Die Schlussresultate sind da: So hat deine Gemeinde abgestimmt
Kurz nach dem Mittag ist es bereits offiziell: Beide Initiativen scheitern am Ständemehr und gelten damit als abgelehnt. Etwas später zeigt sich, dass die Stimmbevölkerung beiden Vorlagen nur wenig abzugewinnen hatte. Sowohl die Neutralitäts- als auch die Ernährungsinitiative wurden mit 70 Prozent Nein-Stimmen deutlich abgeschmettert. Wie deine Gemeinde gestimmt hat, siehst du hier:
Übersicht
Die Schweiz stimmt ab
Ausgezählt: 26/26 | Stand: 20:12 Uhr
Neutralitätsinitiative
Die Resultate
Neutralitätsinitiative
Ausgezählt: 26/26 | Stand: Schlussresultat
29,8% Ja
70,2% Nein
0 Stände
23 Stände
Darum ging es
Die Schweizer Neutralität ist bereits in der Verfassung verankert. Nun will diese Initiative der SVP diese ausbauen. Hinzugefügt werden soll, dass die Neutralität «immerwährend» und «bewaffnet» sei. Die Schweiz soll sich zudem verpflichten, keinem Militärbündnis beizutreten, solange sie nicht angegriffen wird. Weiter soll sich die Schweiz auch nicht an EU-Sanktionen gegen andere Staaten beteiligen. Wie das genau funktionieren soll, erfährst du im Video:
Finanzierung im Abstimmungskampf
Die Befürworter der Neutralitätsinitiative haben mit etwa 3,84 Millionen Franken am meisten Geld in den Abstimmungskampf gesteckt. Die Gegner der Vorlage hingegen legten Finanzierungen über 1,67 Millionen Franken offen, wie Daten der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) zeigen.
Über zwei Millionen Franken der Pro-Kampagne stammen von Christoph Blocher und 1,3 Millionen Franken von Pro Schweiz. Die SVP hat 50'000 Franken zur Verfügung gestellt. Auf Seiten der Gegner steuert der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse mit 1,2 Millionen Franken am meisten Mittel bei. Dazu kommen Gelder von der SP (367'000 Franken) und der Operation Libero (100'000 Franken).
Das sagten die Umfragen
Die SVP-Initiative hatte bei allen Umfragen einen schweren Stand. Bei den Befragungen im August konnte die Initiative zwar in zwei Fällen die Mehrheit für sich beanspruchen, je näher der Abstimmungssonntag jedoch rückte, desto mehr legten die Gegnerinnen und Gegner zu. In der zweiten Welle aller drei Umfrageinstitute kommt das Nein-Lager auf deutlich über 60 Prozent.
Wie die Befragung von YouGov Schweiz vom 15. September zeigt, verfingen bei den Gegnerinnen und Gegnern der Initiative besonders die Argumente, dass die Initiative isolationistisch und unnötig sei. Die Befürworterinnen und Befürworter hingegen sehen eine Stärkung der Neutralität.
Ernährungsinitiative
Die Resultate
Ernährungsinitiative
Ausgezählt: 26/26 | Stand: Schlussresultat
27,5% Ja
72,5% Nein
0 Stände
23 Stände
Darum ging es
Diese Initiative fordert, dass die Schweiz mehr Lebensmittel für den eigenen Gebrauch im Inland produziert. So soll der eigene Konsum zu 70 Prozent über in der Schweiz hergestellte Nahrung gedeckt werden. Dafür soll die Schweizer Landwirtschaft stärker auf pflanzliche und weniger auf tierische Lebensmittel setzen. Mehr dazu erfährst du im Video:
Finanzierung im Abstimmungskampf
Bei der Ernährungsinitiative hat das gegnerische Lager laut der EFK 1,63 Millionen Franken budgetiert. Unterstützt wird die Nein-Kampagne vor allem von Verbänden der Fleisch- und Milchindustrie sowie von Gallosuisse und dem Schweizer Bauernverband (SBV). Der Verein «Sauberes Wasser für alle», der hinter dem Volksbegehren steht, hat demgegenüber ein Budget von 720'000 Franken gemeldet.
Das sagten die Umfragen
Auch die Ernährungsinitiative hatte vor dem Abstimmungssonntag einen schweren Stand. Ähnlich wie die Neutralitätsinitiative erfährt sie bei allen drei Umfrageinstituten eine Ablehnung von deutlich über 60 Prozent. «Nach aktuellem Stand droht sowohl der Neutralitätsinitiative als auch der Ernährungsinitiative eine deutliche Ablehnung an der Urne», schreibt YouGov Schweiz Mitte September zu den Ergebnissen.
Bei der Befragung nach den Argumenten für eine Ablehnung der Initiative gab ein Grossteil der Befragten an, die Initiative sei zu extrem.
(mit Material der sda)
