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Behörden beschlagnahmen Millionen in Bitcoin in Zürich

Schlag gegen Krypto-Geldwäscherei in Zürich: Behörden beschlagnahmen Millionen in Bitcoin

Die von Ermittlern stillgelegte «Cryptomixer»-Plattform soll Kriminellen Geldwäscherei im grossen Stil ermöglicht haben.
01.12.2025, 10:2401.12.2025, 16:03

Der Zürcher Staatsanwaltschaft ist gemäss eigenen Angaben ein Schlag gegen Krypto-Kriminelle gelungen: Letzte Woche sei nach langen Ermittlungen der Polizei die Server-Infrastruktur eines im Kanton Zürich betriebenen Bitcoin-Mixers ausgehoben worden.

Über den Bitcoin-Mixer sei weit über eine Milliarde Franken gewaschen worden, teilten die Zürcher Staatsanwaltschaft sowie Stadt- und Kantonspolizei Zürich am Montag mit. Die Betreiber dürften einen Gewinn von mehreren Millionen gemacht haben.

Die Server wurden von den Zürcher Behörden nun stillgelegt.
Die Server wurden von den Zürcher Behörden nun stillgelegt.bild: kanton zürich

Laut Mitteilung wurde «das Betriebskapital im Gegenwert von rund 23 Millionen Franken in Bitcoin sichergestellt», die technische Infrastruktur und die Internet-Domain wurden beschlagnahmt.

Geld aus Waffen- und Drogenhandel

Der sogenannte «Bitcoin-Mixer» wurde seit 2016 von einer unbekannten Täterschaft unter dem Namen «cryptomixer.io» betrieben. Die Gelder stammten dabei überwiegend aus illegalen Darknet-Geschäften, Ransomware-Lösegeldzahlungen, betrügerischen Online-Shops, Krypto-Diebstählen und anderen Straftaten.

Wie es in einer Mitteilung der europäischen Justizbehörde Eurojust heisst, sollen zu den illegalen Geschäften etwa Drogen- und Waffenhandel zählen.

Bei einem Bitcoin-Mixer werden einbezahlte Bitcoins durch eine Vielzahl von Transaktionen mit Bitcoins anderer Besitzerinnen und Besitzer gemischt, um die Rückverfolgung zu verunmöglichen.

Europol hat das folgende Erklärvideo zum Fall veröffentlicht:

Die Behörden hätten im Rahmen umfangreicher Ermittlungen die Server-Infrastruktur im Kanton Zürich lokalisiert und diese Ende November 2025 stillgelegt, heisst es weiter. Die Aktion wurde von Europol und Eurojust, der Agentur der Europäischen Union für justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen, unterstützt.

Die Zürcher Behörden arbeiteten bei den Ermittlungen auch mit der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und dem Deutschen Bundeskriminalamt (BKA) zusammen. Die Spuren zeigten Verbindungen zu Deutschland auf.

Die Ermittlungen zu den Betreibern und den Nutzern von «cryptomixer.io» laufen weiter. Hierzu werden insbesondere auch die ab der Infrastruktur gesicherten 12 Terabyte Daten ausgewertet, so die Behörden.

In der Europol-Mitteilung wird die Zerschlagung des damals grössten Mixing-Dienstes «Chipmixer» im Jahr 2023 in Erinnerung gerufen. Auch damals waren Zürcher Polizei und Justizapparat an der Aktion beteiligt.

Beschlagnahmte Kryptowährungen können – wie andere Vermögenswerte – zur Deckung von Verfahrenskosten und für Ersatzforderungen verwendet werden. Darüber entscheidet letztlich das zuständige Gericht.

Quellen

(dsc/dab)

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92 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Frank der Stein
01.12.2025 10:48registriert Juni 2022
Super Sache! Und ich dachte schon, die Polizei sei da komplett machtlos und hätte das technologische Rennen mit Abstand verloren. Schön, dass Verbrecher doch ab und zu zur Rechenschaft gezogen werden.
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Triumvir
01.12.2025 10:56registriert Dezember 2014
Daumen hoch! Kriminelle sind auch im Darknet nicht sicher und das ist gut so!
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Jep.
01.12.2025 10:48registriert Januar 2022
Wie wurden die Bitcoin beschlagnahmt? Und wie wurden die Transaktionen ausfindig gemacht? Finde das spannend und hätte gern etwas mehr Info dazu.
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