Schweiz
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Tenzin Tsokyi (links) und Kunga Chime (rechts) müssen die Schweiz verlassen, obwohl ihre Mutter Tenzin Damdul Tsang (Mitte) eine Aufnahmebewilligung hat. bild: chris iseli

Abgebrochene Ausschaffung: Tibetische Schwestern dürfen nun doch ein Asylgesuch stellen

Unerwartete Wende im Fall der beiden tibetischen Schwestern, deren Mutter in Ennetbaden lebt und die ausreisen mussten. Zur Ausschaffung kommt es nun doch nicht.



Vor einem Monat berichtete die «Schweiz am Sonntag» über den Fall zweier tibetischer Schwestern. Die 16- und 18-jährigen Frauen hätten Anfang Oktober nach Italien ausreisen müssen, obwohl ihre Mutter seit vier Jahren in der Schweiz lebt (seit einem Jahr in Ennetbaden) und den Status F («vorläufig aufgenommen») besitzt. Die Ausschaffung wurde aus medizinischen Gründen abgebrochen.

Nun steht fest: Die Schwestern können in der Schweiz ein Asylgesuch stellen. «Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut. Sie freuen sich, dass sie vorerst als Familie zusammenbleiben können», sagt Andriu Deflorin von der Unterstützergruppe, die sich in der Region Baden gebildet hat.

Viele Leute hätten ihre Hilfe angeboten, nachdem sie vom Schicksal der Tibeterinnen gehört hatten. «Das Hinschauen und das Begleiten durch hilfsbereite Personen waren in diesem Fall entscheidend – und ist in weiteren Fällen ebenfalls notwendig und nützlich.»

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hatte erst am Nichteintreten auf ihr Asylgesuch festgehalten, obwohl es die chinesische Staatsbürgerschaft der Mutter, die sich in Tibet für einen unabhängigen Staat engagierte, anerkennt. Das Bundesverwaltungsgericht wies die Beschwerde dagegen ab.

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH hatte wiederholt die Überstellungspraxis der Schweiz kritisiert. In einem Bericht, den sie nach einer erneuten Abklärungsreise im März verfasste, schreibt sie: «Viele Übernahmeersuchen an Italien werden zu Unrecht gestellt und dienen eher migrationspolitischen Zwecken als einer echten Anwendung der Verordnung.»  (aargauerzeitung.ch)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Scott 07.11.2016 19:08
    Highlight Highlight Wovor müssen denn jetzt auch noch die Tibeter flüchten?

    Etwa vor der kulturellen Bereicherung durch die Chinesen?
    • lilie 08.11.2016 08:20
      Highlight Highlight @Scott: Steht doch: Es reicht, an einer friedlichen Demonstration teilzunehmen, und schon drohen Gefängnis Folter und selbst die Inhaftierung völlig unbeteilgter Familienmitglieder.

      Siehe auch hier: http://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/551bf3e8ab5c37df4800048d
    • lilie 08.11.2016 08:23
      Highlight Highlight @Scott: Und ausserdem: Welche kulturelle Bereicherung? Die tibetische Kultur ist weitaus reicher als der seelenlose Turbokapitalismus des kommunistischen Chinas. Doch die tibetische Kultur wird systematisch unterdrückt und nach und nach ausgelöscht.

      Noch nicht mal vom wirtschaftlichen Aufschwung können die Tibeter profitieren, da sie als Menschen zweiter Klasse gelten und von chinesischen Zuzügern vedrängt werden sollen.
    • Scott 08.11.2016 12:00
      Highlight Highlight @lilie: Ersetzen Sie doch einmal in ihrem Kommentar die Wörter Tibet durch Schweiz und China durch Europa/EU.

      Na dämmert's?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Monti_Gh 07.11.2016 16:34
    Highlight Highlight Es gibt noch Hoffnung auf dieser Welt.
    Danke für Good-News Watson!
  • Kookaburra 07.11.2016 16:30
    Highlight Highlight Also unerwartet ist das nicht. Das schweizer (Asyl)gesetz lässt sich durch Lobbyaufwand schon seit Jahrzehnten beliebig dehnen...

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