Blutschnee in Europa – an der Schweiz zieht er aber vorbei
Wer einen Blick nach draussen wagt, kann in einigen Teilen Deutschlands ganz schön überrascht werden: Der Schnee glänzt nicht im klassischen Weiss auf den Autoscheiben, sondern wirkt rosa oder sogar hellrot.
Das hat nichts damit zu tun, wie schmutzig die Strassen sind, sondern bezeichnet ein seltenes Wetterphänomen, das nicht so oft zu sehen ist.
Was dahintersteckt und ob der Schnee Probleme mit sich bringt, weiss watson.
Wie entsteht Blutschnee?
Zusammen mit dem Schneefall in den kommenden Tagen erreicht auch eine Saharastaub-Welle aus Nordafrika Teile von Deutschland.
Blutregen kommt im Sommer häufiger vor. Doch im Winter schafft es die Saharaluft deutlich seltener bis nach Europa. Zusätzlich muss es dazu auch noch schneien, damit Blutschnee überhaupt entstehen kann.
Die Kombination aus Schnee und Staub macht den Schnee leicht rosa und ist somit ein sehr aussergewöhnliches Wetterphänomen. Blutschnee kann aber je nach Ursache auch bräunliche Töne annehmen. Oft ist es auch möglich, dass die Farbe des Schnees je nach Menge des Saharastaubs in eine gelbliche Richtung abdriftet.
Normalerweise tritt roter Schnee, hier aber durch Algen ausgelöst, typischerweise im Sommer in Hochgebirgen auf. Das letzte Mal fiel der Blutschnee durch den Saharastaub in den flacheren Gebieten 2021.
Ist Blutschnee schädlich?
Grundsätzlich ist der Staub im Schnee ungefährlich. Gesundheitliche Bedenken bestehen deshalb keine. Für unsere Gletscher ist der Saharastaub aber allgemein problematisch:
In Deutschland wird sich der Blutschnee hauptsächlich mit Schlieren an den Fenstern oder auf Autoscheiben bemerkbar machen. In der Schweiz «können Autofahrer aufatmen», wie 20 Minuten berichtet: Die Mineralien im Saharastaub – sowohl im Blutschnee als auch im Blutregen – könnten «wie ganz feines Schmirgelpapier wirken». Die Reinigung kann deshalb Schäden an der Lackierung verursachen.
Wo ist das Phänomen sichtbar?
Im Lee des Atlas-Gebirges hat sich ein Tiefdruckgebiet gebildet, das auf seinem Weg nach Italien sehr viel Saharastaub nach Norden führt, wie weather.com berichtet.
In Italien und auf dem Balkan wird es deshalb vereinzelt zu Blutregen kommen, weiter über die Alpen wird Blutschnee fallen. Hierzulande tickt das Wetter völlig anders als in Deutschland: Der Schnee fällt allgemein spärlich aus und in der kommenden Woche wird es vor allem regnerisch.
So findet auch der Meteorologe Peter Wick gegenüber 20 Minuten:
Der Saharastaub werde eher östlich der Schweiz nach Norden getragen. Immerhin dürfen wir uns auf eindrucksvolle Blutschnee-Bilder von unseren europäischen Nachbarn freuen.
(Ergänzungen: jul, watson.ch)
