Polizei erlegt Kalb nach Flucht aus Schlachtbetrieb: «Das Tier liess sich nicht sichern»
Ein Kalb entkam am frühen Mittwochmorgen gegen 6.30 Uhr dem Schlachtbetrieb der Bell Schweiz AG in Oensingen SO. Dem Tier gelang es, über einen Seitenrampenschutz zu überspringen und sich vom Gelände zu entfernen.
Nachdem der Vorfall der Polizei gemeldet worden war, versuchte die Polizei, das Kalb einzufangen. Doch das Tier liess sich nicht sichern. Schliesslich wurde das Kalb von einer fachkundigen Person erlegt, wie die Polizei Solothurn gegenüber watson mitteilt. Unterwegs war das Kalb rund eine Stunde.
Tierschützer versuchten das Tier zu retten
Tierrechtsaktivist Olivier Bieli befand sich zu dieser Zeit an einer Mahnwache vor dem Bell-Schlachthof in Basel. Eine Bekannte informierte ihn telefonisch über die Flucht des Tieres und bat um Hilfe für das Tier. Anschliessend versuchte Bieli, Kontakt mit der verantwortlichen Person bei Bell aufzunehmen, um das Tier seinem Gnadenhof Papillon zu überlassen. Doch die Bitte um Rettung sei nur entgegengenommen und weitergeleitet worden. «Unser fester Wille war es, das verängstigte Tier zu retten und ein Leben lang zu schützen», so Bieli.
Von der deutschen Tierschutzorganisation Team Tierschutz, die mit Bell telefonierte, erhielt er am Nachmittag die Information, dass das Tier noch am Leben sei. Doch zu diesem Zeitpunkt war das Kalb bereits tot. «Wir sind sehr traurig, dass wir Mikas Leben nicht retten konnten. Wir haben ihr/ihm diesen Namen gegeben, um sie/ihn aus der Anonymität zu holen.»
Die Polizei gibt keine Auskunft darüber, warum das Tier sterben musste. Sie schrieb nüchtern: «Zu grösseren Einschränkungen ist es nicht gekommen, allerdings rannte das Kalb im Bereich der Dünnernstrasse in eine Firmentüre, welche dabei beschädigt wurde. Die Schadenregulierung erfolgt direkt zwischen der Firma Bell AG und der betroffenen Firma.» (cst)
