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Weniger Einbrüche, mehr Nachbarschaftsstreit – so hat Corona die Kriminalität verändert

Bild: shutterstock/watson

Dank #StayAtHome wagen sich zurzeit kaum Einbrecher in Wohnquartiere. Werden dafür vermehrt Firmengebäude ausgeraubt? Wir haben bei den Kantonspolizeien in Zürich, Bern und Basel nachgefragt.



Polizistinnen und Polizisten sind zu Corona-Zeiten gefordert. Aber nebst dem Auflösen von Versammlungen von mehr als fünf Personen gibt es auch im Hintergrund viel zu tun. So hat sich die Kriminalität seit Ausbruch der Krise verändert:

Einbrüche

Die Kantonspolizei Bern stellt eine rückläufige Tendenz fest, was Einbruchsdelikte im Wohnbereich angeht. Das ist laut Jolanda Egger von der Kapo Bern auch wenig überraschend, schliesslich finden Einbrüche vorwiegend dann statt, wenn sich niemand im Gebäude aufhält. Das ist derzeit allerdings eher selten der Fall, weil viele Leute im Homeoffice sind und das Haus wegen Corona viel seltener verlassen als sonst.

Allerdings führt das weit verbreitete Home Office zu vielen leerstehenden Firmengebäuden. Doch Jolanda Egger sagt gegenüber watson: «In Bezug auf Meldungen zu Einbrüchen in Geschäftsräumlichkeiten lässt sich derzeit noch keine klare Tendenz erkennen.»

Weniger Auswirkungen auf Einbrüche hat Corona im Kanton Zürich. Die Zahlen bei den Einbruchdiebstählen seien in etwa gleich geblieben, heisst es auf Anfrage.

Häusliche Gewalt

Bisher ist bei den Polizeien kein Anstieg im Bereich häuslicher Gewalt zu erkennen. Die Zahlen bewegen sich im üblichen Rahmen wie in den Vormonaten, sagt die Kantonspolizei Bern.

In Zürich liegen die Interventionen wegen häuslicher Gewalt sogar leicht unter dem letztjährigen Durchschnittswert. Trotzdem hat die Kantonspolizei Zürich ihr Hilfs- und Beratungsangebot für Betroffene von häuslicher Gewalt vorsorglich ausgebaut.

Allerdings bleibt hier die Frage nach der Dunkelziffer: Oft bleibt häusliche Gewalt unentdeckt – die reduzierten sozialen Kontakte ausserhalb der eigenen vier Wände dürften diesen Effekt zurzeit noch verstärken.

Telefonbetrügereien

In Basel sorgen Telefonbetrügereien immer wieder für Schlagzeilen. Dabei zeigt die Kantonspolizei Basel auf, wie dreist Kriminelle solche Krisenzeiten ausnutzen: Nebst dem bekannten «Enkeltrick» stellt die Kapo Basel immer häufiger Betrügereien fest, bei denen sich die Täter als Polizisten ausgeben. Dabei kann auf dem eigenen Telefondisplay durch eine geschickte technische Manipulation sogar die Rufnummer der Polizei aufleuchten.

Um Bürger und Bürgerinnen zu schützen, hat die Kantonspolizei Basel daher einen Flyer mit Informationen zusammengestellt.

Die Kantonspolizei Bern kann gegenüber watson keine zusätzlichen Betrugsversuche via Telefon bestätigen, die explizit im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen.

Nachbarschaftsstreite

Nachbarn hatten vielerorts in den letzten Wochen so intensiven Kontakt wie nie zuvor. Nebst unerwarteten Freundschaften entstand dabei erwartungsgemäss auch der eine oder andere Streit. In Extremfällen landen diese Nachbarschaftsstreite dann bei der Polizei.

So bestätigt Jolanda Egger von der Kantonspolizei Bern, dass seit Anfang März deutlich mehr Meldungen wegen Unstimmigkeiten oder Auseinandersetzungen unter Nachbarn eingegangen sind. Oftmals ging es dabei um Lärmklagen.

Sie relativiert allerdings, dass solche Meldungen nicht per se mit einem Straftaten-Anstieg gleichzustellen sind – oftmals können Polizisten und Polizistinnen bei ihrem Einsatz vor Ort schlichten und es kommt nicht zu einer Strafanzeige.

Weniger streitfreudig sind offenbar Nachbarn im Kanton Zürich: Dort ist zurzeit kein Anstieg bei Meldungen aus diesem Bereich zu beobachten, heisst es auf Anfrage.

Verkehrsunfälle

Bild: APA

Die detaillierte Verkehrsunfallstatistik vom Bundesamt für Strassen (Astra) für diesen Frühling folgt erst im kommenden Jahr. In Bern lässt sich allerdings jetzt schon ein Trend feststellen: Seit der Bundesrat die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verordnet hat, verzeichnete die Kantonspolizei Bern weniger Verkehrsunfälle.

So sieht die Kriminalität in der Schweiz ausserhalb der Coronakrise aus:

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