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Omikron-Welle hat Folgen: Wegen Personal-Engpässen ist das Luxushotel Steigenberger Davos derzeit zu.
Omikron-Welle hat Folgen: Wegen Personal-Engpässen ist das Luxushotel Steigenberger Davos derzeit zu. Bild: keystone

Omikron-Albtraum für Schweizer Hoteliers: «Können Betrieb nicht mehr aufrechterhalten»

Weil Omikron das Personal ausser Gefecht setzt, können sie den Betrieb nicht mehr stemmen: Immer mehr Hotels geraten ans Limit. In Davos schliesst nun ein erstes Luxushotel vorübergehend. Nun wird eine Forderung laut.
05.01.2022, 06:3806.01.2022, 07:49

Es ist der Albtraum für jeden Hotelier: Mitten in der Hochsaison muss das Fünfsternehotel Steigenberger «Grandhotel Belvédère» in Davos wegen Coronafällen temporär dichtmachen, Gäste mussten ausquartiert werden. «Wegen Quarantäne und Isolation ist innert wenigen Tagen ein Grossteil unseres Teams ausgefallen. Unter diesen Umständen ist es nicht mehr verantwortbar, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Wir könnten die hohe Qualität der Dienstleistungen nicht mehr gewährleisten», sagt Hoteldirektor Hans-Rudolf Rütti zu watson.

«Innert wenigen Tagen ist ein Grossteil unseres Personals ausgefallen.»
Hans-Rudolf Rütti, Steigenberger Davos
Hoteldirektor Hans-Rudolf Rütti hat derzeit wenig zu lachen.
Hoteldirektor Hans-Rudolf Rütti hat derzeit wenig zu lachen. Bild: zvg

Ob Reinigungspersonal, Köchinnen oder Réception: Es seien alle Bereiche betroffen. «Man kann nicht einfach das Frühstück zurückfahren, weil im Service Leute fehlen. Darum haben wir die Notbremse gezogen.» In den nächsten Tagen kehrten aber zum Glück viele Angestellte aus der Isolation zurück, da die Verläufe durchwegs milde seien. Rütti hofft, das Hotel mit seinen 126 Zimmern am 7. Januar bereits wieder öffnen zu können, wie er in einem Bericht der «Südostschweiz» bestätigt.

Réceptionistinnen müssen im Service aushelfen

Landauf, landab fallen wegen der Corona-Welle Tausende Angestellte aus. Der Omikron-Spuk hat im Viersternhaus Hotel Walther in Pontresina kurz vor Weihnachten begonnen. «Die Zahl der infizierten Mitarbeiter hat sich alle zwei Tage verdoppelt», sagt Gastgeber Thomas C. Walther. Inzwischen seien 20 von 100 Angestellten positiv getestet.

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Das Personal sei am Limit: Réceptionsangestellte müssten beispielsweise abends im Service aushelfen. «Wir stemmen das jetzt alle zusammen und trinken am Feierabend zusammen ein Bier. Die Krise schweisst zusammen», so der Inhaber. Ab Sonntag würden aber zwei von fünf Hotelrestaurants geschlossen, um den Angestellten Luft zu verschaffen. Dann sei der grösste Ansturm nach den Weihnachtstagen ohnehin vorbei.

Im Hotel Walther in Pontresina wurden 20 Angestellte positiv auf Corona getestet.
Im Hotel Walther in Pontresina wurden 20 Angestellte positiv auf Corona getestet. bild: zvg

Die allermeisten der positiv getesteten Personen seien glücklicherweise symptomfrei. «Sie sind nun eingesperrt, obschon sie sich kerngesund fühlen. Das ist keine einfache Situation», so Walther. Er hoffe, dass die Isolationszeit wegen der milderen Omikron-Verläufe bald verkürzt werde.

Gäste sind verunsichert

«Derzeit bringt jeder Tag neue Überraschungen. Wir müssen ständig umdisponieren», sagt Andreas Züllig, Präsident von HotellerieSuisse und Gastgeber des Schweizerhofs in der Lenzerheide. In seinem Betrieb seien wegen Corona zehn Personen ausgefallen. Man könne zum Glück auf einheimische Aushilfen zurückgreifen. «Eine Schliessung des Betriebes ist Ultima Ratio und bei uns kein Thema», so Züllig. Ihm seien neben dem Steigenberger Davos keine Hotels bekannt, die wegen Corona eine Zwangspause hätten einlegen müssen.

«Jeder Tag bringt neue Überraschungen. Wir müssen ständig umdisponieren.»
Andreas Züllig, Schweizerhof Lenzerheide

Die Gäste seien zwar wegen der diffusen Corona-Lage verunsichert und würden oft kurzfristig buchen. Dennoch sei das Geschäft über die Festtage in den Wintersportorten sehr gut gelaufen. «Es sind viele Deutsche, Holländer und Briten angereist. Der Buchungsstand für Februar liegt aktuell auf dem Niveau eines normalen Winters», sagt Züllig weiter.

Holländer und Deutsche stürmen in die Schweiz

Die Schweizer Tourismusbranche zieht insgesamt ein positives erstes Fazit aus den Feiertagen. Vor allem in den Berggebieten seien die Unterkünfte über Weihnachten und Neujahr gut gefüllt gewesen, wie eine «Pulsmessung» des Branchenverbandes Schweiz Tourismus vom Dienstag zeigt.

Im Vergleich zum Vorjahr hätten die Buchungen von Gästen aus dem Ausland wieder um 10 bis 15 Prozent zugenommen. Das sei zwar weniger als erhofft, aber immerhin würden damit schon rund 90 Prozent des Vorkrisen-Wertes von 2019 erreicht.

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