Schweiz
Crans-Montana

Jessica Moretti macht unter Tränen Evakuierungs-Geständnis

The owner of "Le Constellation" bar in Crans-Montana, Jessica Moretti of France, arrives to a hearing before the public prosecutor of the canton of Valais, following the deadly fire at the & ...
Jessica Moretti ist im Gerichtssaal in Tränen ausgebrochen.Bild: keystone

Jessica Moretti gesteht unter Tränen: «Es wurden nie Evakuierungsübungen durchgeführt»

12.02.2026, 15:5512.02.2026, 16:52

In Sitten wurde Jessica Moretti, Bar-Betreiberin des «Le Constellation» in Crans-Montana, am Donnerstag erneut befragt. Laut «Rai News» brach die Frau des Barbetreibers Jacques Moretti im Gerichtssaal in Tränen aus und räumte ein: «Es wurden nie Evakuierungsübungen durchgeführt, niemand hat sie von uns verlangt.»

Entgegen den Unterlagen erklärte sie zudem, am betreffenden Abend seien zwei Türsteher im Einsatz gewesen, nicht nur einer.

An die Angehörigen gewandt, sagte sie, man habe sich verpflichtet, deren Fragen zu beantworten, und sei deshalb bewusst an ihnen vorbeigegangen, da man mit einer Begegnung gerechnet habe. Man verstehe ihren Zorn und sei bereit, sich allen Fragen zu stellen.

Weiter erklärte die Unternehmerin, gegen ein Feuer könne man nicht ankämpfen. Ihre Priorität sei gewesen, Alarm auszulösen, Menschen zu evakuieren und die Feuerwehr zu verständigen. Als Tochter eines Feuerwehrmanns sei dies für sie ein Reflex gewesen.

Jessica Moretti bricht vor Befragung zusammen

Vor ihrer Befragung in Sitten erlitt Jessica Moretti einen Zusammenbruch, wie Aufnahmen des Senders TF1 zeigen. Zuvor waren sie und ihr Ehemann von Angehörigen der Opfer konfrontiert worden, die schwere Vorwürfe erhoben.

Ihre Anwälte kritisierten die geringe Polizeipräsenz vor Ort und sprachen von einem «handgreiflichen Ausbruch», mit dem man nicht gerechnet habe. (hkl)

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Die beliebtesten Kommentare
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FACTS
12.02.2026 16:11registriert April 2020
Welcher Barbetreiber führt den bislang überhaupt regelmässig Evakuierungsübungen durch?

Die Morettis haben - neben vielen anderen - sicherlich Fehler begangen, für die sie jetzt auch zur Rechenschaft gezogen werden. Aber im Wesentlichen haben sie auch nicht viel anders gehandelt als viele andere Barbetreibet, die bislang einfach mehr Glück hatten.

Wichtiger als die retrospektive Suche nach Schuldigen wäre hier die Suche nach Ursachen und systemischen Fehlern, damit so etwas zukünftig nicht mehr passiert. Statt Schuld- sollten Ursachenfragen im Zentrum stehen.
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Miloux99
12.02.2026 16:18registriert März 2022
Welches Restaurant, welche Bar führt Evakuierungsübungen durch? Ich glaube, es reicht langsam, was man alles dem Wirtepaar alles anlasten will. Verfehlungen sind bestimmt passiert und das klärt die Staatsanwaltschaft ab und nicht der einfache Strassenpöbel oder unsere Schundblätter wie Blick oder 20Min.
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DanielK
12.02.2026 16:01registriert Oktober 2020
Keine Evakuationsübung! Ok.! Aber glaubt wirklich im ernst jemand, dass bei dem Durcheinander und der Panik, eine geordnete Evakuation möglich gewesen wäre. Hand aufs Herz, bei dieser Katastrophe sollte jede/r nur so schnell wie möglich raus. Niemand hätte da auf irgendjemanden gehört.
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