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Bei den Personen, die in den Genuss einer erleichterten Einbürgerung kommen könnten, handelt es sich nicht etwa um Burkaträgerinnen, sondern vorwiegend um Italiener. 
Bei den Personen, die in den Genuss einer erleichterten Einbürgerung kommen könnten, handelt es sich nicht etwa um Burkaträgerinnen, sondern vorwiegend um Italiener. bild: watson 

Burka-Einbürgerungen? Wir sind doch nicht blöd! Diese 5 Grafiken musst du kennen 

Glaubt man der Plakatkampagne des Hardliner-Komitees um SVP-Nationalrat Andreas Glarner werden in der Schweiz mit Annahme der erleichterten Einbürgerung bald «unkontrolliert» Burkaträgerinnen eingebürgert. Diese 5 Statistiken widersprechen. 
12.01.2017, 09:0812.01.2017, 11:23

Am 12. Februar stimmt die Schweiz über die erleichterte Einbürgerung von Ausländerinnen und Ausländern dritter Generation ab. Personen also, deren Grosseltern ungefähr zur Zeit des zweiten Weltkrieges eingewandert oder geboren sind.

Nach einem bisher eher lau verlaufenen Abstimmungskampf investiert ein Hardliner-Komitee um SVP-Nationalrat Andreas Glarner doch noch einen unbekannten Betrag in eine Plakat- und Display-Kampagne, deren Motiv sich mittels Provokation selbständig in den sozialen Netzwerken und den Medien verbreiten soll. 

Eine Burka für alle Fälle

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«Unkontrolliert einbürgern?», fragt das Komitee auf den Plakaten und: «Nein zur erleichterten Einbürgerung». Dazu drapiert sie das Sujet der aus vorangehenden Kampagnen bestens bekannten grimmig dreinguckenden Burkaträgerin. Werden etwa Burkaträgerinnen eingebürgert, wenn die Schweiz den Bundesbeschluss über die erleichterte Einbürgerung von Personen der dritten Ausländergeneration annimmt? Saudi-Araberinnen? Afghaninnen? Und das unkontrolliert? 

Die Statistik zeigt anderes. Gerade mal 24'656 Menschen im Alter zwischen 9 und 25 Jahren kämen in der Schweiz überhaupt für die erleichterte Einbürgerung in Frage. Das sind 0,3 Prozent der aktuell in der Schweiz lebenden Bevölkerung: 

Von diesen 24'656 Personen stammen gerade mal die Grosseltern von 334 von ausserhalb Europas. 99 Prozent der Menschen, die nach einem Ja zur erleichterten Einbürgerung in den Genuss des unbürokratischeren Verfahrens kämen, haben also gemäss Staatssekretariat für Migration (SEM) ihre Wurzeln in Europa. 

Aufteilung: EU/EFTA: 19'377 Pers. / Resteuropa: 4945 Pers. / Andere: 334 Pers.
Aufteilung: EU/EFTA: 19'377 Pers. / Resteuropa: 4945 Pers. / Andere: 334 Pers.quelle: staatssekretariat für migration

Europäer tragen sehr selten Burkas. Und bei den 99 Prozent Ausländerinnen und Ausländern der dritten Generation handelt es sich nicht um Afghanen. Sondern vorwiegend um Personen mit italienischen Wurzeln, wie aktuelle Zahlen des SEM zeigen. Ganze 58 Prozent stammen aus dem südlichen Nachbarland Italien. Die zweitgrösste Gruppe stellen Personen, deren Grosseltern aus der Türkei eingewandert sind, dicht gefolgt von Spanien und Portugal. 

Jene sollen also gemäss Glarners Hardliner-Komitee «unkontrolliert» eingebürgert werden. Das stimmt nicht ganz. Personen, die von einer erleichterten Einbürgerung profitieren könnten, müssen eine Reihe von Kriterien erfüllen. Sie dürfen unter anderem nicht älter sein als 25 Jahre, müssen in der Schweiz geboren und hier mindestens fünf Jahre zur Schule gegangen sein. Wenigstens ein Elternteil muss mindestens zehn Jahre in der Schweiz gelebt haben und ein Grosselternteil hier ein Aufenthaltsrecht erworben haben. 

Zudem müssen die Betroffenen gut integriert sein, die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in der Schweiz kennen, einwandfrei eine Landessprache sprechen und ihre Lebenskosten eigenständig decken können sowie lupenreine Betreibungsregisterauszüge aufweisen. Es darf kein Strafverfahren gegen sie laufen und sie dürfen keinen Eintrag im Strafregisterauszug haben. 

Mit diesen Einbürgerungsbedingungen und der Wartezeit gehört die Schweiz heute zu den Ländern mit den strengsten Einbürgerungspraxen Europas. Im EU-Vergleich bürgert die Schweiz pro 100 ansässiger Ausländerinnen und Ausländer bloss 1,7 ein. Der EU-Schnitt liegt bei 2,6. 

quelle: eurostat
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343 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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piedone lo sbirro
12.01.2017 09:48registriert November 2016
es hat mehr burka trägerinnen auf den SVP-plakaten am HB in zürich als in der ganzen schweiz...
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dä dingsbums
12.01.2017 12:03registriert April 2015
Meine Eltern sind in den 60ern aus Südeuropa eingewandert.

Ich bin hier geboren und aufgewachsen und hab mich irgendwann einbürgern lassen.

Mein Bruder, der auch hier geboren wurde und zur Schule ging, hat sich bis jetzt nicht einbürgern lassen.

Seine Kinder haben keinen Schweizer Pass, meine schon. Integriert sind wir und unsere Kinder genau gleich.

Falls sich nun meine Neffen mal einbürgern lassen wollen, soll das nicht unnötig kompliziert sein.

Darum, ja.
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piedone lo sbirro
12.01.2017 12:25registriert November 2016
diese dreckskampagne ist schon traurig genug.

noch trauriger ist, dass viele der so mobilisierten auch noch die USR III gutheissen werden. weil sie glauben, das komme dann ihnen zugute.

geld dank steuerhinterziehung für die elite - "ausländer raus!" -parolen für das stimmvieh.

welcome to SVP!
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