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Berner Gemeinden müssen 1200 Asyl-Plätze zur Verfügung stellen

Berner Gemeinden müssen 1200 Asyl-Plätze zur Verfügung stellen

11.08.2023, 15:5512.08.2023, 16:18
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Die bernischen Gemeinden müssen bis Ende September 1200 Plätze für Schutz- und Asylsuchende zur Verfügung stellen. Das teilte die bernische Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) am Freitag mit.

Ein Asylanten-Ehepaar aus Aethiopien bezieht ihr Zimmer im neuen Asylzentrum, am Freitag, 31. Oktober 2014, in Schafhausen im Emmental. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Ein Asylanten-Ehepaar aus Äthiopien (Symbolbild).Bild: KEYSTONE

Wo genau die zusätzlichen Plätze geschaffen werden, ist noch offen. Betroffen sind sechs der zehn Verwaltungskreise. Der Kanton beauftragte die zuständigen Regierungsstatthalter damit, geeignete Unterkünfte zu finden.

Die zu schaffenden Plätze würden proportional zur Bevölkerungsgrösse auf die Verwaltungskreise aufgeteilt, hielt die GSI fest. Bei der Verteilung würden auch die bereits vorhandenen Plätze in den jeweiligen Kreisen berücksichtigt.

Der Berner Jura sowie das Emmental, Frutigen-Niedersimmental und Interlaken-Oberhasli seien daher vorläufig ausgenommen. In den anderen Verwaltungskreisen seien je 50 bis 300 Plätze zu schaffen.

«Markt ausgeschöpft»

Seit Frühjahr 2022 habe der Kanton rund 30 neue Kollektivunterkünfte mit einer Kapazität von 3500 Plätzen in Betrieb genommen, hielt die GSI fest. Der Liegenschaftsmarkt für Objekte, die sich als Kollektivunterkunft eignen, sei nun grösstenteils ausgeschöpft.

Gemäss Gesetz können die Statthalter einzelne Gemeinden anweisen, Unterbringungsplätze zur Verfügung zu stellen. Gestützt auf den Regierungsratsbeschluss von Anfang Juli können Gemeinden für maximal zwei Jahre verpflichtet werden, kurzfristig verfügbare und geeignete Plätze zur Verfügung zu stellen.

Der Kanton rief die Bevölkerung auf, geeignete Objekte den zuständigen Regierungsstatthalterämtern zu melden. Dabei gehe es um Gebäude mit einer Kapazität ab 80 Personen, die ohne grosse Umbauarbeiten kurzfristig verfügbar seien.

Notunterkünfte in Zivilschutzanlagen

Bereits letzte Woche hatte die GSI entschieden, mehrere Notunterkünfte vorzubereiten. Sie will so sicherstellen, dass die dem Kanton Bern zugewiesenen Flüchtlinge mit Schutzstatus S und reguläre Asylsuchende weiterhin untergebracht werden können.

Wie am Freitag bekannt wurde, werden in Burgdorf, Bern, Tramelan und Köniz je rund 100 Plätze in Zivilschutzanlagen vorbereitet. Die Notunterkünfte würden möglichst mit Einzelpersonen belegt, damit oberirdische Platzreserven für Familien geschaffen werden könnten.

In Köniz ist die Zivilschutzanlage Bodengässli in Niederscherli vorgesehen, wie die Gemeinde mitteilte. Sie soll ab Mitte Oktober als Notunterkunft genutzt werden. Das war bereits einmal während der Flüchtlingskrise 2015 der Fall.

Gemäss Angaben aus der vergangenen Woche sind im Kanton Bern zurzeit insgesamt 42 Kollektivunterkünfte in Betrieb - 6 für Schutzsuchende, 22 für reguläre Asylsuchende und 14 für unbegleitete Minderjährige. Anfang August wurden im Kanton Bern 7801 Schutzsuchende, 6157 reguläre Asylsuchende und 507 unbegleitete Minderjährige betreut. (sda)

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10 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mavic
11.08.2023 19:30registriert Juli 2023
Angenommen es kommen in den nächsten Monaten noch mehr Flüchtlinge und immer noch mehr? Wie genau soll das weitergehen?
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«Ohne Ehemann wäre bei mir Altersarmut vorprogrammiert»
Seit Jahren ist Kerstin M. im Detailhandel tägig, wo grossmehrheitlich Frauen für einen tiefen Lohn arbeiten. Ihre Geschichte zeigt, warum Frauen viel schneller in der Altersarmut landen können.

Kerstin M. fährt jeweils mit dem Elektrovelo zur Arbeit. Ausser im Winter, dann nimmt sie den Bus. Ein Auto hat weder sie noch ihr Ehemann. Aus Spargründen.

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