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Turkey's President Recep Tayyip Erdogan addresses his guests before an Iftar dinner to break the day's fasting during the Muslim holy month of Ramadan, in Ankara, Turkey, Wednesday, June 20, 2017. (Presidential Press Service, Pool photo via AP)

Die Behörden gingen Vorwürfen nach, wonach ein Basler Polizist interne Angaben an regierungsnahe türkische Kreise abgegeben haben soll. Bild: AP/Pool Presidential Press Service

«Brisanz unterschätzt»: Basler Polizei handelte zu wenig gegen Pro-Erdogan-Aktivitäten



Die Leitung der Kantonspolizei Basel-Stadt hat auf Hinweise des Nachrichtendienstes wegen Pro-Erdogan-Aktivitäten eines Polizeimitarbeiters nur teilweise richtig reagiert. Zu diesem Schluss kommt ein von der Polizei in Auftrag gegebener unabhängiger Untersuchungsbericht.

Die Kantonspolizei hat gemäss dem Untersuchungsbericht zwar gehandelt, dabei aber Hindernisse zu wenig hinterfragt, heisst es in einer Medienmitteilung des Justiz- und Sicherheitsdepartements (JSD) Basel-Stadt vom Donnerstag. Mit der Untersuchung war der Zürcher Staatsrechtsprofessor Felix Uhlmann beauftragt worden.

Aus Sicht Uhlmanns hat die Polizeileitung zwar den personal- und den datenschutzrechtlichen Handlungsbedarf erkannt. Sie habe es jedoch unterlassen, auftauchende datenschutzrechtliche Probleme zu lösen und übergeordnete Vorgaben zu hinterfragen. Die Polizei habe die Brisanz der Vorwürfe und den Handlungsbedarf «möglicherweise unterschätzt».

Erdogan-freundliche Präsenz im Internet hatte einen Mitarbeiter der Kantonspolizei, der als Sicherheitsassistent beim Verkehrsdienst arbeitet, im Spätsommer 2016 ins Visier des Nachrichtendiensts gerückt: Aufgefallen war er dem der Staatsanwaltschaft angegliederten kantonalen Nachrichtendienst (KND) und dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB).

Konkrete Anhaltspunkte für Spionage bestanden damals jedoch nicht. Der NDB liess aber via KND die Leitung der Basler Kantonspolizei informieren. Diese nahm dann laut JSD eine «grössere Auslegeordnung» vor, verzichtete aber aufgrund der Fakten- und Rechtslage auf weitergehende Abklärungen oder Massnahmen.

ZUR EIDGENOESSISCHEN ABSTIMMUNG UEBER DEN NACHRICHTENDIENST (NACHRICHTENDIENSTGESETZ) VOM SONNTAG, 25. SEPTEMBER 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Sitz des Departements fuer Verteidigung, Bevoelkerungsschutz und Sport, VBS, in dem sich auch der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) befindet, am Donnerstag 2. Oktober 2014 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Der Nachrichtendienst des Bundes fasste die Erdogan-freundliche Präsenz im Internet des Polizeimitarbeiters bereits 2016 ins Visier.  Bild: KEYSTONE

Datenschutzrechtliche Hürden

Bemühungen der Kantonspolizei im Herbst 2016, sich Zugang zum Verlauf der Datenbankabfragen des Polizeimitarbeiters zu verschaffen, waren gemäss Bericht an datenschutzrechtlichen Hürden gescheitert. Andererseits habe sich der KND gegenüber der Polizeileitung dahingehend geäussert, dass auf eine präventive Ansprache des Mitarbeiters zu verzichten sei.

Uhlmann kritisiert nun, dass die Kantonspolizei die Vorgabe des KND des Kontaktverbots zu keinem Zeitpunkt hinterfragt oder thematisiert habe. Auch habe sie nicht versucht, unter Beibezug des Datenschutzbeauftragten oder des Departementvorstehers die datenschutzrechtlichen Probleme zu lösen.

Im April 2017 nahm die Basler Staatsanwaltschaft Untersuchungen gegen den Polizeimitarbeiter auf. Bei weiteren Abklärungen war die Kantonspolizei auf Datenbankanfragen des Sicherheitsassistenten gestossen, die «mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in dienstlichem Zusammenhang erfolgt» waren.

Auslöser für die erneuten internen Abklärungen war ein Medienvorwurf der Weitergabe von Daten regimekritischer Türken. Der Mitarbeiter wurde in der Folge freigestellt. Das Vorgehen der Kantonspolizei im April zeigt gemäss Uhlmann, dass ein früheres Einschreiten angezeigt, auch wenn ein Erfolg nicht garantiert gewesen wäre. (sda)

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ein Freigeist 22.06.2017 13:29
    Highlight Highlight Das spricht für die Polizei. Bis das Gegenteil bewiesen ist, gilt die Unschuldsvermutung. Die Datenbankzugriffe wurden später bemerkt und nun wird alles korrekt untersucht.
  • Töfflifahrer 22.06.2017 11:03
    Highlight Highlight Ist es denn nicht eher so, dass wenn jemand Anordnungen und Weisungen von Oben hinterfragt, den Job rech schnell los ist? Das jedenfalls ist meine Erfahrung.
    Allerdings müsste das Polizeikommando wissen, dass die Nachrichtendienste das Einschreiten selten befürworten, da diese ja hoffen durch diese Personen an weitere Informationen zu gelangen.
    Also hat die Polizeit einfach mal den Schwarzen Peter.

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