Eigentlich hätte die Saison der Brienz Rothorn Bahn bis am 20. Oktober 2024 gedauert. Nun muss der Betrieb wegen Unwetterschäden frühzeitig eingestellt werden. «In der Geschichte der Brienz Rothorn Bahn gab es noch nie ein solch gravierendes Ereignis», sagte der Verwaltungsrats-Präsident Peter Flück an der Medienkonferenz am Freitagnachmittag.
Die Schäden seien enorm, das ergab eine Begehung der einzelnen Schadenstellen mit Christoph Imfeld, dem technischen Kaufmann Infrastruktur der Brienz Rothorn Bahn (BRB) und zwei Ingenieuren. Diese Schäden wurden laut den Verantwortlichen am Mittwoch aufgenommen.
Die Schadensbehebung werde aufwendig und benötige viel Zeit. «Wir wollen kein Flickwerk. Wir wollen die Qualität der Erbauer erhalten», sagte VR-Präsident Flück. Deshalb beschloss der Verwaltungsrat, den Betrieb per sofort einzustellen. «Nur so können die Arbeiten in der geforderten Qualität und möglichst schnell ausgeführt werden».
Von Schäden betroffen sei eine Strecke von 2,2 Kilometern. «Diese weist starke strukturelle Schäden am Trassee, dem Steinbett-Fundament und an der Entwässerung auf. Ausserdem ist der Schotter auf einer Länge von 1,4 Kilometer verunreinigt.» Der Grund dafür ist laut dem Gesamtprojektleiter Roger Flückiger, dass sich das Regenwasser im Bahntrassee gesammelt hat und dieses in einen Wildbach verwandelte. Ausserdem gab es kleinere Hangrutsche und Erdausspülungen sowie Geröllaufschüttungen unterhalb und oberhalb des Trassees.
Die aktuellen Erkenntnisse zeigen zusätzlich zu den Trasseeschäden sechs weitere lokale Schadenstellen bei Bachdurchlässen und Hangrutsche, die für einen ungefährdeten Betrieb gesichert werden müssen. Der grösste Teil der Beton-Kunstbauten (Brücken, Durchlässe) sei hingegen in einem guten Zustand.
Die Arbeiten werden sehr aufwendig sein, da die beschädigten Stellen nur schwer zugänglich sind. «Die Instandstellungsarbeiten werden mehrere Monate in Anspruch nehmen», so Roger Flückiger.
Es seien auch zusätzliche Schadensermittlungen und -erhebungen nötig, so König. «Und bei all diesen Arbeiten steht die Sicherheit an erster Stelle.»
Im Moment gehen die BRB-Verantwortlichen davon aus, dass die Wiederherstellung Kosten von 5 Millionen Franken verursachen wird. Schäden am Unterbau und an Geleisen können nicht versichert werden. «Für den Betriebsausfall haben wir hingegen eine Versicherung», sagte Flück.
Die Verantwortlichen der Brienz Rothorn Bahn können bei der Bevölkerung auf eine grosse Solidarität zählen. So haben Private erste Hilfeleistungen schon zugesagt. Wie weit allenfalls Beiträge von Bund und Kanton erwartet werden können, ist noch offen. Weiter ist die BRB daran, einen Spendenaufruf vorzubereiten.
Des Weiteren ist ein sinnvoller Betrieb des Berghauses Rothorn Kulm wegen der Schliessung der Bahn nicht mehr möglich. Deshalb hat sich der Verwaltungsrat dazu entschieden, das Berghaus ebenfalls zu schliessen.
Für Saisonmitarbeitende im Berghaus und bei der Bahn, welche von der Schliessung betroffen sind, werden in gegenseitiger Absprache Lösungen gesucht.
Gäste, die für die kommende Zeit Reservierungen für eine Fahrt mit der BRB oder im Berghaus Rothorn Kulm vorgenommen haben, werden nächste Woche persönlich informiert. Sie erhalten alle notwendigen Informationen zur Rückerstattung. Die Gäste werden um Verständnis und Geduld gebeten, während die nötigen organisatorischen Schritte eingeleitet werden. (baerntoday.ch)
Ach ja: Klimaschutz ist zu teuer!