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Pfizer/BionTech-Impfdosen länger haltbar: Jetzt hoffen Kantone

FILE - In this file photo dated Saturday, May 15, 2021, empty vials of the Pfizer-BioNTech COVID-19 vaccine lie in a box during a vaccine campaign at the Vaccine Village in Ebersberg near Munich, Germ ...
Swissmedic hat das Gesuch des Impfstoffherstellers Pfizer/BionTech gutgeheissen und die Haltbarkeit von «Comirnaty» um drei Monate verlängert.Bild: keystone

Pfizer/BionTech-Impfdosen länger haltbar: Jetzt hoffen Kantone

Swissmedic hat die Haltbarkeit des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech von neun auf zwölf Monate verlängert. Die Kantone hoffen nun, dass andere Hersteller nachziehen können.
13.04.2022, 17:2114.04.2022, 12:17
Vanessa Hann
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Die Corona-Impfstoffe «Comirnaty» von Pfizer/Biontech sind neu ein Jahr lang haltbar. Swissmedic hat das Gesuch des Impfstoffherstellers gutgeheissen und die Haltbarkeit um drei Monate verlängert. Das teilte das Heilmittelinstitut am Dienstag mit. Besonders die Kantone dürfte das aufatmen lassen: Sie hoffen jetzt, dass andere Hersteller nachziehen können. Sonst droht ein Abfallberg an Impfdosen.

Kürzlich wurde durch die «Aargauer Zeitung» bekannt, dass rund 400'000 Impfdosen im Lager der Armeeapotheke dem Abfalleimer geweiht sind. Diese Impfdosen würden im zweiten Quartal 2022 verfallen und müssten entsorgt werden. Auch der Kanton Aargau hat noch etwa 9000 Dosen vorrätig, von denen bis im Juni sicher nicht mehr alle gebraucht werden. Im Kanton Bern verfallen rund 11'000 Impfdosen und werden entsorgt.

2011: Bund musste 3,4 Millionen Impfdosen zerstören

Dieses Szenario erinnert an die Schweinegrippe Ende 2011. Der Bund musste damals 3,4 Millionen ungebrauchte Impfdosen im Wert von 56,4 Millionen Franken zerstören. Hinzu kamen die Kosten für die Vernichtung von rund 200'000 Franken.

Einige Kantone fürchten sich allerdings nicht vor einem Déjà-vu. So Graubünden, wo man zurzeit über 15'000 Corona-Impfdosen vorrätig hat. Der Grund für die Entspanntheit ist zum einen die verlängerte Laufzeit für «Comirnaty», heisst es auf Anfrage. «Zum anderen wird auch bei Moderna eine Verlängerung erwartet. Wir rechnen damit, dass die Impfnachfrage gegen Herbst wieder zunimmt. Aus diesem Grund gehen wir davon aus, dass wir kaum Impfstoff entsorgen müssen bis Ende Jahr.»

Anträge bei Swissmedic hängig

Moderna hat bereits einmal erreicht, dass ihr Covid-19-Impfstoff länger haltbar ist. Im Januar 2022 hat der Konzern bekannt gegeben, dass die Haltbarkeit der tiefgefrorenen Durchstechflaschen um zwei Monate verlängert wurde: von sieben auf neun. Nun sind weitere Anträge bei Swissmedics hängig.

Das Lager an vorigen Impfdosen ist derzeit gross. Gleichzeitig lassen sich täglich immer weniger Menschen impfen. 80 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz sind geimpft, pro Woche gibt es nur noch knapp 1000 Impfungen.

Anzahl der erhaltenen Impfdosen.
Anzahl der erhaltenen Impfdosen.Quelle: bag, stand: 12.04.2022
Anzahl der verabreichten Impfdosen.
Anzahl der verabreichten Impfdosen.quelle: bag, stand: 12.04.2022

Für das laufende Jahr stehen der Schweiz rund 34 Millionen Impfdosen zur Verfügung, 20 Millionen für das erste Halbjahr, 14 Millionen Dosen für die zweite Jahreshälfte. Sollte die Schweiz nicht alles benötigen, sollte ein Teil bis Mitte dieses Jahres an andere Länder weitergegeben werden.

Einmal abgelaufene Impfstoffe müssen vernichtet werden. Dem Bundesamt für Umwelt zufolge sind die Entsorgungskosten jedoch relativ gering: Sie belaufen sich auf CHF 1 pro Kilogramm.

Wie viele der vorhandenen Impfdosen wie lange haltbar sind, ist nicht ersichtlich. Klar ist nur: Einmal beim Bund bestellt, müssen die Kantone schauen, dass sie verimpft werden. Laufen die Impfstoffe ab, müssen sie sich um die Entsorgung kümmern. Zurückgeben können sie nichts. Deshalb haben viele Kantone keine Impfungen auf Vorrat, sondern bestellen erst auf Anfrage aus der Bevölkerung. Die dürfte im Herbst wieder zunehmen.

Mit Material der sda.

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