Morettis schreiben Brief an «Constellation»-Mitarbeitende – das steht darin
Gut einen Monat nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana hat das Betreiberpaar Moretti einen Brief geschrieben. Dieser richtet sich an die Mitarbeitenden des «Le Constellation», wo der tödliche Brand ausbrach.
Wie «Franceinfo» berichtet, wurde der Brief am Mittwoch versandt. «Liebe Mitarbeiter», heisst es zu Beginn des Dokuments. Danach schreiben die Morettis, sie hätten sich entschieden, ihr «auferlegtes Schweigen» zu brechen. «Wir sehen es als unsere Pflicht an, euren Schmerz zu lindern.»
Die Morettis erklären im Brief, man habe sich aufgrund der laufenden Ermittlungen «die tiefe Anteilnahme, die wir euch unmittelbar nach dieser Tragödie ausdrücken wollten», nicht zum Ausdruck bringen können. «Das war unglaublich schwer und schmerzhaft.»
Im Brief nehmen die Morettis zudem ihre Angestellten in Schutz. «Wir tragen die Verantwortung, ohne euch in irgendeiner Weise die Schuld zuschieben zu wollen», heisst es. Bei der letzten Anhörung hatte sich Jacques Moretti noch anders geäussert, schreibt Franceinfo. So habe er damals gesagt, die Mitarbeitenden hätten die Anweisungen gekannt, hätten die Evakuierungsmassnahmen aber angeblich nicht korrekt umgesetzt.
Im Bericht teilen die Morettis auch gegen die Medien aus. Diese seien «ausser Rand und Band geraten» und hätten «mitunter ungehemmt schwere Lügen» verbreitet. Konkret wird etwa ein Bericht aus Italien genannt, wonach Jessica Moretti mit der Kasse aus dem Lokal geflohen sei. «Wir sind zutiefst verletzt über die zahlreichen Verleumdungen, die verbreitet werden.»
Weiter kündigen die Morettis an, mit den Behörden kooperieren zu wollen. «Wir werden alle Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantworten», versprechen sie. «Wir hoffen, dass die Ermittlungen die Wahrheit ans Licht bringen werden, und wir vertrauen auf die Gerechtigkeit.» Zudem erwähnen sie die beim Brand gestorbenen Angestellten. «Wir trauern auch mit tiefem Schmerz um diejenigen, die nicht mehr unter uns sind.» Insgesamt kamen drei Mitarbeitende ums Leben – eine Kellnerin, ein Sicherheitsangestellter und ein DJ.
Im Brief reagieren die Morettis zudem auf eine Beschwerde der Angestellten, dass sie keinen Lohn bekommen hätten. Diese seien am 6. Januar ausgezahlt worden, versichern die Morettis. «Allerdings wurden all unsere Geschäfts- und Privatkonten eingefroren, und wir hoffen, dass die Staatsanwaltschaft einer teilweisen Freigabe der Gelder für die dringende Auszahlung dieser Beträge zustimmt.»
Die Morettis schliessen den Brief mit folgenden Worten ab: «Wir werden euch nicht im Stich lassen. Wir sind an dasselbe Schicksal gebunden und werden alles tun, um euch zu unterstützen.» Das Ehepaar wird nächste Woche erneut von den Behörden zum tödlichen Vorfall vernommen. (dab)
