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Sie war die erste in der  Schweiz, ihr Chef vielleicht der Zweite: Eine 90-Jährige wird im Kanton Luzern als erste Person der Schweiz geimpft.
Sie war die erste in der Schweiz, ihr Chef vielleicht der Zweite: Eine 90-Jährige wird im Kanton Luzern als erste Person der Schweiz geimpft. Bild: keystone

Warum sich die Geschäftsleitung eines Altersheims in Luzern gleich mitimpfen liess

In Luzern wird bereits seit dem 23. Dezember gegen Corona geimpft. Bisher nur in Pflegezentren. Im Entlebuch liess sich die Geschäftsleitung eines Pflegezentrums trotz viel zu weniger Dosen gleich mitimpfen. Das hat einen bestimmten Grund.
06.01.2021, 20:09

Am 4. Januar begann fast in der ganzen Schweiz die grösste Impfaktion in der Geschichte dieses Landes. Zumindest soll sie das dereinst werden – denn momentan gibt es hierzulande noch viel zu wenig Impfdosen.

Damit diese wenigen Impfdosen sinnvoll eingesetzt werden, hat das Bundesamt für Gesundheit einen Impfplan erstellt mit verschiedenen prioritär zu impfenden Gruppen. In Gruppe eins befinden sich Personen über 65 Jahre, wobei auch hier nochmals unterteilt wird: Zu aller erst sollen Personen über 75 geimpft werden.

Bild: watson

Ganz so klar sind die Regeln jedoch nicht. Im Kanton Luzern wurde zum Beispiel in einem Pflegeheim die gesamte Belegschaft – beziehungsweise alle, die sich freiwillig meldeten – geimpft. Inklusive Kader. Der Geschäftsführer des Heims war sogar der Erste, der die Spritze bekam. Auch die anderen zwei Mitglieder der Geschäftsleitung sind geimpft. Dies, obwohl sie nicht zur Risikogruppe gehören. Sie beteuern jedoch, dass auch sie regelmässigen Kontakt zu den Bewohnern haben.

All dies geschah mit dem Segen des Kantons. In Luzern ist der Verband Curaviva für die Impfung der Heime zuständig. Anmeldung, Distribution und das Impfen selbst läuft über Curaviva. «Die Heime können sich bei uns anmelden und gleich die benötigte Anzahl Impfdosen bestellen», bestätigt Nadja Rohrer, Pressesprecherin des Kantonalverbands Luzern. Bei der Bestellung dürfen auch Dosen für die Mitarbeiter mit einberechnet werden – also zum Beispiel auch für den Sekretär oder die Geschäftsführerin.

Möglich ist dies paradoxerweise genau wegen der begrenzten Verfügbarkeit des Vakzins. Denn neben der eigentlichen Impfstrategie hat das BAG auch noch eine zweite Prioritätenliste erstellt, für Zeiten, in denen der Impfstoff knapp ist. Dieser fällt etwas präziser aus und gibt vor, dass man Heime möglichst ganzheitlich impfen soll. Also sowohl Bewohnende wie auch Pflege- und Betreuungspersonal. Ob und wie Mitarbeitende, die nicht der Risikogruppe angehören und keinen grossen Kontakt mit den Bewohnern haben, hier miteingeschlossen sind, bleibt im Ermessensspielraum der Heime selbst.

Diese Regelung dürfte älteren Personen, die nicht in betreuten Heimen wohnen, vor den Kopf stossen. Denn momentan herrscht akuter Impfstoffmangel. Wie die «Luzerner Zeitung» schreibt, stehen bis jetzt nur wenige tausend Dosen des Vakzins von Pfizer und Biontech zur Verfügung. Bis Ende Januar sollen 15'000 Dosen geliefert werden können. Zum Vergleich: Der Kanton Luzern hat rund 21'000 Über-80-Jährige. Und rund 73'500 Personen über 65.

Die Telefone der Hausarztpraxen laufen heiss, doch die Interessenten müssen vertröstet werden. «Momentan ist einfach zu wenig Impfstoff vorhanden», sagt Ueli Zihlmann, Geschäftsführer der Ärztegesellschaft des Kantons Luzern.

Zumindest etwas Gutes hat das Fiasko: Die Impfbereitschaft in der Bevölkerung scheint grösser zu sein als bisher angenommen.

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So wird in Luzern geimpft

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So wird in Luzern geimpft
quelle: keystone / urs flueeler
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Was es mit einem Impfvideo ohne Nadel und Impfstoff auf sich hat

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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Architect
06.01.2021 20:37registriert Dezember 2016
ich finde dies absolut korrekt, als Vorbilder den Lead übernehmen und die PflegerInnen mit ins Boot nehmen. Genau in dieser Branche finden sich die meisten Impfgegner. Klar gibt's noch zuwenig Impfstoffe, aber dies sollte bald mit Moderna behoben sein, und zwar relativ zeitnah.
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Demetria
06.01.2021 21:51registriert März 2020
Naja, damit kann ich leben. Es hat ja auch eine gute Signalwirkung ans Personal, dass dieses nicht wie geargwöhnt als "Versuchskaninchen" dient, sondern die Teppichetage das Gleiche gespritz bekommt. Bei einem Altersheim macht es ja auch Sinn möglichst alle zu impfen die wollen um Bewohner zu schützen die man aus welchen Gründen auch immer nicht impfen kann. Da stört mich der Ausverkaufs-Wühltisch-Es-hätt-solangs-hätt aus Zürich mehr. Weiss der Himmel ob die Glücklichen auch wirklich nur schnell waren, oder ob nicht noch ein paar politische "Gefälligkeiten* darunter waren. Zuzutrauen wärs.
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Wurstbrot
07.01.2021 08:14registriert Juni 2018
Die GL geht mit gutem Beispiel voran. So muss das sein. Respekt. Es gibt in dieser Branche leider genug Impfgegner. In den Spitälern ist die Impfrate bei der Grippeimpfung oft unter 30%. Das muss sich ändern. Bei Pflegeheimen ist das genau so wichtig. Teilweise waren ganze Stockwerke in solchen Heimen infiziert. Das muss ändern und die Impfung ist der beste Weg dazu. Anscheinend klappts ja mit Schutzkonzepten nicht.
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