«Peaky Blinders – The Immortal Man», oder auch: Das perfekte Ende einer Ära
Sechs Staffeln und neun Jahre lang begleiteten die Peaky Blinders mit ihrer Gang in Birmingham das Serienpublikum. Es ist viel passiert, tausende Kippen wurden geraucht, es floss viel Blut und noch mehr Alkohol – und jetzt endet diese Ära mit einem Special Movie.
Nachdem Netflix 2019 die Produktion der BBC-Serie übernommen und zu einem weltweiten Erfolg gemacht hatte, findet sie mit «Peaky Blinders – The Immortal Man» einen Abschluss. Und was für einen!
«Peaky Blinders – The Immortal Man»: Worum geht's eigentlich?
In der finalen Serien-Episode vor vier Jahren wurde Thomas Shelby (Cillian Murphy) mit einer unheilbaren Krankheit diagnostiziert. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass der Arzt nur bestochen wurde, um den Gangsterboss in den Selbstmord zu treiben.
Kurzerhand entschloss sich Shelby, wie so oft, alle an der Nase herumzuführen und seinen Tod zu inszenieren. Scheinbar mit dem Leben als Gangster abgeschlossen, reitet Tommy in den Sonnenuntergang.
Genau an diesen Geschehnissen setzt «Peaky Blinders – The Immortal Man» an, und man wird direkt ins Geschehen geworfen: Wir befinden uns im Zweiten Weltkrieg – und Thomas Shelby ist untergetaucht.
Fest entschlossen, nichts mehr mit dem Gangster-Dasein am Hut haben zu wollen, hat er sich aufs Land zurückgezogen, um ein Buch zu schreiben (ja, es klingt absurd).
Als der ehemalige Chef der «Peaky Blinders» aber mitbekommt, dass sein Sohn Duke (Barry Keoghan) einen miserablen Job als Gangleader macht und sich selbst in Gefahr bringt, kommt er aus seinem Schneckenhaus, um für das Wohl seiner Familie einzustehen. «Family first» gilt für Thomas Shelby wohl auch noch immer nach all den Jahren.
«The Immortal Man»: Cillian Murphy begeistert einmal mehr
Ich bin mir sicher, dass Cillian Murphy vor 49 Jahren geboren wurde, um 2013 die Rolle des Thomas Shelby zu übernehmen. Der Schauspieler ist einer der besten seiner Generation – und «Peaky Blinders» zeigt das in all seinen Fasern.
Klar, auch in «Oppenheimer» und «28 Days Later» bewies Murphy, was er kann. Aber für mich ist und bleibt seine Paraderolle Thomas Shelby. Wer sonst könnte den britischen Gangster so charismatisch, so tiefgründig und so facettenreich spielen wie Cillian Murphy?
Dass ihm diese Rolle genauso auf den Leib geschneidert wurde wie die Anzüge, die Thomas Shelby trägt, sieht man auch wieder bei «The Immortal Man».
Ja, Thomas Shelby ist älter und reifer geworden – aber er hat noch immer genau den Schneid und das Charisma, das man von ihm kennt. Die unterschwellige Brutalität, die Leidenschaft, mit der er seine Familie beschützt … all das hat sich durch die sechs Staffeln «Peaky Blinders» gezogen und prägt auch «The Immortal Man».
Allerdings will ich an dieser Stelle auch nicht Barry Keoghan unerwähnt lassen. Denn der spielt seine Rolle als Peaky-Blinders-Erbe nicht nur hervorragend, sondern passt auch einfach exzellent in die Birmingham-Gang.
Man kann definitiv festhalten, dass er an der Seite von Cillian Murphy nicht untergeht, sondern glänzt. Beide Darsteller pushen sich gegenseitig in ihren Schauspielleistungen.
«Peaky Blinders»-Film bei Netflix: Fan-Service vom Feinsten
Wer denkt, dass «The Immortal Man» aus dem Raster der Serien-Vibes fällt, irrt. Denn der Film zeigt, wie hervorragend Fan-Service umgesetzt werden kann.
Für den letzten Auftritt der Peaky Blinders bringt Regisseur Tom Harper noch einmal die alte Gang zusammen: Onkel Charlie (Ned Dennehy), Schwester Ada (Sophie Rundle) und Haydn Stagg (Stephen Graham) treten gemeinsam mit Thomas Shelby gegen die Nazis an.
Und wenn Thomas Shelby wie in der allerersten Folge der «Peaky Blinders» auf einem riesigen, schwarzen Hengst durch die Gassen Birminghams reitet, mit der ikonischen Titelmelodie «Red Right Hand» im Hintergrund, kann ich ein fröhliches Kichern nicht unterdrücken.
Genau das will ich als Fan von einem Abschluss in Spielfilmlänge: Referenzen auf ikonische Momente der Serie, die typische 20er-Jahre-Ästhetik des grauen Englands mit regennassen Strassen und engen Gassen, ein Wiedersehen mit alten Charakteren, subtile Hinweise auf vergangene Schicksalsschläge und die perfekte Mischung aus Slow-Motion-Sequenzen und Feuer-Explosionen im Hintergrund.
All das wird untermauert durch den extrem atmosphärischen Soundtrack von alten Hasen der «Peaky Blinders»-Produktion: Antony Genn und Martin Slattery.
«Peaky Blinders – The Immortal Man»: Taschentücher-Alarm
Ich bin generell sehr nah am Wasser gebaut. Wenn dann auch noch eine meiner absoluten Lieblingsserien endet, öffnen sich die Schleusentore in meinen Augen automatisch.
Ich hatte Angst, dass der Film keinen ehrenvollen und vor allem runden Abschluss für eine der besten Serien auf Netflix finden würde. Zum Glück blieben meine Ängste aber unbegründet.
«The Immortal Man» ist alles, was man sich für das Ende dieser Ära wünschen kann: stylisch, blutig, aufregend, atmosphärisch, intensiv und vor allem emotional.
Ich möchte hier nicht das Ende von «The Immortal Man» spoilern, aber eines kann ich Fans der Serie raten: Haltet Taschentücher bereit, ihr werdet sie brauchen.
