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Fake-Namen als Problem: Ein Drittel der Partygäste trickste im Zürcher Flamingo Club. symbolBild: shutterstock

Nach Superspreader-Event: «Covid-App wäre die beste Lösung für die Clubs»

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli droht wegen Fake-Gästelisten, die Clubs erneut zu schliessen. Damit es nicht so weit kommt, bringen Nachtleben-Vertreter eine vermeintlich simple Lösung ins Spiel.



Kaum eröffnet, steht das Nachtleben in der Schweiz bereits wieder auf der Kippe: Nach dem Superspreader-Event im Flamingo Club in Zürich droht die SVP-Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli, die Discos bei einem weiteren Vorfall zu schliessen.

Für Max Reichen, Präsident der Berner Bar- und Clubkommission (Buck), ist klar: Früher oder später habe man damit rechnen müssen, dass eine mit Corona infizierte Person in einen Club gehe. Das habe auch das BAG gewusst. Das Problem beim Flamingo Club: Ein Drittel der hinterlegten E-Mail-Adressen waren ein Fake, wie Rickli am Sonntag erklärte.

Für die Nachtlokale sei es ein Riesenaufwand, eine korrekte Kontaktliste mit allen Partygästen zu erstellen, so Reichen. «Die allermeisten Besucher sind zwar sehr gewissenhaft. Aber es gibt im Nachtleben immer Leute, die etwas zu motzen haben.» Oder eben falsche Angaben machten. «Aber bei offensichtlich falschen Namen sind die Club-Betreiber in der Pflicht, zu intervenieren.» Bei den Betreibern, bei denen Reichen nachgefragt hat, war das bei einem Gast der Fall.

«Die Covid-App weiss sogar, wer zu welchem Zeitpunkt im Club ist. Die Angaben sind darum viel genauer als jene auf der Gästeliste.»

Max Reichen

Für den Nachtleben-Kenner Reichen gibt es eine vergleichsweise simple Lösung, wie man sich den ganzen Papierkram mit den Gästelisten sparen könnte. Nämlich dass alle Disco-Besucher die Swisscovid-App vorweisen – oder eine Maske tragen müssten. «Die Covid-App weiss sogar, wer zu welchem Zeitpunkt mit einem Infizierten in Kontakt war. Die Angaben sind darum viel genauer als jene auf der Gästeliste.», so Reichen weiter.

Ob mit oder ohne App-Pflicht: In Zürich ist die Verunsicherung nach dem ersten Superspreader-Event spürbar: So wollen sich weder diverse angefragte Nachtlokale noch die Bar- und Clubkommission (BCK) zum weiteren Vorgehen äussern. Nachtleben-Vertreter treffen sich am Dienstag mit der Rickli-Direktion zu einer Krisensitzung. Erst danach wolle man wieder kommunizieren, heisst es seitens der BCK.

Offener sind die Betreiber des Berner Bierhübelis, wo am Samstag die erste grosse Party nach dem Lockdown gestiegen ist. Und zwar auf zwei abgetrennten Dancefloors à 300 Leute. «Das Regime hat gut funktioniert, ist aber sehr personalintensiv», sagt Geschäftsleiter Dave Naef. Am Samstagabend stand er selbst im Eingangsbereich. Man habe mittels Zwei-Schleusen-System bei allen Besuchern die ID überprüft und mit den registrierten Namen abgeglichen. «Die Leute sind es im Nachtleben gewohnt, ihren Ausweis zu zeigen. Das war kein Problem.»

Das Bedürfnis der Leute nach Nachtleben sei sehr gross. So sei bereits über die Hälfte der Tickets der Summerhits-Party vom nächsten Samstag abgesetzt.

App-Pflicht ist unmöglich

Eine App-Pflicht, respektive ein App-Zwang für Schweizer Clubbesucher, kommt aus juristischen Gründen nicht infrage. Es gibt ein vom Parlament genehmigtes, gesetzlich festgeschriebenes Diskriminierungs-Verbot. Das heisst, die Nutzung von SwissCovid ist absolut freiwillig und wird es definitiv bleiben. Wer dagegen verstösst, muss laut Epidemiengesetz mit einer Geldstrafe rechnen.
Abgesehen davon ist es über die SwissCovid-App technisch unmöglich, den Standort oder andere persönliche Informationen der Smartphone-User herauszufinden oder gar an Dritte weiterzugeben. Die App taugt nicht als Hilfsmittel für das klassische Contact Tracing wegen ihrer dezentralen Architektur (keine Erhebung sensitiver Daten) und wurde auch nie dafür konzipiert. (dsc)

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Falsche E-Mail-Adressen bei «Superspreader-Event» in Zürich

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