der Vorfall zeige, dass sie noch viel tiefer in das Thema einsteigen müsse, gab sie sich jetzt einsichtig.

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73 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Score
17.03.2023 10:58registriert Mai 2017
Schon unglaublich über was heute alles berichtet wird in den Newsportalen... Kann ich nur den Kopf schütteln...
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Tsherish De Love aka Flachzange
17.03.2023 11:09registriert September 2020
Wer ist das überhaupt? Hätte Sie auf dem Bild etwas mehr an, hätte ich den Artikel wohl gar nicht gesehen 🤪
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Hirngespinst
17.03.2023 11:12registriert August 2019
Sturm im Wasserglas.
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«Es gibt heute auf der Bühne Jokes, die an Schwulenwitze der 90er-Jahre erinnern»
Michael Elsener ist ein politischer Comedian, Léa Spirig leitet das Casinotheater Winterthur. Ein Gespräch über Queersein, Ängste, Humor als Überlebensstrategie und die Schweiz als Abstimmungs-Wohngemeinschaft.
Wer sind eure Vorbilder? Spoiler: 80 Prozent würden jetzt mit «mein Grosi» oder «mein Grossvater» antworten.
Michael Elsener: Danke für den Hinweis. Dann sage ich gern: mein italienisch-stämmiger Grossvater. Meine Offenheit und meine Liebe zu den Menschen habe ich von ihm. Wir besuchten ihn oft sonntags nach der Kirche und mussten immer auf ihn warten. Von der Kirche bis zu seinem Haus waren es nur etwa 250 Meter. Aber er brauchte dafür mindestens 45 Minuten. Auf der Strasse oder über den Gartenzaun: Er hielt mit allen einen Schwatz. «Ciao!», «Wie geht's?», «Wirklich? Erzähl mir mehr!» Er kam mit allen auf sehr leichte Art ins Gespräch, egal, welche Gesinnung, welche Grundhaltung sie hatten. Das hat mir schon als Kind sehr gefallen.
Léa Spirig: Bei mir sind es die Frauen in meiner Familie. Meine Grossmutter, die eine sehr warmherzige und zugleich dominante Frau war. Meine Mutter, aber auch meine Gotte, die mit ihrer Partnerin im gleichen Haus lebte wie wir. Meine Eltern waren heterosexuell, meine Gotte lesbisch, und dann gab es noch etwas, das irgendwie beides beinhaltete, das habe ich relativ früh mitgekriegt, das war selbstverständlich. Und ich komme aus einer musikalischen und politisch interessierten Familie, ich wusste schon immer, dass ich mich in meinem Leben mit Kultur umgeben will. Ich kann gar nicht anders. Egal ob früher als Schauspielschülerin, dann als Journalistin und jetzt als Theaterdirektorin.
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