Schweiz
Armee

Der Ständerat will die Armee auf Vordermann bringen

Armeeangehoerige waehrend der Nationalhymne bei einer Entlassungsinspektion in der Kaserne Reppischtal in Birmensdorf, am Mittwoch, 12. November 2025 in Birmensdorf. Vom Montag, 10. bis Freitag, 14. N ...
In der Schweizer Armee sollen wegen der herrschenden Unsicherheitslage Lücken geschlossen werden.Bild: KEYSTONE

Ständerat will die Armee auf Vordermann bringen – wer davon profitiert

Die kleine Kammer will bestehende und drohende Lücken in der Armee schliessen. Dafür will sie Altgediente zurückholen, Doppelbürger in die Pflicht nehmen und mehr Sold zahlen.
10.03.2026, 13:5210.03.2026, 15:33
Léonie Hagen
Léonie Hagen

Die Schweizer Armee soll der herrschenden Unsicherheitslage gerecht werden – soweit ist man sich in Bundesbern einig. Was das genau heisst, ist indes umstritten. Die Armee verfügt derzeit zwar über mehr Angehörige, als gesetzlich vorgesehen. Trotzdem sind aus den Wiederholungskursen Klagen zu hören, es fehle an Wehrleuten, um sinnvoll üben zu können.

Das soll sich nun ändern. Nach dem Nationalrat will nun auch der Ständerat ehemalige Armeeangehörige wieder zum Dienst zulassen, wenn diese das möchten. Das Anliegen, ursprünglich von einem Solothurner IT-Berater aufgebracht, wurde im National angenommen und von der Sicherheitskommission des Ständerats einstimmig unterstützt.

Das sei allerdings kein Freipass, sagte SP-Ständerätin Franziska Roth. Ursprünglich hatte der IT-Berater eine eigene Altgedienten-Truppe gefordert. Eine solche Heersklasse sei «staatspolitisch nicht tragbar», so Roth, und komme daher nicht infrage. Vielmehr sollen die motivierten Altgedienten die Lücken füllen, etwa als Kommandanten im Wiederholungskurs, oder in den Militärküchen.

Armee soll für Frauen attraktiver werden

Die Armee soll auch insgesamt verstärkt werden. So hat der Ständerat einem Vorstoss über die Wehrpflicht französisch-schweizerischer Doppelbürger ebenfalls grossmehrheitlich zugestimmt. Diese können sich bisher vom Militärdienst in der Schweiz befreien lassen, indem sie in Frankreich an einem einzelnen Sensibilisierungstag teilnehmen. Das soll nicht mehr möglich sein.

ukrainische frauen militär
Der Militärdienst soll für Frauen attraktiver werden.Bild: imago

Ausserdem soll das Weitermachen in der Armee für Frauen und Teilzeitarbeitende attraktiver gemacht werden. Die heutige Erwerbsersatzordnung orientiert sich am vorherigen Lohn. Sprich: Wer niederprozentig arbeitet, erhält deutlich weniger Geld. Das führe dazu, dass eine Teilzeit arbeitende Majorin mit Führungsverantwortung und 12-Stunden-Tagen gleich viel verdiene wie ein gewöhnlicher Rekrut an seinem ersten Tag, so der Motionär Marcel Dobler (FDP/SG). Diese Redaktion hatte über einen solchen Fall berichtet.

Die Lebensrealitäten hätten sich in den vergangenen 30 Jahren stark verändert, sagte auch Verteidigungsminister Martin Pfister. Nun müsse sich auch die Armee daran anpassen, wenn sie ihr Potenzial ausschöpfen wolle. Dafür brauche es neben einer Bindung der Dienstpflichtigen an die Armee und einer Flexibilisierung der Dienstpflicht auch eine bessere Vereinbarkeit von Dienst und Zivilleben.

Die entsprechenden Vorstösse wurden ohne Gegenanträge angenommen und gehen für die Umsetzung an den Bundesrat. (aargauerzeitung.ch)

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54 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Viva Svizzera
10.03.2026 16:09registriert März 2023
Die Armee auf Vordermann bringen? Dann sollte man:
-Das anvertraute Geld gezielt einsetzen, statt es für sinnlose Projekte zu verschwenden.
-Aufhören, Ausrüstung und Waffen in den USA zu kaufen. Die USA sind kein verlässlicher Partner mehr.
-Leerläufe und Doppelspurigkeiten in Abläufen konsequent eliminieren.
-Die Armee auf die Bedrohungen und das Schlachtfeld der Gegenwart und Zukunft ausrichten. Drohnen und Drohnenabwehrsysteme werden immer wichtiger. Ebenso braucht es dringend Investitionen in Cyberabwehr und Cyberangriffsfähigkeiten. Die Schweiz pennt in diesen Bereichen.
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Major Tupperware
10.03.2026 16:38registriert November 2019
"Das führe dazu, dass eine Teilzeit arbeitende Majorin mit Führungsverantwortung und 12-Stunden-Tagen gleich viel verdiene wie ein gewöhnlicher Rekrut an seinem ersten Tag, so der Motionär Marcel Dobler (FDP/SG)."

Lustig, jetzt wo eine Frau sich beschwert, stört es die Politik auf einmal.

Als typischer Rekrut ab Lehre oder Matura hat der Staat über Jahrzehnte ganz offiziell hunderttausende von zwangsrekrutierten Armeeangehörigen mit der minimalen EA abgespeist. Das Notabene auch bei einem 12h Tag und auch unabhängig ob Führungsposition oder nicht.
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ELMatador
10.03.2026 15:46registriert Februar 2020
Das nervt mich schon lange:

Wenn ich wegen Kinderbetreuung nur 60 % arbeite, bekomme ich im WK nur 80 % von diesen 60 % – also effektiv 48 % Lohn. Gleichzeitig bin ich von Sonntagabend bis Samstagmorgen komplett weg. Die 72 CHF pro Kind und Tag reichen bei weitem nicht, um den zusätzlichen Aufwand meiner Frau zu decken.

Gleiches Problem bei einer Pensumsreduktion fürs Studium: Im WK bin ich 24/7 fürs Militär im Einsatz und kann die „freie Zeit“ fürs Lernen gar nicht nutzen.

Darum: Während dem WK sollte man immer so entschädigt werden, als würde man 100 % arbeiten.
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