Schweiz
Food

Gesunde Schokolade aus dem Labor: ETH-Forschende mit Neuheit

Mit Schale der Kakaobohnen: ETH-Forschende entwickeln gesündere Schoggi

Schokolade aus dem Forschungslabor: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der ETH Zürich haben eine neue Art Schokolade entwickelt, die nachhaltiger und nährstoffreicher ist als herkömmliche Schokolade, wie eine am Dienstag erschienene Studie zeigt.
21.05.2024, 16:20
Mehr «Schweiz»
Symbolbild: Die ETH-Forschenden verarbeiteten die Schale der Kakaobohnen zu einem Pulver.
Symbolbild: Die ETH-Forschenden verarbeiteten die Schale der Kakaobohnen zu einem Pulver.Bild: Shutterstock

Die Forschenden der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETH Zürich) ersetzten für ihre Schokolade Kristallzucker mit Teilen der Kakaofrucht, die in herkömmlicher Schokolade nicht verwendet werden. Die neue Rezeptur stellten sie in einer Studie in der Fachzeitschrift «Nature Food» vor.

Neben den Kakaobohnen finden sich auch das Fruchtfleisch und Teile der Fruchtschale in der Schokolade, wie die Hochschule in einer Mitteilung zur Studie schreibt. Die Forschenden verarbeiteten die Schale der Kakaobohnen zu einem Pulver, das sie mit dem Fruchtfleisch, der sogenannten Pulpe, zu einem Gelee mischten. Mit diesem extrem süssen Gelee ersetzten die Forschenden den Zucker, der normalerweise beigemischt wird.

So enthält die Laborschokolade mehr Ballaststoffe und weniger gesättigte Fettsäuren als normale Schokolade, wie die Forschenden in der Studie zeigen konnten. Das macht sie gesünder. Zudem könnten auch Kleinbauern profitieren, so die ETH. Sie könnten ihre Produktepalette diversifizieren und ihr Einkommen erhöhen, indem sie weitere Teile der Kakaofrucht verwerteten.

ETH-Forschende entwickeln gesunde und nachhaltige Schoggi
Die Forschenden während der Entwicklung der Kakaofruchtschokolade im Entwicklungslabor von Felchlin, zur Zeit der Corona-​Pandemie.Bild: ETH

Kompliziertes Vorgehen

Die perfekte Rezeptur für die Kakaofruchtschokolade zu finden, war laut der ETH für die Forschenden nicht einfach. Denn zu viel des aus der Pulpe gewonnenen Fruchtsafts lässt die Schokolade verklumpen, zu wenig davon macht sie nicht genügend süss. Im Labor mussten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daher systematisch die Konsistenz der verschiedenen Zusammensetzungen durchprobieren.

Die Kakao-Bohne bei der Ernte.
Die Kakao-Bohne bei der Ernte. Bild: Shutterstock

Bei den Experimenten zeigte sich: Man kann einer Schokolade maximal 20 Prozent Gelee beifügen, was von der Süsskraft einer Schokolade mit etwa 5 bis 10 Prozent Kristallzucker entspricht. Zum Vergleich: Einer herkömmlichen Zartbitterschokolade werden schnell 30 bis 40 Prozent Kristallzucker beigesetzt.

Bis die Schokolade in Läden gekauft werden kann, wird es allerdings noch dauern. Zuerst müsse die gesamte Wertschöpfungskette vervollständigt werden, erklärte die ETH. Ein erster Schritt ist aber getan: Die Rezeptur für die Kakaofruchtschokolade wurde von der ETH als Patent angemeldet. (lak/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
11 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11
24-Jähriger stirbt bei Autounfall zwischen Bremgarten und Bünzen AG

Ein 24-Jähriger ist am frühen Sonntagmorgen in einem Waldstück zwischen Bremgarten und Bünzen AG mit seinem Auto mutmasslich verunfallt. Der Autolenker konnte nur noch tot geborgen werden, wie die Kantonspolizei Aargau am Sonntag mitteilte.

Zur Story