Schweiz
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Brahim Aakti, SP-Gemeinderat in Emmen (LU)

Ein Leichtathlet startet durch: Brahim Aakti, neu gewählter Gemeinderat von Emmen. bild: ho

Emmen war eine «Einbürgerungshölle»: Jetzt hat ein Migrant einen SVP-Nationalrat besiegt

Die Luzerner Gemeinde Emmen verweigerte vor 18 Jahren zahlreichen Ausländern die Einbürgerung per Stimmzettel. Nun wurde ein eingebürgerter Marokkaner in den Gemeinderat gewählt. Er setzte sich gegen ein SVP-Schwergewicht durch.



«Grosses Erstaunen in Emmen», schrieb die «Luzerner Zeitung» am Sonntag. Die Kandidaten von SP und CVP schafften im zweiten Wahlgang den Sprung in den Gemeinderat, während SVP-Nationalrat Felix Müri die Wahl verpasste. Er lag im ersten Durchgang an der Spitze.

Der Begriff «Erstaunen» bezieht sich auf diese Tatsache, denn Müri ist eine national bekannte Figur und die SVP die wählerstärkste Partei in der zweitgrössten Gemeinde der Zentralschweiz. Nicht weniger bemerkenswert aber ist es, gegen wen Felix Müri den Kürzeren gezogen hat. Er unterlag dem SP-Kandidaten Brahim Aakti um nur gerade 57 Stimmen.

Felix Mueri (SVP/LU) befasst sich mit der Staatsrechnung 2013 am Mittwoch, 4. Juni 2014 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Felix Müri scheiterte trotz der höchsten Stimmenzahl im ersten Wahlgang. Bild: KEYSTONE

Der Name deutet es an: Aakti ist alles andere als ein waschechter Eidgenosse. Er wurde in Marokko geboren und kam 1992 im Alter von elf Jahren in die Schweiz. Brahim Aakti ist ein «Papierlischwiizer». Bei diesem Punkt weicht für Aussenstehende das Erstaunen der blanken Verwunderung. Emmen? War da nicht mal was?

Symbol für Ausländerfeindlichkeit

Vor 18 Jahren war die Luzerner Agglogemeinde «über die Schweiz hinaus ein Symbol geworden für Rechtspopulismus und Ausländerfeindlichkeit», wie es damals in einer Analyse der Nachrichtenagentur SDA hiess. Im März 2000 waren 48 Einbürgerungsgesuche überwiegend von Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien in einer Volksabstimmung abgelehnt worden.

Die kollektive Brüskierung von unbescholtenen Menschen, deren Gesuche vom Gemeinderat zur Annahme empfohlen worden waren, sorgte auch im Ausland für Aufsehen. Justizministerin Ruth Metzler (CVP) sprach von «gefährlichen Tendenzen». Für den Luzerner Justizdirektor Paul Huber (SP) war das Votum in seiner Wohngemeinde ein «Ausdruck von Angst».

Emmen hatte schwierige Jahre hinter sich. Die Wirtschaftskrise der 90er Jahre hatte dem Industriestandort zugesetzt. Tausende Jobs verschwanden, die Arbeitslosigkeit erreichte 1998 für hiesige Verhältnisse happige 7,8 Prozent. Gleichzeitig stieg der Ausländeranteil von 18 auf 27 Prozent, nicht zuletzt weil der Jugoslawienkrieg viele Menschen in die Schweiz brachte.

Die Gemeinde Emmen hat am Sonntag, 2. Dezember 2001 an der Einbuergerungsabstimmung Sieben Personen, darunter die 11-jaehrige Franca Vanesa aus Juguslawien, Mitte, aus Italien, Jugoslawien, Marokko, Philippinien und Portugal eingebuergert. Acht Gesuche von 12 Personen aus Bosnien und Herzegowina, Jugoslawien und Kroatien dagegen wurden abgelehnt. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Die elfjährige Vanesa Franca aus Montenegro wurde in Emmen dank ihres Namens eingebürgert. Bild: KEYSTONE

In Emmen mit damals 27'000 Einwohnern verstärkten sich die Spannungen. «Die Gesellschaft war überfordert, es gab Vorbehalte gegen Menschen vom Balkan», sagt Brahim Aakti im Gespräch mit watson. 1999 nahm das Stimmvolk eine Initiative der Rechtsaussen-Partei Schweizer Demokraten für Einbürgerungen an der Urne an. Eine heikle Forderung in einer derart grossen Gemeinde.

Willkürliche Einbürgerungen

Entsprechend willkürlich verliefen die damaligen Abstimmungen. Unter den abgelehnten Bewerbern war auch ein Ungar, der 1956 nach der Niederschlagung des Aufstands gegen die kommunistische Herrschaft in die Schweiz geflüchtet war. Dafür wurde das Gesuch einer Elfjährigen aus Montenegro bewilligt, nur weil ihr Name irgendwie italienisch klang.

Die Gemeinde reagierte hilflos auf den Shitstorm. Sie suspendierte erst einmal alle Einbürgerungen, obwohl 250 Gesuche hängig waren. Erst das Bundesgericht bereitete dem Spuk 2003 ein Ende. Es untersagte Einbürgerungen per Stimmzettel, weil sie gegen das Willkürverbot in der Verfassung verstiessen. Gleichzeitig verlangte es eine Begründungspflicht im Falle einer Nichteinbürgerung.

Musterbeispiel für Integration

Brahim Aakti war von diesen Turbulenzen nicht mehr betroffen. Es wurde in Emmen eingebürgert, allerdings vor dem Entscheid von 1999. Sein Vater war bereits Ende der 70er Jahre in die Schweiz gekommen, als Zirkusarbeiter, von denen die meisten Marokkaner sind. «Sie stammen alle aus dem selben Dorf», meint Aakti lachend. «Ich war ein klassischer Familiennachzug.»

Brahim Aakti, SP-Gemeinderat in Emmen (LU)

Besser integriert als Brahim Aakti geht kaum. bild: ho

Der 36-Jährige ist ein Musterbeispiel für gelungene Integration. Er ist Maschineningenieur mit ETH-Abschluss, Familienvater und engagiert sich im Vereinsleben, unter anderem als Präsident des Leichtathletik Clubs Emmenstrand. Und er spricht «Lozärner» Dialekt. Nur Name und Aussehen deuten darauf hin, dass seine Vorfahren nicht am Rütlischwur teilgenommen haben.

Langer Wahlkampf

Selbstverständlich ist der Wahlerfolg des Sozialdemokraten trotzdem nicht. «Seit damals hat in Emmen ein Integrationsprozess stattgefunden, der nun Früchte trägt», meint Aakti. Auch profitierte er von einer vorteilhaften Konstellation. Die Grünen zogen nach dem ersten Wahlgang ihre Kandidatin zu seinen Gunsten zurück. Und selbst die SVP bekannte sich zur Konkordanz.

Geholfen habe ihm auch der lange Wahlkampf, sagt Aakti. Zwischen den beiden Wahlgängen lagen dreieinhalb Monate. «Brahim Aakti ist kein sehr geläufiger Name. Ich hatte Zeit, damit die Leute mich kennenlernen.» Felix Müri schadete sich zudem selbst, indem er sich erst nach einigem Lavieren zum Verzicht auf eine erneute Kandidatur für den Nationalrat 2019 durchringen konnte.

«Ein starkes Zeichen der Bevölkerung»

Der Symbolwirkung seines Erfolgs in der einstigen «Einbürgerungshölle» ist sich der neue Gemeinderat durchaus bewusst. «Er ist ein starkes Zeichen der Emmer Bevölkerung, dass man einem Migranten eine Chance gibt.» Und einem Jungen noch dazu, fügt Aakti an.

Die provozierendsten SVP-Abstimmungsplakate

Seine Wahl ist nicht nur ein positives Signal der einstigen Problemgemeinde Emmen. Sie steht auch für eine generelle Entspannung in der Einbürgerungsfrage, seit die SVP 2008 mit ihrer Initiative «Einbürgerungen vors Volk» kläglich gescheitert war. Umstrittene Fälle wie die verweigerte Einbürgerung von Funda Yilmaz in Buchs (AG) vor einem Jahr sind selten geworden.

Anfang 2017 sagte das Stimmvolk mit 60 Prozent Ja zur erleichterten Einbürgerung von Ausländern der dritten Generation. Selbst die Hürde des Ständemehrs wurde locker genommen. Das Einbürgerungsverfahren in der Schweiz bleibt ein Hindernislauf. Aber Erfolgsgeschichten wie jene von Brahim Aakti tragen dazu bei, die Akzeptanz der «Papierlischwiizer» zu erhöhen.

Wenn die ganze Welt für ein Dorf abstimmt

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Video: srf/SDA SRF

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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Fride 27.09.2018 11:38
    Highlight Highlight Dieses kollektive Schulterklopfen und die Schadenfreude in den vorangehenden Kommentaren ist mindestens so populistisch wie es genau diese Leute der SVP vorwerfen, zu sein.
    In der SVP hat es sicher Politiker, welche als negative Exponenten wahrgenommen werden. Die gibt es bei Parteien der Linken aber genauso. Das heisst absolut nicht, dass Felix Müri zu dieser Kategorie gehört.
    Mag durchaus sein, dass Brahim Aakti ein fähiger Gemeinderat sein wird, aber seine Herkunft ist weder Qualifikation noch Disqualifikation für dieses Amt. In dieser Funktion muss sich jeder zuerst einmal bewähren.
  • maricana 25.09.2018 19:45
    Highlight Highlight Nachdem Felix Müri im ersten Wahlgang kein Glück hatte, kam im zweiten Wahlgang auch noch Pech dazu.
  • Chro 25.09.2018 15:14
    Highlight Highlight Die ganzen Freudenschreie kann ich erst verstehen wenn er dann 2020 wiedergewählt wird.

    Ich denke der Hauptgrund für die nicht Wahl Müri war der Sprengkandidat der CVP, welcher im Dorf sehr bekannt und beliebt ist und ihm wohl die nötigen wenigen Stimmen gekostet hat.
    Die eingeworfen Listen zeigen dies auch deutlich auf.
  • Hasek 25.09.2018 14:37
    Highlight Highlight In einem hatten Müri und seine SVP ja recht: Die bösen Migranten, Secondos und Papierlischwyzer nehmen den armen SVPlern die Arbeitsplätze weg - sogar in der Politik.

    Herzliche Gratulation an Hr. Aakti. Und Respekt an die EmmerInnen, dass ein hervorragend geeigneter und integrierter Mensch auch mit unschweizerischem Namen gewählt wird, ist leider nicht selbstverständlich.
  • Lumpirr01 25.09.2018 13:49
    Highlight Highlight Verstehe die Welt nicht mehr ganz, wie man sich als prominenter Nationalrat als Kandidat für den Gemeinderat aufstellen kann. Diese Blamage hat er sich selber zuzuschreiben, was auch immer die Gründe für diese Kanditatur waren. Wer weiss mehr über Müris Beweggründe??
    • LU90 25.09.2018 18:09
      Highlight Highlight Komische Frage. Im Gemeinderat (Exikutive) kann man direkt für die eigene Gemeinde politisieren und Einfluss nehmen. Im Nationalrat werden lokale, emmer Anliegen nicht diskutiert...

      P.s.: Gratulation an Brahim und Pädi :)
    • christian_meister 25.09.2018 22:07
      Highlight Highlight Ich denke die SVP Emmen hat es einfach verpasst einen Kandidaten aufzubauen. Als Urs Dickerhof zurücktrat fehlt ein möglicher Kandidat. Felix Müri liess sich dann überreden und kandidierte seiner Partei zu liebe. Offiziell wird es aber sicher ganz anders tönen.
  • DerTaran 25.09.2018 11:13
    Highlight Highlight Ich finde der Ausdruck Papiereilschweizer passt nicht. Weil es doch suggerieren soll, dass 'solch' eingebürgerte Schweizer sich nicht als Schweizer fühlen. Aakti ist kein Papiereilschweizer, als solcher - falls es diese überhaupt gibt - würde er gar nicht kandidieren.
  • luegeLose 25.09.2018 09:24
    Highlight Highlight Sorry, aber Mury würde ich auch nicht wählen
  • Schso 25.09.2018 08:51
    Highlight Highlight "Der Name deutet es an: Aakti ist alles andere als ein waschechter Eidgenosse"
    Das werde ich nie verstehen. Für mich ist der Mann klar Schweizer und Eidgenosse. Herzliche Gratulation an ihn und an Emmen.
  • Zarzis 25.09.2018 08:42
    Highlight Highlight Sensationell, war als Emmener, selber überrascht. Habe mit Herr Aakti 2-3x bei seinem Wahlkampf geredet. Seine Stärke ist das Symphatische Gewinnde Auftreten. Bei Müri hat man hier viel gehört, der sei nicht Wählbar. Sogar von 2 SVP Anhängern gehört. Aber Müri wurde als gesetzt angesehen. Vermutlich gingen deshalb nicht alle für ihn Wählen. Sicher hat noch die eher Grünen Abstimmungen am Sonntag dazu geführt das die Wählen gingen.
    Echt, bin kein Müri Fan, ganz und gar nicht, aber es tut mir schon leid, das es für Ihn Persönlich so gekommen ist. Nur, ich habe ihn ja auch nicht gewählt.
  • Natürlich 25.09.2018 08:35
    Highlight Highlight Emmen resp Emmenbrücke (auch als Emmenbronx bezeichnet) sind Quartiere mit einem sehr hohen Migrantenanteil.
    Auch der Ausländeranteil ist mit über 33% (Stand Ende 2015) überdurchschnittlich hoch.
    Da erstaunt mich diese Wahl eigentlich überhaupt nicht.
    Aber seien wir ehrlich: Ausser für ins Maxx-Kino geht keiner der nicht dort wohnt dorthin, ist nun wirklich kein schöner Fleck.
    Auch die meisten Straftaten im Kt Luzern geschehen dort.
    (Beispielsweise auch die schreckliche immernoch ungeklärte Vergewaltigung, dessen Opfer nun querschnittgelähmt ist)
    • Ril 25.09.2018 12:01
      Highlight Highlight Wollen Sie damit sagen, dass er viele Ausländerstimmen bekommen hat? 🤦
    • geissenpetrov 25.09.2018 12:03
      Highlight Highlight "Auch der Ausländeranteil ist mit über 33% (Stand Ende 2015) überdurchschnittlich hoch.
      Da erstaunt mich diese Wahl eigentlich überhaupt nicht."

      Dir ist aber schon klar, dass die 33% nicht abgestimmt haben?

      "Aber seien wir ehrlich: Ausser für ins Maxx-Kino geht keiner der nicht dort wohnt dorthin, ist nun wirklich kein schöner Fleck."

      Schön ist's wahrlich nicht. Aber dafür günstig.
      Dank Gentrifiziereung werden immer mehr auch junge, kulturell- und politisch aktive Leute nach Emenbronx gehen (müssen). Siehe auch https://bit.ly/2Dtp3so
      Dies verändert Demografie und Politik in der Gemeinde.
    • LeChef 25.09.2018 12:26
      Highlight Highlight Ril, der Anteil Doppelbürger mit Schweizer Pass korrelliert mit dem Ausländeranteil. So dumm ist die Aussage nicht ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • AdiB 25.09.2018 08:22
    Highlight Highlight Emmen wäre eigendlich ein paradebeispiel was integration betrifft. Bei einem damaligen ausländeranteil von knapp 30%, die meisten aus dem ehemaligen jugoslawien und verfeindet. Ich erinnere mich noch als das schulhaus gersag mit schulen aus dem amerikanischem ghetto verglichen wurde. Doch hat es die gemeinde geschafft die leute auf den richtigen weg zu bringen. Auch muss man einen grossen dank an das lehrpersonal richten, dass geduld aufzeigte und perspektivlose jugend von damals, zum teil aus dem krieg gekommene, gut mit integrierte. Heute sind fast alle diese jungen "ausländer" stolze ämmer.
  • Maracuja 25.09.2018 08:07
    Highlight Highlight Toll, dass Herr Aakti die Chancen genutzt hat. Toll, dass Kinder von Einwanderern der berufliche Aufstieg und die aktive Teilnahme in der Politik gelingt. Wir müssen unbedingt unsere Standortvorteile im Bereich Bildung/Ausbildung halten und ausbauen.
  • Binnennomade 25.09.2018 07:46
    Highlight Highlight "Nur Name und Aussehen deuten darauf hin, dass seine Vorfahren nicht am Rütlischwur teilgenommen haben."

    Schöner Satz, der die Absurdität dieses Du-Schweizer-Ich-Eidgenoss-Getues zeigt.
    • Amateurschreiber 25.09.2018 13:06
      Highlight Highlight Der Witz dabei ist: Beim Rütlischwur war überhaupt kein Luzerner dabei!
    • DemonCore 25.09.2018 14:42
      Highlight Highlight Die Zahl der Schweizer deren Vorfahren am Rütlischwur teilgenommen haben oder auch nur in den betreffenden Talschaften lebten dürfte gegen 0 tendieren. Die meisten Schweizer leben heute in Kantonen die häufig erst 100e von Jahren später zur Eidgenossenschaft stiessen. Kommt hinzu, dass sich wohl niemand die alte Eidgenossenschaft zurückwünscht. Damals waren die sozialen Verhältnisse wohl am ehesten mit dem heutigen Nigeria vergleichbar.
    • Amateurschreiber 25.09.2018 20:36
      Highlight Highlight @DemonCore
      In einer Churer Beiz hat mich auch mal einer gefragt ob ich Schweizer sei. Da habe ich geantwortet "Ja schon, allerdings sind meine Vorfahren erst seit etwas über 200 Jahre Schweizer! Im 1803 wurden wir zu Schweizern, davor waren wir Bündner!"
  • DaAlex 25.09.2018 07:37
    Highlight Highlight Good news und ein guter Artikel - aber mit „waschechter Eidgenosse“ und „Papierlichwiiizer“ bedient ihr euch einer unsinnigen, rechtspopulistischen Sprache, die hier einfach fehl am Platz ist und die Person als nicht gleichwertigen Mitbürger abstempelt. Wie wär‘s stattdessen wertneutrale Begriffe zu verwenden, die den Tatsachen entsprechen, wie Einwanderer, „nicht in der Schweiz geboren“? Damit wäre allen gedient.
    • Okguet 25.09.2018 10:34
      Highlight Highlight Ich glaube, es sind bewusst solche "rechtspopulistische" Ausdrücke gewählt worden, um eben die unsinnigkeit zu zeigen (daruf stehts in Gänsefüsschen)
    • Globuli 25.09.2018 10:46
      Highlight Highlight Also ich las in diesem Artikel ziemlich viel Ironie... lese den Artikel mit diesem Gedanken nocheinmal und du wirst schmunzeln über die Seitenhiebe in Richtung SVP...
  • Yogi Bär 25.09.2018 07:31
    Highlight Highlight Einfach gut so! Viele haben erkannt, dass Rechtspopulismus der falsche Weg ist. Oder konnte einmal eine anti SVP Mehrheit für die Wahlen mobilisiert werden?
  • Fly3930 25.09.2018 07:26
    Highlight Highlight Ich habe in Emmen gewohnt, als wir über Einbürgerungen abstimmen sollten. Da kriege ich heute noch Gänsehaut... Toll für Brahim Aakti und toll für Emmen! Diese Gemeinde hat so viel Potenzial, dieser Wahlausgang ist für mich ein Zeichen mehr, dass es langsam in die richtige Richtung geht.
  • banda69 25.09.2018 07:13
    Highlight Highlight Emmen das Symbol für den Niedergang der rechtspopulistischen SVP.

    Die SVP darf sich neu erfinden.

  • MSpeaker 25.09.2018 06:55
    Highlight Highlight Schön zu hören, das man in Emmen die Kurve gekriegt hat, sondass man als qualifizierter Kandidat eine Chance hat, egal welcher ursprünglichen Herkunft man ist.
    • MSpeaker 25.09.2018 22:11
      Highlight Highlight Ich frage mich ja was die Blitzer aussagen wollen. Finden sie es schlecht, das die Herkunft keine Rolle spielt? Ich schrieb absichtlich nicht, das ich pro oder kontra Herr Aakti bin, da ich ihn nicht kenne.
    • Adi Fäuber 26.09.2018 00:50
      Highlight Highlight Ja, das freut mich auch und ich gratuliere Herrn Aakti von ganzem Herzen. Jetzt kommt leider das Aber. Die finanzielle Kurve haben wir leider noch nicht gekriegt und in Emmen Regierungspolitik zu betreiben wird in den nächsten Jahren kein Zuckerschlecken. Es könnte also durchaus soweit kommen, dass die SVP von den Problemen, die sie zusammen mit der FDP verursacht haben, profitiert, statt sie selber zu lösen. Herr Dickerhof weiss schon warum er das Schiff verlassen hat.
  • pamayer 25.09.2018 06:50
    Highlight Highlight Aakati for Président.

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

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