Schweiz
Forschung

Ig-Nobelpreis wird neu in Zürich statt in den USA verliehen

Ig-Nobelpreis zieht um: Die skurrilsten Forschungsprojekte werden neu in Zürich prämiert

10.03.2026, 15:3910.03.2026, 15:39

Die Organisatoren der Ig-Nobelpreise haben beschlossen, die nächste Ausgabe der Zeremonie nach Zürich zu verlege. Die Preise zeichnen jeweils die ausgefallensten und amüsantesten Forschungsarbeiten aus.

Die seit 1991 jährlich in Boston verliehenen Humorpreise, ein Wortspiel mit dem englischen Wort «ignoble» (unehrenhaft, unwürdig), sind zu einer Institution in der wissenschaftlichen Gemeinschaft geworden, und nur wenige lehnen diese Ehre ab.

Reise in die USA wird zur Gefahr für die Gäste

Aufgrund der politischen Lage in den Vereinigten Staaten wird die Zeremonie, bei der Forscher aus aller Welt ausgezeichnet werden, am 3. September erstmals in Zürich stattfinden, wie die Organisation iam Dienstag mitteilte.

«Im Laufe des letzten Jahres ist es für unsere Gäste gefährlich geworden, in das Land zu reisen», schreibt Marc Abrahams, der Gründer der Ig-Nobelpreise.

«Wir können nicht guten Gewissens von den neuen Preisträgern und den internationalen Journalisten, die über die Veranstaltung berichten, verlangen, dieses Jahr in die USA zu reisen», fährt er fort.

Die Schweiz als Inspiration

Die Schweiz habe «viele unerwartete und wunderbare Dinge hervorgebracht» – Albert Einsteins Physik, die Weltwirtschaft oder auch der Kuckuck kommen uns sofort in den Sinn – und trage einmal mehr dazu bei, dass die Welt ungewöhnliche Menschen und Ideen schätze, so der Gründer dieser Preise, die «zum Lachen und zum Nachdenken anregen» sollen.

In einem Interview im Dezember hatte Abrahams erklärt, dass mehrere Preisträger bereits darauf verzichtet hätten, zur Preisverleihung 2025 zu kommen – aus Angst, von den US-Behörden belästigt zu werden.

«Ein bisschen wie der ESC»

Für die kommenden Jahre planen die Organisatoren, die Zeremonie alle zwei Jahre in Zürich abzuhalten. In den ungeraden Jahren wird sie in verschiedenen europäischen Städten stattfinden. «Es wird ein bisschen wie der Eurovision Song Contest sein», scherzt Abrahams.

Im Jahr 2025 wurden mit dem Ig-Nobelpreis unter anderem Wissenschaftler ausgezeichnet, die Zebrastreifen auf Kühe gemalt hatten, um Fliegen fernzuhalten, oder die untersucht hatten, wie Alkoholkonsum beim Sprechen einer Fremdsprache helfen kann. (sda/afp)

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