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Die Bienen fliegen wieder – Imkern blüht viel Arbeit

15.03.2017, 15:51
Bild: KEYSTONE

Bienen in ihren Bienenstöcken aber auch Imker haben bereits sehnsüchtig auf die ersten warmen Sonnenstrahlen gewartet – nun sind sie da. Beide haben den Winter über die notwendigen Vorkehrungen getroffen Die notwendigen Massnahmen haben beide Parteien getroffen. Beim Imker etwa die Bereitstellung neuer Rähmchen, Reinigen von Honiggefässen, Standkontrolle, aber auch das Studium aktueller Informationen über moderne Bienenhaltung, Bienenkrankheiten oder die sachgemässe Gewinnung von reinem Bienenhonig.

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MAZ: Imkerei-Werkzeug: Das brauchst du alles um Honig herzustellen.
quelle: keystone / martin ruetschi
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Im März schlägt für die Imker die Stunde der Wahrheit. Jetzt zeigt es sich, ob sie alles richtig gemacht haben. Wenn sie im Vorjahr die Völker vorausschauend und sorgfältig aufgebaut und eingewintert haben, können die Bienen gelassen und ohne Sorge durch diesen Monat gehen. Die Honigzüchter können es kaum erwarten, bis endlich wieder genügend Wärme vorhanden ist, damit ihre Bienen wieder fleissig Pollen und Nektar sammeln können. «Nach den langen und kalten Wintermonaten kann man beim Beobachten des Fluglochs sehr viel über den Zustand des Bienenvolkes erfahren», sagt Imker Paul Beinchen, aus Worb. Dabei beobachte er das Flugloch jedes Volkes während zirka einer Minute.

Bild: KEYSTONE

Starke und schwache Völker

Er zähle dabei die Pollensammlerinnen und beurteile anhand des Fluges die Stärke des Bienenvolkes. Auch zeige die grosse Anzahl von Pollensammlerinnen an, dass das Volk viel offene Brut hat. Kommen Bienen mit prallen Hinterleibern, so handelt es sich um Wasserträgerinnen. Beinchen: «Befinden sich ein schwaches und ein starkes Volk nebeneinander, so kann man beobachten, dass die Pollensammlerinnen des Schwächeren durch den intensiven Brutgeruch des Stärkeren nach kurzem Hin- und Herfliegen im Flugloch des Stärkeren verschwinden.»

Liveticker: MAZ: Bienen

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Das Bienenjahr im Überblick

Völker, welche sich sonderbar verhalten, werden bei ausreichender Tagestemperatur (ab ca. 12 Grad Celsius) kontrollieren. Erste Kontrollen erfolgen, nachdem der Reinigungsflug stattgefunden hat. Beim Reinigungsflug entleeren die Bienen ihre volle Kotblase. Stört der Imker die Bienen vor dem Reinigungsflug, kann dies zum Abkoten innerhalb der Beute führen. In der Folge kann dann Ruhr oder Nosema auftreten. Bei der Durchsicht sollte die Brutnestanordnung nicht gestört werden. Die wichtigste Kontrolle betrifft neben der Weiserichtigkeit (Königin ist vorhanden und legt Eier) den Futtervorrat.

«Das Frühjahr stellt eine kritische Phase im Bienenjahr dar.»
Paul Beinchen, Imker

Doppelte Volksstärke

Anfang März sollten die Bienen noch ausreichend Winterfutter haben. «Das Frühjahr stellt eine kritische Phase im Bienenjahr dar», sagt Imker Beinchen. Es vollzieht sich ein Wechsel von Winterbienen zu Sommerbienen. Dieser Wechsel wird vom Imker erst nicht wahrgenommen, da die Völker in ihrer Stärke nahezu unverändert bleiben. Erst wenn dieser Wechsel weitgehend vollzogen ist, findet ein Zuwachs an Volksstärke statt. Dieser Zuwachs kann die Volksstärke innerhalb einer Woche nahezu verdoppeln. Dann fliesst auch der Honig in rauen Mengen.

Wenn es die Tagestemperatur erlaubt, können im März bereits Völker vereinigt werden. Da bekanntlich zwei schwache Völker für gewöhnlich noch kein starkes Volk ergeben, sollte ein schwaches Volk mit einem stärkeren vereinigt werden. Ein Heraussuchen einer Königin ist in der Regel nicht notwendig. Die attraktivere der beiden Königinnen wird überleben. Die beste Verwendung der Bienen eines schwachen Volkes, ist die Vereinigung mit einem starken Volk, unmittelbar vor der Honigtracht. Die vereinigten Völker werden zusammen mehr Honig sammeln als einzeln.

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Die Bienen sterben auch 2017

Bereits jetzt ist klar: Viele Bienen sind nicht aus dem Winterschlaf erwacht. Erneut ist eine besonders hohe Sterberate unter den Bienenvölkern zu befürchten: «Wir werden wohl deutlich über dem Durchschnitt liegen», prognostiziert Bienen-Experte Christian Boigenzahn. Allein in der Schweiz starb im Winter 2011/12 die Hälfte der Bienen - rund 100'000 Bienenvölker. Das bedeutet für die Imker einen finanziellen Verlust von rund 25 Mio. Franken.
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