Schweiz
Gesundheit

In Luzerner Kantonsspital kursiert «Mimimi-Formular» – Personal verletzt

Medienrundgang im neuen Notfallzentrum und Zentrum fuer Intensivmedizin am Luzerner Kantonsspital, LUKS, am Donnerstag, 8. Juni 2017, in Luzern. Nach einer zwei jaehrigen Bauzeit geht das Notfallzentr ...
Im Luzerner Kantonsspital herrscht Unmut. Grund: ein «Mimimi-Formular». Bild: KEYSTONE

In Luzerner Kantonsspital kursiert «Mimimi-Formular» – Belegschaft «verletzt und empört»

28.03.2024, 17:1928.03.2024, 17:54
Folge mir
Mehr «Schweiz»

«Wir sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Luzerner Kantonsspital (LUKS) und schreiben Ihnen diesen Brief, um Ihnen ein schwerwiegendes Problem in unserem Unternehmen aufzuzeigen» – so beginnt ein anonymes Schreiben, das die watson-Redaktion diese Woche erhalten hat.

Das Formular

Das «schwerwiegende» Problem schildern die anonymen Verfasser wie folgt: Seit drei Wochen kursiere im Luzerner Kantonsspital ein «Mimimi-Formular». Darin stehen Fragen wie: «Auf was basiert Ihr Mimimi?», «Haben Sie geweint?», «Sind Sie bereit, an einer Therapie teilzunehmen?» und «Würde Ihnen jetzt eine Umarmung guttun?»

Oben rechts auf dem Formular ist das offizielle Logo des LUKS zu finden.

So sieht das Formular aus:

Bild
Bild: zVg

Die anonymen Verfasser schreiben, dass leitende Angestellte mit Personalverantwortung das Formular auf Social Media verbreitet hätten. Zudem sei es im internen Qualitätsmanagement Programm IMS als offizielles Dokument hinterlegt.

Das Formular habe die Mitarbeitenden «zutiefst verletzt und empört», wie die anonymen Verfasser weiter schreiben. Sie hätten sich – ebenfalls anonym – an die Direktion, HR, Verwaltungsrat und die Personalkommission gewandt und das Formular beigelegt. «Wir haben um eine interne Entschuldigung, ein klares Statement und angemessene Konsequenzen für die Verantwortlichen gebeten. Leider ist in den letzten drei Wochen nichts dergleichen geschehen», schreiben sie weiter.

Darum entschied sich die Belegschaft, watson zu kontaktieren, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Sie beendet den Brief mit: «Wir möchten aus Angst vor Repressalien anonym bleiben, da wir feste Arbeitsverhältnisse haben und auf unseren Job angewiesen sind.»

So reagiert das Luzerner Kantonsspital

watson hat das LUKS gefragt, wer das Formular in Umlauf gebracht hat und ob es als offizielles Dokument hinterlegt ist.

Die Antwort des LUKS:

«Es handelt sich hierbei keineswegs um ein offizielles Formular des Luzerner Kantonsspital (LUKS), sondern um einen abteilungsinternen Scherz. Das Thema und der Ablageort wurden intern bereits vor einigen Wochen kritisch thematisiert und bereinigt. Gleichzeitig hat bezüglich unterschiedlicher Lesart und Auslegung von Humor eine Sensibilisierung stattgefunden. Die Urheberschaft bedauert das Vorgehen und hat glaubhaft versichert, dass klar nie die Absicht bestand, Mitarbeitende zu desavouieren oder nicht ernst zu nehmen. Entsprechend wurde das Formular auch gar nie für Umfragen unter Mitarbeitenden verwendet. Die LUKS Gruppe führt alle 2,5 Jahre eine extern begleitete, offizielle Mitarbeitenden-Befragung durch.»
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Dieser Zahnarzt zeigt Vorher-Nachher-Bilder, die einfach nur verblüffen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
205 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Dini Mam.
28.03.2024 17:35registriert Juli 2022
An den Reaktionen merkt man, dass das Formular durchaus benötigt wird…


😉😉
555153
Melden
Zum Kommentar
avatar
Daniel Noger
28.03.2024 17:43registriert November 2022
Der lag bei uns als Witz vor 7 Jahren im Aufenthaltsraum, gab viel Gelächter und niemand nahm den Ernst, weder alt, noch jung, noch Frau, noch Mann.
40172
Melden
Zum Kommentar
avatar
haf
28.03.2024 20:58registriert Januar 2021
Wenn das Pflegepersonal den Scherz nicht mehr erkennt, deutet dies womöglich darauf hin, dass das Pflegepersonal bei der Arbeit schon lange nichts mehr zu lachen hat.

Da liegt wahrscheinlich das Problem und sollte nachdenklich machen.
12515
Melden
Zum Kommentar
205
Bundesrat unterzeichnet in Widnau SG Staatsvertrag mit Österreich

Umweltminister Albert Rösti (SVP) und sein österreichischer Amtskollege Norbert Totschnig (ÖVP) haben am Freitag in Widnau SG einen Staatsvertrag für ein Hochwasserschutzprojekt am Alpenrhein (Rhesi) unterzeichnet. Beide Länder sicherten je eine Milliarde Franken zu.

Zur Story