Schweiz
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ARCHV - ZUR VIMENTIS-UMFRAGE, AM MONTAG, 12. FEBRUAR 2018, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG ---- Blick auf die E-Voting Plattform des Kantons St. Gallen, am Freitag, 22. September 2017, in St. Gallen. An der eidgenoessischen Volksabstimmung vom 24. September 2017 wird E-Voting fuer die St.Galler Auslandschweizer wiedereingefuehrt sowie erstmals auch fuer die Stimmberechtigten bei Abstimmungen in fuenf ausgewaehlten St.Galler Gemeinden. Das Angebot soll schrittweise auf den ganzen Kanton ausgebaut werden. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

E-Voting: Wie sicher ist das elektronische Abstimmen? Bild: KEYSTONE

Bundeskanzler sieht bei E-Voting «vertretbares Risiko»



Der Schweizer Bundeskanzler Walter Thurnherr hat in einem Zeitungsinterview die elektronische Stimmabgabe als genügend sicher verteidigt. Das Risiko beim E-Voting sei vertretbar. Der Bund wolle die Testversuche in den Kantonen in einen Regelbetrieb überführen.

Mit E-Voting habe es in der Schweiz bis jetzt 200 Versuche gegeben, und es gebe keinen Hinweis darauf, dass etwas nicht korrekt abgelaufen sei, sagte Thurnherr in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Samstag. Wenn behauptet werde, das Genfer Abstimmungssystem sei gehackt worden, verunsichere das, auch wenn die Behauptung falsch sei.

Jüngste Schlagzeilen über versuchte Manipulationen von Wahlen im Ausland oder über Facebook hätten zu Verunsicherungen geführt, räumte der E-Voting-Verantwortliche beim Bund ein. Die Vorfälle würden aber vor allem die politische Meinungsbildung betreffen, nicht den Wahlvorgang an sich. In der Schweiz habe am 4. März jeder zweite Stimmende, der vom elektronischen Stimmkanal Gebrauch habe machen können, diesen auch genutzt.

So wird das E-Voting in der Schweiz funktionieren

Video: srf

Manipulation selber feststellen

Der Bund strebt beim Abstimmen übers Internet ein System an, das eine allfällige Manipulation selber feststellt. In eine solche Anwendung mit vollständiger Verifizierbarkeit habe er mehr Vertrauen als in jedes andere System, das er auf seinem Handy und Computer anwende, sagte Thurnherr. Dabei sei es viel unwahrscheinlicher, dass eine Manipulation unentdeckt bleibe als etwa bei der brieflichen Stimmabgabe.

Der Bund will eine Gesetzesvorlage ausarbeiten, um den heutigen Versuchsbetrieb in den Kantonen in den ordentlichen Betrieb überzuführen. Damit müssten die Kantone nicht mehr für jeden Urnengang eine Zulassung fürs E-Voting beantragen. Die Vernehmlassung dazu will der Bund laut Thurnherr in der zweiten Jahreshälfte starten. Lehne das Parlament die Vorlage ab, bleibe man im Versuchsbetrieb, erklärte Thurnherr.

Widerstand im Parlament

Jüngst ist wegen Bedenken zu Kosten und Sicherheit Kritik an der elektronischen Stimmabgabe lauter geworden. Das Urner Kantonsparlament lehnte die Einführung von E-Voting im März deutlich ab. Nationalrat Franz Grüter (SVP/LU) reichte eine parlamentarische Initiative für ein Moratorium beim E-Voting ein und kündigte die Lancierung einer Volksinitiative gegen die elektronische Stimmabgabe an.

Bei der Abstimmung vom 10. Juni werden schweizweit voraussichtlich rund 114'000 in der Schweiz wohnhafte Stimmberechtigte elektronisch abstimmen können. Diese sind in den Kantonen Neuenburg, Basel-Stadt, Genf, St. Gallen und Freiburg wohnhaft. Hinzu kommen rund 79'000 Stimmberechtigte im Ausland aus den Kantonen Bern, Freiburg, Luzern, Basel-Stadt, Neuenburg, Genf, St. Gallen und Aargau.

Nach dem Willen des Bundesrats soll E-Voting bis 2019 von einer Mehrheit der Kantone angeboten werden. Derzeit sind in der Schweiz zwei E-Voting-System im Einsatz. Die Post will ihre Anwendung so weit entwickeln, dass noch im laufenden Jahr die Anforderungen für die Zulassung von 100 Prozent der Stimmberechtigten erfüllt sind. Im Einsatz ist ausserdem die Genfer E-Voting-Lösung «CHVote». (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pointer 30.04.2018 16:47
    Highlight Highlight Wir haben ein relative gutes und vor grossen Manipulationen sicherere System zur Stimmabgabe, warum sollten wir das für etwas vermeintlich mehr Komfort aufs Spiel setzen?
  • ConcernedCitizen 29.04.2018 09:43
    Highlight Highlight Wäre doch eine gute Anwendung für die Blockchain-Technologie? Jederzeit von jedermann verifizierbar, wie die Stimmenverteilung ist, fälschungssicher, und sollte jemand den Vault klauen, ist es sofort für alle ersichtlich und die Wahl könnte im schlimmsten Fall wiederholt werden.
  • Wambolium 28.04.2018 17:27
    Highlight Highlight Natürlich kann man IT-Systeme absichern. Man kann Verbindungen verschlüsseln, man kann regelmässig die Software updaten, man kann Zwei-Faktor-Authentifizierung einführen usw. Aber auch ein gut abgesichertes IT-System ist angreifbar, denn es gibt keine 100% Sicherheit. Es kann zB sein, dass jemand der abstimmt einen Virus auf seinem PC hat, der die Stimmabgabe fälscht. Das ist einfach zu gefährlich.
  • N. Y. P. D. 28.04.2018 15:54
    Highlight Highlight Herr Bundeskanzler

    Nehmen wir an, wir haben E-Voting.

    Nehmen wir weiter an, die Juso bringt eine Initiative zur Abstimmung, die unseren Grossbanken dermassen stark reguliert, dass sie faktisch nicht mehr konkurrenzfähig wären.

    Ja Herr Bundeskanzler, Sie sehen worauf ich hinaus will !

    Man könnte also mit einem genialen (Staats-)Hack unsere Banken schachmatt legen. Mit einer einzigen Abstimmung. Und in Bern würden Sie vermutlich weinerlich vor die Mikrofone treten : Es gibt keine Hinweise auf Manipulation !!!!!

    ☝️Zu gerne hätte ich Ihre Meinung ☝️

  • bossac 28.04.2018 13:35
    Highlight Highlight Als Informatiker finde ich es schlicht unverantwortlich ein solches System einzuführen. Jede IT-Fachkraft die keiner Lobby angehört und die Fähigkeit besitzt kritisch zu denken wird dies bestätigen. Es gibt nirgends 100% Sicherheit. Der Unterschied ist nur, dass in der IT schon die kleinste Sicherheitslücke reicht, um unbemerkt einen riesigen Schaden zu verursachen und im Kontext einer Wahl müssten dabei sofar nur überall minimal ein paar Manipulationen vorgenommen werden. Die Naivität gewisser Politiker aus höchster Ebene ist einfach nur erschreckend.
    Play Icon
    • Turrdy 28.04.2018 15:35
      Highlight Highlight Ja, dieses Video sagt eigentlich schon alles. E-Voting ist nicht nur technisch problematisch sondern auch rein prinzipiell.
  • TactixX 28.04.2018 12:29
    Highlight Highlight "und es gebe keinen Hinweis darauf, dass etwas nicht korrekt abgelaufen sei"
    Ja klar Herr Thurnherr, normalerweise schreiben Hacker auch das Sie was manipuliert haben! Ist doch klar oder? 🤔
  • MrJS 28.04.2018 11:33
    Highlight Highlight Die USA, Russland und auch Nordkorea haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie auch die bestgeschützten Systeme hacken können. Zudem hat der Schweizer Staat sein Anti-Talent in Informatikprojekten schon mehrfach gezeigt. Wollen wir wirklich unsere stabile Demokratie allein für ein bisschen mehr Bequemlichkeit bei der Stimmabgabe aufs Spiel setzen?
  • N. Y. P. D. 28.04.2018 11:33
    Highlight Highlight Das Risiko beim E-Voting ist vertretbar.

    Die elektronische Stimmabgabe ist genügend sicher.

    Es gibt keinen Hinweis darauf, dass etwas nicht korrekt abgelaufen ist.

    Wir wollen ein System, das eine allfällige Manipulation selber feststellt.

    Zitate von Bundeskanzler Walter Thurnherr..

    Tönt besorgniserregend, geschätzter Herr Bundeskanzler.

    Frage : Ist das System so sicher, dass es den weltbesten Hackern, der NSA, der CIA, FSB, etc. und auch allen anderen Nachrichtendiensten standhält ?
    Wir sind ja nicht mal in der Lage für das Militär einfachste Netzwerke aufzubauen.
    • Alnothur 28.04.2018 13:32
      Highlight Highlight "Wir sind ja nicht mal in der Lage für das Militär einfachste Netzwerke aufzubauen. "

      Das FIS Heer ist seit Jahren im Produktivbetrieb...
  • Crecas 28.04.2018 11:25
    Highlight Highlight Ohne die Positionen der Parteien zu kennen, wette ich, dass die SVP sicherlich gross dagegen sein wird. Wetten?

    Die Strategen wissen auch ganz genau, dass die Basis der SVP eine viel höhere Mobilisierungsquote hat und darum bei den Abstimmungen vor allem aber bei den Wahlen überproportional vertreten sind. E-Voting würde diesen Vorteil, den sich die SVP erarbeitet hat, stark schwächen.
    • fant 28.04.2018 13:41
      Highlight Highlight Mit deiner These stürzst du mich jetzt aber in ein tiefes Entscheidungs-Dilemma. Ich würde nie SVP wählen, also müsste ich für E-Voting sein.

      Aber Informatiker sehe ich aber auch deutlich mehr Risiken als Nutzen - zumindest solange nicht alle Komponenten komplett offen gelegt sind.

      Ich bleibe vorerst beim NEIN.
  • ImperialBanana 28.04.2018 11:15
    Highlight Highlight alles was am Netz hängt lässt sich hacken, die Frage ist nur wann..
  • Posersalami 28.04.2018 11:12
    Highlight Highlight Wir sollen also einem System vertrauen, das sich selbst kontrolliert?


    Nein danke.
  • El Vals del Obrero 28.04.2018 10:34
    Highlight Highlight Es geht ja nicht nur um die Sicherheit, sondern auch um die Nachvollziehbarkeit. Und zwar auch für Menschen ohne Programmierkenntnisse (sofern der Quellcode überhaupt einsehbar ist). Gerade heute mit all den Verschwörungstheorien.

    Man muss der "Anwendung mit vollständiger Verifizierbarkeit" einfach blind vertrauen, statt dass man im Wahlbüro im Quartier bei der Auszählung über die Schultern schauen kann. Es kann ja schon sein, dass die Anwendung weniger Fehler als Menschen macht, aber eben, das ist für die Menschen kaum nachvollziehbar.
  • Ton 28.04.2018 10:31
    Highlight Highlight Solange ich auf einer Blockchain selbst verfolgen kann, wo meine Stimme letztlich gelandet ist, bin ich dafür.

    Als Auslandschweizer konnte ich auch schon online abstimmen. Ich fand es super, kann aber natürlich nicht einschätzen wie sicher es war. Ich bin aber überzeugt, dass das ein perfekter use case für die Blockchain oder ein Tangle ist. Alles andere empfände ich nicht unbedingt als sicher.
  • Hierundjetzt 28.04.2018 10:29
    Highlight Highlight Logisch gibts auf kantonaler Ebene keine Manipulation. Wen interessierts schon ob ein Genfer Spital eine neue Heizung bekommt.

    Bei nationalen Abstimmungen ist das ganz was anderes.

    Kein einziges IT-System des Bundes läuft fehlerfrei.

    Der Witz der Story ist ja die Tatsache, dass gerade die Post (!) ein System bauen will.

    Eine Firma, deren E-Banking immer wieder ausfällt, die für von 100 Mio bescheisst und deren Kompetenz im Transport von Päckli von A nach B ist
  • Töfflifahrer 28.04.2018 10:19
    Highlight Highlight Der Herr Bundeskanzler ist sicher ein ausgewiesener Spezialist in solchen Fragen und gibt sicher nicht wieder was einige hier Unbekannt ihm eingeflüstert haben.
    Wenn ich den Begriff "Vertretbares Risiko" schon höre, bekomme ich ein mulmiges Gefühl.
    Bei Schriftlicher Abstimmung kennen wir die Wege und die sind überprüfbar. Diese Transparenz fehlt bei der digitalen Abstimmung. Zudem vertraue ich den Behörden nicht mehr.
  • Ridcully 28.04.2018 10:03
    Highlight Highlight was qualifiziert Herr Thurnherr zu diesem Schluss? Ist er ein ausgebildeter CISO, oder auch nur Einer, der ein Bauchgefühl Kund tut? Wahlen sind der essentielle Kern einer glaubwürdigen Demokratie. wer diese Säule leichtfertig preis gibt, wirkt Staatszersetzend.
    • The Destiny // Team Telegram 28.04.2018 11:22
      Highlight Highlight Zudem ist e-voting keine Geheime Wahl mehr.
    • fant 28.04.2018 13:45
      Highlight Highlight @destiny: Das kommt drauf an. Habe z.B. das gefunden: https://www.iacr.org/elections/eVoting/requirements.html

      Das Wichtigste lässt sich auch auf politische E-Voting Systeme übertragen:

      * voters (i.e. IACR members) must be able to vote exactly once
      * Individual votes must remain secret
      * The system must have universal verifiability of the integrity of the election outcomes.

      So müsste es gemacht werden...

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