Mathias Reynard holte nach Crans-Montana-Drama psychologische Hilfe
Der Walliser Regierungschef Mathias Reynard hat nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Sonst wäre es ihm schwergefallen, in seinem Amt weiterzumachen, sagte er zum Newsportal blick.ch.
Psychologische Unterstützung sei weder eine Schande noch ein Tabu, betonte der SP-Staatsratspräsident im Interview mit der Tageszeitung am Donnerstag. Es sei normal, in einer solchen Situation um Hilfe zu bitten. «Für mich war das eine Notwendigkeit.»
Weiter betonte Reynard, dass die Familien der Brandopfer für die Walliser Regierung stets die oberste Priorität hatten und haben. Deshalb sei auch die Gedenkfeier am 9. Januar entsprechend gestaltet worden. «Wir wollten eine Zeremonie, die Raum für Besinnung, Poesie und Solidarität lässt. Wir waren der Meinung, dass dies den Betroffenen am meisten nützen würde, aber auch der gesamten Gemeinschaft, die eine Art kollektives Trauma erlebt hat», so der Regierungschef.
Im Mittelpunkt standen die Familien, die Freundinnen und Klassenkameraden, die Betreuer und die Einsatzkräfte. Die offiziellen und politischen Vertreter waren an den Seiten – so war es Reynards Wunsch und so wurde es umgesetzt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hielt keine Rede, ebenso der italienische Präsident Sergio Mattarella.
Lückenlose Aufklärung gefordert
Überdies forderte der Walliser Regierungschef erneut die lückenlose Aufklärung des Dramas. Ohne auf die Kritik an den Justizbehörden einzugehen, verlangte Reynard, dass alle Verantwortlichkeiten festgestellt werden, auch die der öffentlichen Institutionen und der politischen Behörden. «Wir brauchen die volle Aufklärung.»
Die Politik müsse anschliessend «ändern, was geändert werden muss.» In der Schweiz müsse man ausgehen können, um sich zu amüsieren, ohne sich in Gefahr zu bringen. Das Geschehene sei unerträglich. Alle Verantwortlichen müssten jetzt die notwendigen Massnahmen ergreifen. (sda)
