«Ich brauchte Unterstützung»: Mathias Reynard erzählt
Der Präsident der Walliser Regierung sprach mit Blick, mehr als einen Monat nach dem schrecklichen Unglück, das den Ferienort Crans-Montana heimgesucht hatte, 41 Menschen das Leben kostete und 115 Verletzte forderte.
Bei der Gedenkfeier am 9. Januar in Martigny hatte Mathias Reynard mit seiner tiefgründigen und treffenden Rede, getragen von der feierlichen Stille einer geschockten Nation, das ganze Land tief bewegt.
Seitdem setzen sich er und seine Regierung mit ganzer Kraft dafür ein, den Opfern dieser Tragödie beizustehen. Sie haben gerade zehn Millionen Franken für eine unabhängige Stiftung freigegeben, die die von der Katastrophe betroffenen Angehörigen unterstützen soll.
Die ersten Momente nach der Tragödie?
Mathias Reynard: «Ich bin nicht aufgewacht, weil ich nicht schlafen gegangen bin.»
Waren Angehörige von der Tragödie betroffen?
«Ich habe telefoniert und Nachrichten geschrieben und fieberhaft auf die Antworten gewartet. (...) Ich brauchte Unterstützung, sonst hätte ich Mühe gehabt weiterzumachen. (...) Und ich denke, es ist wichtig, das zu sagen: Es ist keine Schande und kein Tabu, sich Unterstützung zu holen.»
Nach dem Brand sei es nicht einfach gewesen, die Familien zu treffen. Für Reynard «war es der schrecklichste Moment», da niemand eine Antwort hatte.
Für Blick erinnert er sich an seine Worte am nationalen Trauertag
«Ich habe versucht, das zu schreiben, was mir tief im Inneren lag. Und auch, um der Jugend ein wenig Hoffnung zu geben.»
Und die Medien in all dem?
Die Aggressivität gegenüber den Einsatzkräften und der Druck auf die Familien sind nicht akzeptabel. «Aber», so Reynard, «die überwältigende Mehrheit der Journalistinnen und Journalisten hat mit Respekt, Würde und Zurückhaltung berichtet.»
Die Schwächen der Untersuchung
Reynard kann nichts sagen, betont aber: «Die Gewaltenteilung ist in unserem Land sehr stark. Sie ist ein grundlegendes und konstituierendes Prinzip der Demokratien.» (...) «Wenn die Regierung anfangen würde, sich in die Untersuchung einzumischen und ihre Meinung zur Justiz abzugeben, wäre das ein schwerwiegender Fehler».
Nach Crans-Monana
«In unserem Land sollte man ausgehen und Spass haben können, ohne sich in Gefahr zu bringen. Was passiert ist, ist unerträglich.» (...) «Es muss eine wichtige Arbeit geleistet werden, damit man niemals vergisst.» (...) «Wir arbeiten an der Gründung einer Stiftung zur Unterstützung der Opfer und ihrer Angehörigen.»
(svp/fwa)
