Schweiz
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Claude Begle, CVP-VD, packt seine Unterlagen aus, vor einer oeffentlichen Anhoerung der aussenpolitischen Kommission des Nationalrats (APK-N) zum institutionellen Abkommen Schweiz-EU, am Dienstag, 15. Januar 2019, in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

CVP-Nationalrat Claude Béglé an einer öffentlichen Kommissionssitzung im Januar 2019. Bild: KEYSTONE

«Notwendig, um Vertrauen des Regimes zu gewinnen» – CVP-Béglé verteidigt Nordkorea-Tweets

Der Waadtländer CVP-Nationalrat Claude Béglé rechtfertigte an einer Pressekonferenz in Bern erneut seine umstrittene Reise nach Nordkorea.



Er sorgte mit begeisterten Tweets aus Pjöngjang in der politischen Sommerpause für Kopfschütteln: Der Waadtländer CVP-Nationalrat Claude Béglé lobte auf Twitter Ausbildungssystem, staatliche Versorgung und kulturelle Veranstaltungen in der hermetisch abgeriegelten Diktatur.

Nach seiner Rückkehr in die Schweiz musste er sich viel Kritik anhören: «Claude Béglé ist der nordkoreanischen Propaganda aufgesessen», ärgerte sich CVP-Präsident Gerhard Pfister. Im Nationalrat wird über eine «Lex Béglé» diskutiert. Sie soll Parlamentariern erschweren, private Auslandsreisen auf eigene Faust zu unternehmen, die vom Gastland zu propagandistischen Zwecken ausgenutzt werden.

Am Donnerstag hat Béglé vor den Medien in Bern erneut seine umstrittene Reise verteidigt. Zu seinen lobenden Tweets aus Pjöngjang sagte Béglé gemäss dem Westschweizer Radio RTS: «Diese Tweets waren notwendig, um das Vertrauen des Regimes zu gewinnen.»

Zwar stellte Béglé klar, dass in Nordkorea ein diktatorisches Regime an der Macht sei, welches die Menschenrechte verletze. Machthaber Kim Jong Un nannte er einen «schrecklichen Typen». Doch Béglé lobte erneut das nordkoreanische Ausbildungssystem, die industrielle Produktion und «die kleine, aber clevere Mittelschicht», die ein normales Leben zu führen scheine.

epaselect epa07741129 A photo released by the official North Korean Central News Agency (KCNA) on 26 July 2019 shows Kim Jong-Un (R), chairman of the Workers' Party of Korea, and leader of the nation, overseeing the launch of a new-type tactical guided weapon, in North Korea, 25 July 2019.  EPA/KCNA   EDITORIAL USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY

Der Oberste Führer Kim Jong Un beobachtet einen Raketentest im Juli 2019. Bild: EPA

Béglé stellte einen 35-seitigen Bericht vor, den er über seine Reise nach Nordkorea verfasst hat. Diesen habe er dem Aussendepartement sowie den Parlamentsdiensten zur Verfügung gestellt. Eine der Erkenntnisse des Berichts: Er erwarte eine baldige Öffnung Nordkoreas. Zu diesem Zweck könne die Schweizer Diplomatie ihre guten Dienste zur Verfügung stellen.

Gemäss RTS zeigte sich Béglé überzeugt, dass seine Reise die Grundlage für eine solche Mission geschaffen habe. Sie trage dazu bei, gewisse Vorurteile in Frage zu stellen, die in der Schweiz gegenüber dem nordkoreanischen Regime herrschten.

Die Pressekonferenz habe im Einverständnis mit der CVP-Parteispitze stattgefunden, berichtet RTS. Deren Inhalt gebe aber lediglich die persönlichen Ansichten Béglés wieder, heisst es aus der CVP. (cbe)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Abu Nid As Saasi 22.08.2019 18:01
    Highlight Highlight Gebacken schreibt man mit CK. Nicht ganz gebacken schreibt man ...
  • circumspectat animo 22.08.2019 17:49
    Highlight Highlight Die Menschenrechtslage in Nordkorea ist katastrophal an der Macht ist ein Tyrann. Ist deswegen das Schulsystem schlecht? Ist deswegen die Produktion schlecht ? Kann die Mittelschicht deswegen nicht clever sein?
    Sollten wir deswegen nicht mit Nordkorea sprechen ?
    Das Parlamentarier einer Demokratie einen Kollegen kritisieren weil er seine Meinung kundtut stimmt mich nachdenklich...
  • Linus Luchs 22.08.2019 17:23
    Highlight Highlight Claude Béglé will also "Vorurteile in Frage stellen, die in der Schweiz gegenüber dem nordkoreanischen Regime herrschen." Stellt Monsieur Béglé in Frage, dass in Nordkorea Regimekritiker gefoltert und getötet werden? Dass in Gefangenenlagern Menschenversuche durchgeführt werden? Es gibt längst erhärtete Beweise für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die Kims Regime verübt. Aber Monsieur Béglé will etwas gegen unsere Vorurteile tun. Der Mann ist komplett begriffsstutzig. Das ist sein Recht – zuhause im Wohnzimmer. Im Parlament hat er nichts zu suchen.
    • circumspectat animo 22.08.2019 17:42
      Highlight Highlight Nein ich denke eben nicht das es Ihm um diese Vorurteile geht. Das ist bekannt aber deswegen ist Nordkoreas Schulsystem nicht schlecht und das darf man dan auch sagen alles andere wäre eine verdrehung der Tatsachen und zensur.
  • Black Cat in a Sink 22.08.2019 17:11
    Highlight Highlight Lächerlich und peinlich dazu so eine „Rechtfertigung“
  • murrayB 22.08.2019 16:51
    Highlight Highlight Wer sich mit Diktatoren ins Bett legt sollte in einer Demokratie abgewählt werden - sonst läuft was gehörig schief...
  • goschi 22.08.2019 16:48
    Highlight Highlight Kurz: Was ein Quark.
    Wer es nötig hat, derart dem System anzubiedern, tut diesem nur einen gefallen und macht sich zur Marionette eben dieses Regimes.
    Auch die Nordkoreaner werden jeden Tweet von einem überwachen und sonst einfach besser nichts schreiben, als so eine Propaganda für ein menschenverachtendes System.

    Da hat echt Einer den Schuss nicht gehört *Kopfschüttel*
  • LordEdgar 22.08.2019 16:33
    Highlight Highlight Der Typ ist komisch:
    - In Nordkorea lobt er Nordkorea um deren Vertrauen zu gewinnen, zurück in der Schweiz gibt er zu das mit manipulativer Absicht getan zu haben. Denkt er die haben ihn nicht weiter auf dem Radar?
    - Das nordkoreanische Ausbildungssystem ist Teil der Indoktrination. Wie kann das ein CVPler so gut finden?
    - Keine Reise nach Nordkorea schafft eine Grundlage. Die Grundlage besteht schon seit langem, die Schweiz und Nordkorea haben diplomatische Beziehungen. Eine Reise nach Nordkorea von einem Politiker legitimiert das Regime nur.

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