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Lass den Jazz raus

Die Schweizer Band The Magnificent Seven haben vergangenen Sonntag im Pflegidach Muri mit Jazzmusik im Bereich der Isorhythmik ein Konzert gegeben. Mit einem gefüllten Saal voller gespanntem Publikum wurde das Pflegidach für 90 Minuten zu einem Ort der Sinnlichkeit und emotionalen Ausdruckskraft.
17.09.2018, 10:45
dean Eicher

Um die Welt nach Muri

Genau 6 Jahre und 1 Woche war es her, seit der Komponist das letzte Mal auf der Bühne des Pflegidaches gestanden hatte. Dass sich seither viel ereignet hat, ist nach Auftritten in der Westschweiz, Deutschland und sogar den USA ausser Frage. Stiefel zeigte sich an diesem Abend aber glücklich, wieder in Muri in die Tasten seines Pianos hauen zu dürfen; es käme ihm vor, als seien nur 3 Jahre vergangen, sagte er vor dem Publikum, was zu leichtem Schmunzeln führte.

Die Erwartungen vor dem Konzert waren unterschiedlich, von einfach nur Jazzliebhabenden bis zu Band-fans oder «lass mich einfach Überraschen-Besuchern» fand sich jede Art von Zuschauern und Motivationen. Die Jazz-begeisterte Brigitte Erensperger hatte den Musiker schon vor etwa 10 Jahren gesehen und den Namen auf einem Plakat wiedererkannt: «Ich bin sehr gespannt und freue mich zu hören, ob und wie sich seine Musik entwickelt hat.» Später äusserte sie sich fasziniert und fand, dass ihre Erwartungen übertroffen wurden.

Herausforderungen gemeistert

Der Pianist ist schon vergleichbar lange in der Branche der Jazzmusik anzutreffen, trotzdem gibt es vor und bei jedem Konzert neue Herausforderungen zu meistern. Stiefel meinte, da der Auftritt am Sonntag der erste mit allen sieben Bandmitgliedern dieses Jahr gewesen sei und die verschiedenen Stücke bei so vielen Instrumenten immer anders tönten, habe es die Fähigkeit, sich auf die anderen Künstler während des Konzertes einzulassen und abzustimmen und frei vorzuspielen gebraucht.

Christoph Stiefel Septet - «Isorhythm #2.2»

Auch für das Publikum war es eine völlig neue Art von Musik, die es erst einmal zu verstehen galt, besonders mit Sarah Buechi, die Ihre Stimme als Blasinstrument einsetzte und den schnellen Wechseln zwischen langsamem traditionellen und schnellem modernen Jazz. Dass diese Herausforderungen gemeistert wurden, war deutlich erkennbar, als sich Publikum sowie Band kurze Zeit nach Beginn deutlich lockerer, sicherer und emotionsvoll zeigten.

Aus Sieben wird Eins

Mit einer Kombination von vielen verschiedenen Instrumenten von unterschiedlicher Art, wie Blas-, Saiten- und Schlaginstrumenten, welche oftmals alle gleichzeitig gespielt wurden, sowie einer Stimme als Instrument, brachte Christoph Stiefel das Septett zum zusammenschmelzen. Die gelassene Haltung der Künstler, welche sich durch kleine Privatgespräche auf der Bühne und darauffolgende Lacher, sowie durch das Mitfühlen der Musik der anderen Künstler ausdrückte, sprang schnell auf das zuvor gespannte Publikum über, welches dies mit Applaus bei intensiven Momenten, als auch durch lustvolles Mitswingen dankte.

Christoph Stiefel Septet @ «Musig im Pflegidach» Muri

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Christoph Stiefel Septet @ «Musig im Pflegidach» Muri
quelle: maurice loher
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Hand in Hand mit dem Publikum
Nach einem ganzen Jahr Verspätung konnte der langersehnte Auftritt von Dana Herz (Vocals/Keyboard/Klavier) und Tal Mashiach (Vocals/Gitarre/Bass) endlich stattfinden. Am Abend des Muttertags, am 8. Mai, verzauberte das Duo die Zuschauer des «Musig im Pflegidach» in Muri mit einem Mix aus orientalischer und lateinamerikanischer Musik.

«Jetzt kann ich euch nicht mehr sehen, dafür kann ich euch spüren», so Herz zu den Zuschauern, als sie sich ans Klavier setzt und ihnen den Rücken zukehrt. Die Verbindung zu den Murianern scheint dem Duo, Tal Mashiach und Dana Herz, wirklich am Herzen zu liegen. Dies hinterlässt auch beim Publikum viel Eindruck und Wertschätzung. «Die Atmosphäre hat mir gut gefallen. Die Musiker waren einem nah und es hat sich sehr kollegial angefühlt», schwärmt eine Konzertbesucherin.

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