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Eine Frau mit Maske wartet in Stockholm auf den Bus, 25. Juni.
Eine Frau mit Maske wartet in Stockholm auf den Bus, 25. Juni.Bild: keystone

Diese 3 Studien sprechen für die Maskenpflicht

Die Maskenpflicht für den ÖV ist Tatsache. Aber wie wirksam sind eigentlich Schutzmasken? Diese drei Studien belegen die Wirksamkeit.
01.07.2020, 10:3701.07.2020, 15:29

Das sagt die Schweizer Task Force

Die Science Task Force des Bundes veröffentlichte am Montag einen neuen Bericht. Das Dokument diskutiert Strategien, um auf einen möglichen Anstieg der Corona-Infektionen in der Schweiz zu reagieren. Hier geht's zum Link.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Unter Punkt 3) werden eine Reihe von Massnahmen diskutiert, die bei einem weiteren Anstieg der Fälle empfohlen werden. Zum Thema Schutzmasken werden folgende Punkte festgehalten:

  • Gemäss einer Metaanalyse der WHO reduziert das Tragen von Schutzmasken die Übertragungsraten in der Öffentlichkeit um bis zu 80 Prozent.
  • Masken können bis zu einem gewissen Grad auch den Träger schützen.

Allerdings bleibt zu beachten, dass eine Schutzmaske nicht automatisch vor einer Infizierung schützt. Die WHO betont, dass ein Mund- und Nasenschutz nur dann nützlich sei, wenn sie korrekt und in Kombination mit anderen Schutzmassnahmen gebraucht werde.

Berner Regierung diskutiert am Mittwoch ÖV-Maskenpflicht
Die Berner Kantonsregierung wird an ihrer wöchentlichen Sitzung vom Mittwoch eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr (öV) diskutieren. Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) wird einen entsprechenden Antrag einbringen.

Studie aus den USA

Eine Studie aus den USA zeigt ebenfalls deutliche Resultate. Die Forscher Wei Lyu und George L. Wehby untersuchten die unterschiedlichen Vorschriften der 50 Bundesstaaten bezüglich Maskenpflicht. Dann verglichen sie die Infektionsraten zwischen Anfang April und Ende Mai und kalkulierten den Effekt der Schutzmasken.

In Harlem, New York, gab es im April eine Maskenpflicht.
In Harlem, New York, gab es im April eine Maskenpflicht. Bild: AP

Die Ergebnisse waren klar: In den 15 Staaten mit Maskenpflicht verhinderte das Maskentragen laut Forschern bis zu 450'000 Neuinfektionen.

Hier geht's zur Studie.

Studie aus Jena

Eine Studie von Wissenschaftlern aus Deutschland und Dänemark, die bisher jedoch nur als Diskussionspapier vorliegt, hat die Schutzwirkung von Atemmasken gegen SARS-CoV-2 bestätigt. Das Forscherteam um den Wirtschaftswissenschaftler Klaus Wälde von der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz verglich die Entwicklung der Corona-Infektionen in Jena mit jener in anderen Städten.

Ab dem 7. April gab es in Jena eine Maskenpflicht.
Ab dem 7. April gab es in Jena eine Maskenpflicht.Bild: AP

Jena hatte als erste grössere deutsche Stadt schon ab dem 6. April eine Maskenpflicht beim Einkaufen und im lokalen ÖV verhängt. Die Zahl der Neuinfektionen ging danach markant zurück und sank später nahezu auf null. Die Wissenschaftler konnten ermitteln, dass dieser Rückgang tatsächlich eine Folge der Maskenpflicht war. Sie hatten nach anderen Städten und Landkreisen gesucht, deren Bevölkerungsstruktur und medizinische Infrastruktur hinreichend vergleichbar war und die eine ähnliche Entwicklung der Fallzahlen aufwiesen wie Jena vor Einführung der Maskenpflicht. Aus den Infektionszahlen dieser Orte errechneten sie einen Durchschnitt – sie stellten eine Art «synthetisches Jena» zusammen, das aber im Gegensatz zur realen Stadt die Maskenpflicht erst später eingeführt hatte, wie Wälde erklärt.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Gesamtzahl der in Jena registrierten Covid-19-Fälle in den 20 Tagen nach Einführung der Maskenpflicht von 142 auf 158 anstieg, im Vergleichsmodell indes von 143 auf 205. Der Anstieg der Fallzahlen im Vergleichsmodell war damit fast viermal so gross wie in Jena. Die Forscher bezeichnen dies als «signifikante Kluft». Sie wollen nun die Frage klären, welche spezifische Anti-Corona-Massnahme am meisten zu diesem Effekt beigetragen hat.

Hier geht's zum Diskussionspapier.

(jaw/dhr)

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quelle: reddit
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110 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Uno
01.07.2020 10:53registriert Oktober 2019
Man kann ja noch ein paar Wochen diskutieren oder eine langjährige Studie machen. Währenddessen, lese ich täglich, wie in der Stadt Zürich das Virus herumgeht und trage, als gefühlt Einziger, eine Maske im vollgestopften Tram und gebe, als gefühlt Einziger, Niemanden die Hand zur Begrüssung.
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maylander
01.07.2020 10:54registriert September 2018
1. Hatte Herr Koch vehement gegen die Maskenpflicht gekämpft. Dadurch gab es auch in der schlimmsten Lockdown Zeit nur wenige Maskenträger. Teilweise wurde man sogar angefeindet, weil man Hebammen die Masken verbraucht. (Dafür war die Maske für Medizinisches Personal ungeeignet, da abgelaufene Staubschutzmaske)

2. Hatte Koch im Nachhinein Recht, die Absteckungen gingen auch ohne Masken zurück.

3. Hätte man die Lockerungen mit einer Maskenpflicht verbinden müssen. Nicht zuerst Lockern und dann die Maskenpflicht einführen.
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7immi
01.07.2020 11:20registriert April 2014
Der Fokus auf die Masken, auch schon zu Beginn der Krise, finde ich etwas fragwürdig. Man kann die Superspreader-Events gut lokalisieren und sollte nun die Lehren daraus ziehen. Das würde heissen, die Clubs zu schliessen. Nun mit der Maskenpflicht abzulenken erachte ich als falsch... Ich gehe derzeit deutlich später arbeiten und bin fast alleine im Wagon, eine Maskenpflicht in meinem Fall wäre falsch und ressourcenverschwendung, während es in einer S12 zwischen Winterthur und Zürich durchaus sinnvoll ist.
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