DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
«Dieses Seeufer wurde für Sie von der PNOS gereinigt, damit sie hier unbeschwert den Sommer Start geniessen können.»
«Dieses Seeufer wurde für Sie von der PNOS gereinigt, damit sie hier unbeschwert den Sommer Start geniessen können.»bild:facebook/pnos

Rechtsextreme säubern das Ufer am Greifensee – mit städtischen Hilfsmitteln

Die rechtsextreme Partei national orientierter Schweizer (PNOS) hat mithilfe von städtischem Material eine propagandistische Aufräumaktion durchgeführt. Oberländer Linke erheben Vorwürfe, die Stadt räumt Fehler ein.
12.05.2017, 14:5212.05.2017, 21:26
Benjamin rothschild / zürcher oberländer

Man habe «wohl etwas zu wenig weit gedacht», sagt Anita Bernhard, die Abteilungsleiterin Gesundheit der Stadt Uster. Die ihr unterstehende Leistungsgruppe Abfall und Umwelt hatte der rechtsextremen Partei national orientierter Schweizer (PNOS, siehe Box) Müllsäcke, Greifzangen und Handschuhe zur Verfügung gestellt. Mit den städtischen Hilfsmitteln reinigten Mitglieder der Zürcher Pnos-Sektion am 2. Mai das Greifenseeufer in Niederuster. Die Aktion stand im Zusammenhang mit dem 1. Mai: «Während Linke die Städte verwüsten, säubert die PNOS Ihre Gemeinde», so der Leitspruch. Ähnliche Aktionen wie in Uster führte die PNOS auch in den Kantonen St.Gallen, Aargau und Baselland durch.

«Dieses Seeufer wurde für Sie von der PNOS gereinigt!»

In Uster brachten die PNOS-Mitglieder im Anschluss an die Aktion Plakate an. «Dieses Seeufer wurde für Sie von der PNOS gereinigt, damit Sie hier unbeschwert den Sommer-Start geniessen können», hiess es auf diesen. Auch vermarktete die Partei ihre Aktion auf Facebook: Zwei Feuerstellen und ein längeres Wegstück seien von «zirka sechs Kilogramm Zigarettenstummeln und anderem Müll befreit worden». Mehrdeutig war von einer «Säuberungsaktion» die Rede. Der Stadt Uster sowie den angeblich beteiligten freiwilligen Helfern wurde ein «herzlicher Dank» ausgesprochen.

Die für die Aktion Verantwortlichen hätten sich gegenüber der Stadt als PNOS-Exponenten zu erkennen gegeben, sagt Anita Bernhard. «Wir wussten schon, was das für eine Gruppierung ist und dass wir deren Interessen nicht teilen. Für uns stand aber der Anti-Littering-Gedanke im Vordergrund.» Deshalb habe man das Material ausgehändigt. «Die Organisatoren haben uns versichert, dass sie ihre Aktion nicht medial vermarkten würden.» Ein Versprechen, das offensichtlich nicht gehalten wurde. Bernhard sagt deshalb, dass die Stadt Uster «angelogen und missbraucht» worden sei.

Nadia Kuhn, die Co-Präsidentin der Juso Zürich Oberland, bezeichnet es als «sehr bedenklich, dass die Stadt einer offen rechtsradikalen Partei Material überlässt». Die städtischen Verantwortlichen hätten naiv gehandelt und die PNOS offensichtlich verharmlost. Anita Bernhard spricht von einer «Lehre» für sich und ihre Mitarbeiter. «Wir werden das so nicht mehr machen», sagt sie. Dass die Pnos ihre Aktion in Uster im Sommer mit städtischer Unterstützung wiederholen kann, wie sie im Internet ankündigt, ist deshalb wohl unwahrscheinlich.

Jetzt auf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

131 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Lord_Mort
12.05.2017 15:36registriert Oktober 2015
Ist doch ein viel besserer Zeitvertreib als rechte Arme zum Gruss zu heben und Ausländer durch die Gegend zu hetzen. So kommen sie mal raus aus dem braunen Sumpf und an die frische Luft. Die linken haben ja schon lange dazu aufgerufen: "Halte deine Umwelt sauber!". Jetzt noch nur noch im Kopf mit dem Müll aufräumen.
17010
Melden
Zum Kommentar
avatar
Olmabrotwurst vs. Schüblig
12.05.2017 15:36registriert Dezember 2014
Lönd sie doch putze.
1478
Melden
Zum Kommentar
avatar
Johnny Geil
12.05.2017 15:25registriert November 2016
Da haben die PNOS beinahe einen korrekten Satz geschrieben. Beinahe.
14515
Melden
Zum Kommentar
131
Und plötzlich gingen die Weingläser aus: Die besten Bilder des Bundesratsreisli
Der Bundesrat hat auf seiner diesjährigen Bundesratsreise am Donnerstag Halt am Rheinfall und in der Schaffhauser Altstadt gemacht. Anschliessend brachen die Bundesratsmitglieder in Richtung Tessin auf, wo sie sich im Bogenschiessen massen.

Der Bundesrat hat auf seiner diesjährigen Bundesratsreise am Donnerstag Halt am Rheinfall und in der Schaffhauser Altstadt gemacht. Anschliessend sind die Bundesratsmitglieder in Richtung Tessin aufgebrochen.

Zur Story