World Trump Forum? Nicht nur – ein Davos-Rückblick
Man kann es nicht leugnen. Vor allem ein Mann dominierte dieses Jahr das WEF: Donald Trump. Doch auch sonst sorgte das eine oder andere für Aufsehen. Ein Überblick.
Trumps Weltordnung
US-Präsident Donald Trump kam zwar später als geplant ans WEF, da er erst noch das Flugzeug wechseln musste. Grosse Abweichungen vom ursprünglichen Zeitplan gab es dennoch nicht. Um 14.40 Uhr begann Trump am Mittwoch seine Rede. Während über einer Stunde lobte er sich selbst, holte zu einem Rundumschlag aus und sagte, die USA würden sich Grönland nicht mit militärischen Mitteln holen.
Am Donnerstag gründete er das «Board of Peace», seinen Friedensrat. Als eine Art Gegenentwurf zur UNO soll er unter anderem die Umsetzung von Trumps Friedensplan für Gaza überwachen.
Ebenfalls am Donnerstag wurde noch spontan ein Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eingefädelt. Das Resultat: Einigung auf Sicherheitsgarantien und trilaterale Gespräche auch mit Russland ab Freitag.
Mark Carney – ein Gegenentwurf
Bereits am Dienstag hielt der kanadische Premierminister Mark Carney eine viel beachtete Rede am WEF. Diese dauerte nur rund eine Viertelstunde, verfehlte ihre Wirkung jedoch nicht.
Er forderte die Länder, die weiter hinter der regelbasierten Weltordnung stehen, dazu auf, den Grossmächten USA, China und Russland die Stirn zu bieten. Es gehe darum, neue Allianzen gegen die Grossmächte zu schmieden. US-Präsident Trumps Reaktion auf Carneys Rede liess nicht lange auf sich warten: Er lud Kanada von seinem «Board of Peace» wieder aus.
Zukunftsmusik mit Elon
Elon Musk erinnerte daran, dass es beim WEF einst um Wirtschaft ging. Der Tech-Milliardär sprach bei einem Podiumsgespräch unter anderem über Teslas humanoiden Roboter Optimus, der bereits Ende 2027 auf den Markt kommen soll.
Die Bedingung: Es müsse zunächst klar sein, dass Optimus sehr verlässlich und sicher sei. Man werde ihn um alles bitten können.
Selenskyj redet der Welt ins Gewissen
Erst hiess es, der ukrainische Präsident komme dieses Jahr nicht ans WEF. Als dann klar war, dass US-Präsident Trump ihn dort treffen wolle, machte sich Wolodymyr Selenskyj auf nach Davos. Am Donnerstag hielt er auch eine Rede, die für Standing Ovations sorgte.
Dabei sprach er auch über die Proteste in Iran. Diese seien im Blut untergegangen. Die Welt habe dem iranischen Volk nicht ausreichend geholfen, sondern einfach zugesehen.
There was so much talk about the protests in Iran – but they drowned in blood. The world has not helped enough the Iranian people, it has stood aside.
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) January 22, 2026
What will Iran become after this bloodshed? If the regime survives, it sends a clear signal to every bully – kill enough people,… pic.twitter.com/a7IqV1Lbhb
Sollte das Regime überleben, würde das laut Selenskyj jedem Tyrannen eine klare Botschaft senden: «Töte genug Menschen und du bleibst an der Macht.»
Macrons Sonnenbrille
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron trug bei seiner Rede am Dienstag wegen einer Augenentzündung eine Pilotenbrille. Donald Trump nahm in seiner Rede darauf Bezug: «Ich habe ihn gestern mit dieser schönen Sonnenbrille gesehen. Was zum Teufel ist passiert?»
Es blieb jedoch nicht beim Spott. Der französische Hersteller der Luxusbrille kann sich vor Anfragen kaum retten.
