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Bewaffnete Überfälle auf Juweliere sind sprunghaft angestiegen – Polizei rätselt warum

[Stockbild] Pedestrian. Fussgaenger. Watches. Uhren. Jewelry. Juwelier. Schmuck. Shop. Boutique. Beyer. City. Stadt. Zurich. Zuerich. Switzerland. Schweiz. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Juweliere an der Bahnhofstrasse in Zürich. Bild: KEYSTONE

Bewaffnete Überfälle auf Juweliere sind sprunghaft angestiegen – Polizei rätselt warum

05.11.2017, 12:4405.11.2017, 12:56

In der Schweiz sind in diesem Jahr die bewaffneten Raubüberfälle auf Juweliere sprunghaft angestiegen. Bislang wurden bereits 22 Bijouterien überfallen. Im ganzen vergangenen Jahr waren es zwölf, 2015 waren es gar nur deren zehn.

Damit wurde in diesem Jahr im Schnitt jede zweite Woche eine Bijouterie in der Schweiz überfallen. Das Bundesamt für Polizei (fedpol) bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda eine entsprechende Meldung des «Sonntags-Blicks».

Überfälle auf Schmuck- und Uhrengeschäfte werden beim Bund erfasst, weil die Ermittlungen meistens eine interkantonale und internationale Komponente haben, wie fedpol-Sprecherin Lulzana Musliu sagte.

Da auch in der EU die Raubüberfälle auf Juweliere zugenommen haben, hat die europäische Polizeibehörde Europol das Projekt «Diamond» ins Leben gerufen, um diese Form der Kriminalität besser zu bekämpfen. Die Schweiz sei daran beteiligt, sagte Musliu.

In der Schweiz läuft zudem das nationale Projekt «Armed Jewel Robbery», dass sich auf die Juwelenräuber konzentriert. Damit unterstütze das fedpol die Strafverfolger der Kantone. «Wir leiten ihnen neue Erkenntnisse und Hinweise aus dem Ausland weiter», sagte die fedpol-Sprecherin.

Gefahr für Angestellte und Kunden

Zuletzt hatten vor zehn Tagen zwei Räuber an der Zürcher Bahnhofstrasse die Bijouterie «Bucherer» überfallen und zahlreiche teure Uhren gestohlen. Die Täter hatten das Personal mit Faustfeuerwaffen bedroht. Die Stadtpolizei konnte einen der Täter verhaften. Er trug Diebesgut im Wert von über 100'000 Franken bei sich.

Im September hatten zwei bewaffnete Räuber die Bijouterie «Gübelin» am Luzerner Schwanenplatz überfallen und Uhren, Schmuck und Bargeld erbeutet. Eine Person wurde dabei verletzt.

In Genf gelang es im Februar einem Räuber, einen ganzen Koffer mit Schmuck zu füllen. Der Mann hatte mitten im Stadtzentrum ein Juweliergeschäft überfallen und die Verkäuferin gezwungen, den Safe zu öffnen. Darauf fesselte er die Frau und machte sich davon. Da es der Frau lange nicht gelang, sich nicht zu befreien, blieb der Überfall stundenlang unentdeckt.

Ebenfalls in Genf waren bei einem Raubüberfall auf ein Schmuckgeschäft mitten auf der noblen Seepromenade «Quai des Berges» an einem Samstagvormittag im Mai mehrere Schüsse abgegeben worden. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand. Die mutmasslichen Täter wurden verhaftet. Die Seepromenade, die normalerweise an einem Samstagmorgen überquillt, wurde von der Polizei komplett abgeriegelt. (sda)

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