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Ein Hauch Naher Osten

Mit viel Gefühl und Rhythmus ziehen Or Bareket und sein Quartett die Zuschauer im «Pflegidach» in ihren Bann. Die vier Musiker mit Wurzeln im Nahen Osten spielen Lieder aus aller Welt und versehen sie mit einem orientalischen Hauch.
06.02.2018, 14:0219.02.2018, 14:53
Theres Amhof

Nach einer langen Pause haben sich «The Musical Brothers» erst heute morgen am Bahnhof wieder vereint und touren jetzt für eine Woche durch Europa. Geboren in Jerusalem und aufgewachsen in Buenos Aires ist der Bassist Or Bareket zur Zeit einer der gefragtesten Bassisten in der New Yorker Jazz Szene. Mit seiner lockeren Art und wilden Frisur verzaubert der junge Bassist den Raum. Im Einklang mit der Musik scheint er eins zu werden mit seinem Bass, der auf der Spitze den geschnitzten Holzkopf von Beethoven trägt. Auf die Frage, ob er die Schnitzerei extra anfertigen lassen habe, lacht Bareket auf und sagt, er würde niemals beim Kauf eines Basses denken, es müsse einen «creepy head» auf der Spitze tragen.

La musica y la palabra

Mit dem Lied «La musica y la palabra» als Einstieg wird das Publikum sofort in den Bann der lebendigen, spritzigen Musik gezogen. Der Ausdruck des Gitarristen Shahar Elnatan ist voller Gefühl, welches er auf sein Instrument und die Stimmung überträgt. Gekonnt setzt er die richtigen Akzente und begeistert das Publikum vereint mit den mysteriösen, rhythmischen Tönen des jungen Pianisten Nitai Hershkovits.

Es werden viele Stücke des erst vor kurzen veröffentlichten Debut Albums von Or Bareket gespielt, welche einem die lyrischen Wurzeln des nahen Ostes spüren lässt. Obwohl die vier Musiker alle aus Israel stammen, hat Or sie alle an verschiedenen Orten kennengelernt, so z.B. den Schlagzeuger Ziv Ravitz, den er in New York kennenlernte und welcher sein Instrument diesen Abend schon zum zweiten Mal in Muri zum Erklingen bringt.

Or Bareket Quartet - «Snooze» @ Musig im Pflegidach, Muri

Der Abend war von Leidenschaft und Harmonie geprägt. Es war ein fliessender Übergang von träumerisch, leichten Liedern, bis hin zu wilden, feurigen Stücken, die das «Pflegidach» zum Beben brachten. Dabei wirken die Musiker wie in Trance und spielen im perfekten Einklang miteinander. Mit Witz und Charme spricht Or zwischen den Liedern über die Musik und die Musiker. Beim Vorstellen der Namen betont er die «Ch’s» besonders und bemerkt ironisch, das «Musig im Pflegidach» Publikum sei das einzige dieser Tour, das Ihre Nahmen richtig aussprechen könne.

«Hashtag Humbled»
Or bareket

Gegen Schluss wagen sich die vier jungen Musiker zum ersten Mal an das anspruchsvolle brasilianische Lied «Capricho do Carmo». Bareket erzählt, er habe 2 Monate gebraucht um es zu lernen und schickte es erst letzte Nacht den drei anderen, doch sie seien heute aufgekreuzt und konnten es direkt spielen. Dazu bemerkt er mit einem Lachen «Hashtag Humbled».

Nach dem letzten Lied, welches Or Bareket dem Geist seiner noch lebenden Grossmutter widmete, applaudierte das Publikum lautstark und brachte die Band nach dem Abtreten noch einmal auf die Bühne zurück. Mit dem Satz «I wish I had something like this where I come from” verlassen die Musiker das elektrisierte Pflegidach.

Or Bareket Quartett bei «Musig im Pflegidach»

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Or Bareket Quartett bei «Musig im Pflegidach»
quelle: sophie anderhub
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In alter Frische – oder in frischem Alter
Samara Joy (Gesang) aus New York, Ben Paterson (Klavier) aus Philadelphia, Malte Arndal (Schlagzeug) aus dem ländlichem Dänemark und Mathias
Allamane (Bass) aus Südfrankreich zeigten am letzten Sonntagabend bei «Musig im Pflegidach» in Muri, in einer perfekt eingespielten Formation, wie universell und zeitlos Jazz war und bis heute ist.

«Diese Sängerin hier wird einmal ganz gross werden.» Mit diesen Worten begrüsste Stephan Diethelm am letzten Sonntagabend das Publikum und die 22-jährige Samara Joy. Da es sich in den letzten 20 Jahren schon öfter herausstellte, dass Künstler*innen, die bei «Musig im Pflegidach» auftraten, später grössere Erfolge feiern durften, muss man Diethelms Vorhersage ernst nehmen.

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