DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Ja, dieses Bild. Wer macht hier die Ente? Wahrscheinlich eine Influencerin. Bild: screenshot prosieben

Der neue Reality-TV-Kult GTFOOMH ist genau wie dieses Bild

Nein, das ist gar nicht wertend gemeint! Schliesslich gibt die neue ProSieben-Sendung vielen Menschen einen temporären Arbeitsplatz. Auch einem Schweizer.



Kurt ist 82, «Castingshow-Junkie» und mehrfach gesichtsoptimiert. Er hat «im Gsicht e chli umegfummlet». Wieso, erklärte er der Nation, als er mit 75 bei «Die grössten Schweizer Talente» mitmachte. Kurt hat nämlich schon immer das Rampenlicht gesucht. Als Alleinunterhalter rockte er San Francisco und Las Vegas, aber «am meischte Tschöbbs hani in Las Vegas gha, i de Casinos, will, do isch immer öbbis los». Kurt hatte den «Plausch». Und weil er den a) noch lange haben und b) seiner 25 Jahre jüngeren Brigitte gefallen will, hat er eben umegfummlet.

Unser Kurt

Bild

Bild: screenshot prosieben

Heute ist Kurt Kandidat in «Get the f*ck out of my House». Was das ist? Ein Reality-Format auf ProSieben mit Menschen, von denen die meisten passionierte Im-Gesicht-Herumfummler wie Kurt sind.

Entenschnäbel, wohin man schaut. Aber wieso? Viele davon seien Influencer, sagt die Moderation. Da braucht man natürlich allerlei hervorstehende Merkmale.

(Na? Böse Kommentare anyone? 3, 2, 1 ...). Ähnlich schräg ist die Inneneinrichtung. Rosa Teppiche? Bunte Vasen in Glasvitrinen? Sollen die alle bei Kämpfen zwischen latent aggressiven Herren, von denen einige hässigen Fröschen gleichen, zu Bruch gehen? Soll Blut fliessen und auf die hübschen Pastellteppiche spritzen? 

Modell vom Haus

Bild

Bild: screenshot prosieben

Am Anfang sind es 100 Menschen. Also Kurt plus 99. Sie sind fest entschlossen, vier Wochen lang auf 116 Quadratmetern auszuharren. Denn nur einer kann die 100'000 Euro gewinnen, die fies in einem Glaskasten neben der Haustür an der Wand verstaut sind. Zuerst steht ihnen nur 1 Bad mit 1 WC zur Verfügung, durch ein Wunder materialisiert sich dann noch ein zweites Bad. Geil. 

Sleeping in the Cuisine (wie grusig ist das denn?!)

Bild

Bild: screenshot prosieben

Betten gibts kaum. Kurt kriegt eins, weil blutjunge Influencer-Boys Mitleid mit ihm haben. Viele schlafen auf Teppichen oder Möbelflächen. Einer unter einem Tisch, wo er seinen Schlafplatz «mit niemandem teilen» muss. Unvorstellbar, der Gestank, der sich da breitmachen muss. Eine Hannelore, die findet, schlafen könne man, wenn man tot sei, sieht aus, wie wir uns eine deutsche Hannlore in ihrer Lage vorstellen.

Diverse deutsche Hanneloren

Es ist ein Gehen und Gehen. Menschen gehen freiwillig, etwa «zurück in ihr Leben als alleinerziehende Mutter», wie ProSieben bedauernd kommentiert. Ein Sebastian geht unfreiwillig, weil er zusammenbricht, und vom Notfallteam über die «rote Linie», eine Art Todesstreifen der Kandidatenexistenz, getragen wird. Viele gehen, weil Norbert, der erste Hausboss, das so entscheidet. 

Die einen gefallen Norbert halt nicht, die andern fallen ihm nicht auf. Fall klar, Mensch raus aus dem Haus.

Trotzdem flennt Norbert: «Ich bin ja kein Fels. Ich wünsch mir, dass wir das auf unsere Art verarbeiten.» Psychojargon überall. Immer weint wer. Und auch Trump ist präsent – «Ich bin nicht Donald Trump, ich labere keinen Scheiss!» (Jamie, 27) – man ist hier echt auf dem Hochsitz aktueller Diskurse. Norbert ist mit 56 schon Rentner. Wieso wird man so früh Rentner? Welchen Schicksalsschlag musste Norbert einstecken?

Links: der vom Pech gefällte Sebastian. Rechts: der standhafte, aber sensible Norbert

Bild

Bild: screenshot prosieben

Und was arbeiten oder sind eigentlich all die Kandidatinnen und Kandidaten? «Fitnessmodel», «wohnt noch bei seinen Eltern», «ehemalige Miss Saarbrücken», «hatte noch nie eine Freundin», «hat 17'000 Follower bei Instagram», «eine der ältesten Frauen im Haus», «hat Angst vor langen Schlangen», «arbeitet sonst als Kite-Lehrer in Südafrika», sagt das Fernsehen. Wenn das nicht zur TV-Personality qualifiziert!

Was sie alle nicht wirklich können: Dinge in Dinge werfen, um damit andere Dinge zu gewinnen.

Also zum Beispiel mit Bällen Körbe treffen, um Essensgeld zu erspielen. Noch nie wurde den gewöhnlichsten Lebensmitteln so grosse Begeisterung zu Teil: «Boah! Geschmacksorgasmus!» (Kai); «Meine Geschmacksnerven sind neu erfunden!» (Hannelore); «Dieser Apfel ist einfach ein Heiligtum!» (irgendwer).

Weinen ist immer für irgendwen ein Thema

Bild

Bild: screenshot prosieben

Das Ganze ist so aufregend, dass ein Alexander zum Maximalvergleich in Sachen TV-Hammerspannung greift: «Ich will unbedingt hier drin bleiben. Ich fühle mich wie bei ‹Germany's Next Topmodel›!» Echt? So verrückt ist also die neue Donnerstagabend-Show? Ähm, nein ist sie nicht. So sehr nicht, dass man auch den «Kassensturz», der ja durchaus auch seine crazy moments hat, mit «Game of Thrones» vergleichen könnte. 

Alexander ist sehr aufgeregt

Bild

Bild: screenshot prosieben

In Folge zwei, so wird suggeriert, soll's dann zur Sache gehen. Also mehr so mit Körperkontakt. Paare finden sich liebevoll, andere fühlen sich eher bei Zweikämpfen toll. Und Socken werden geklaut. Und Wattestäbchen. Und Kurt wird da sein. Das wird so, so geil. Wahrscheinlich ein Spannungsorgasmus.

«Get the f*ck out of my House», ProSieben, donnerstags, 20.15 Uhr.

Dieser Roboter macht eine schönere Pizza als du

Er strickt Pullis von Orten und macht Fotos davor

Das könnte dich auch interessieren:

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

BAG meldet 2744 neue Fälle in drei Tagen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0815-Schneefiguren kann jeder – staune über diese 27 Meisterwerke!

Wie viele Schneefiguren hast du in deinem Leben bereits gesehen? Bleibst du überhaupt noch deswegen stehen, um ihn dir vielleicht genauer anzusehen?

Eines können wir mit Sicherheit sagen, bei diesen Schneefiguren würdest du es bestimmt tun. Denn sie sind alles andere als 0815.

(smi)

Artikel lesen
Link zum Artikel