Nationalrat schweigt für die Brandopfer von Crans-Montana
Zum Start der Frühjahrssession hat der Nationalrat eine Schweigeminute in Gedenken an die Opfer des Brandes von Crans-Montana VS abgehalten. Es sei die Pflicht des Parlaments, die Katastrophe «niemals zu vergessen», sagte Nationalratspräsident Pierre-André Page.
Zwei Monate nach der Brandkatastrophe beschäftige die Silvesternacht noch immer, sie habe sich in die Herzen eingeprägt, sagte Page (SVP/FR) am Montag im Rat.
«In dieser Nacht stand in Crans-Montana eine Bar in Flammen und riss vierzig junge Menschen voller Zukunftshoffnungen mit sich. Ein weiterer junger Mann, der schwer verletzt wurde, ist vor kurzem verstorben. Noch heute kämpfen die Überlebenden jeden Tag darum, das wieder aufzubauen, was das Feuer zerstört hat», fuhr der Nationalratspräsident fort.
Die jungen Menschen hätten sich versammelt, «um die Zukunft zu feiern, um gemeinsam zu lachen und ihre Träume zu teilen. In einem Augenblick verwandelte sich die Freude in einen Albtraum. Leben wurden zerstört, Familien zerrissen, Freunde versanken in Unverständnis und Schmerz.»
Page dankte in seiner Rede auch allen Helfenden in der Schweiz und im Ausland, die sich «mit Mut und Entschlossenheit engagiert haben». Ihr Einsatz und ihre Menschlichkeit blieben in Erinnerung. «Ich möchte auch in Ihrem Namen meine aufrichtige Dankbarkeit gegenüber allen Ländern zum Ausdruck bringen, die uns die Hand gereicht und uns aufgenommen haben», sagte Page an auf der Tribüne sitzende Vertretende gerichtet.
Unabhängige Justiz unverzichtbar
Nun müsse das Parlament die Lehren aus dieser dunklen Nacht ziehen. Ab sofort werde der Rat am Gesetzesentwurf zur Unterstützung der Opfer des Brandes arbeiten, kündigte der Freiburger an.
Die Justiz müsse zudem «in völliger Unabhängigkeit die Verantwortlichkeiten feststellen», sagte Page. Dies sei «eine unverzichtbare Voraussetzung für den Vertrauensvertrag, der unsere Institutionen mit der Gesellschaft verbindet, der sie dienen. Ohne Wahrheit kann es kein dauerhaftes Vertrauen geben».
In der Folge gedachte die grosse Kammer in einem Moment der Stille den Opfern, ihren Familien und Angehörigen. Auch im Ständerat war zum Start in die Session am späteren Nachmittag ein Gedenken an die 41 Todesopfer und die über hundert Verletzten der Silvester-Brandnacht geplant. (sda)
