Wo Häuser in der Schweiz noch bezahlbar sind
Die Schweiz hat den höchsten Anteil an Mietern in Europa. Doch Umfragen zeigen immer wieder, dass der Traum vom Eigenheim in der Bevölkerung nach wie vor extrem verbreitet ist. Dieses Paradoxon lässt sich durch mehrere Faktoren erklären, doch der Hauptgrund ist simpel: Der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung ist zu teuer. In den letzten 25 Jahren haben die Preise stark angezogen – vor allem in den Städten.
Eine genauere Analyse zeigt jedoch, dass die Situation in der Schweiz nicht überall gleich ist: So ist der Erwerb von Wohneigentum in einigen Gemeinden deutlich erschwinglicher als in anderen. Dies bestätigen Zahlen des Lausanner Unternehmens Lookmove für das Jahr 2025, die watson exklusiv vorliegen.
Hauspreise
Die Zahlen des letzten Jahres zeigen deutliche Unterschiede: Der Medianpreis pro Quadratmeter – eine Variable, die den Häusermarkt in zwei gleiche Teile teilt – reicht von 35'776 Franken in Gstaad bis zu 3173 Franken in Courchavon im Norden des Jura. Ein Unterschied von mehr als 1000 Prozent.
In den Städten sind die Hauspreise generell sehr hoch, erreichen jedoch nicht die Spitzenwerte, die in einigen noblen Gemeinden – beispielsweise in den Wintersportorten Verbier (23'404 Franken), Gstaad (35'776 Franken) oder St.Moritz (38'308 Franken) – verzeichnet werden.
In Zürich steigen die Preise je nach Stadtteil von 9487 auf 23'166 Franken pro Quadratmeter. Das gleiche Szenario zeigt sich in Bern, wo die Medianpreise je nach Postleitzahl zwischen 6389 und 12'690 Franken schwanken. Andere Kantonshauptstädte weisen bescheidenere Maximalpreise auf, wie beispielsweise Aarau (8663 Franken), Schaffhausen (8572 Franken) oder Solothurn (6267 Franken).
Anzumerken ist allerdings, dass die Anzahl der veröffentlichten Inserate von Ort zu Ort stark variiert. So standen in Lugano im Verlauf des letzten Jahres mehr als 560 Häuser zum Verkauf, während es in Rapperswil SG nur gerade sieben Häuser zu kaufen gab. In 385 Gemeinden kamen im Jahr 2025 sogar überhaupt keine Immobilien auf den Markt.
Wohnungspreise
Die Situation bei den Eigentumswohnungen ist ähnlich kontrastreich wie bei den Häusern. Um eine Dreizimmerwohnung zu erwerben, muss man beispielsweise in St.Moritz mehr als 25'000 Franken pro Quadratmeter bezahlen, in Bodio TI hingegen weniger als 2500 Franken.
Auch innerhalb derselben Stadt können die Unterschiede erheblich sein. Der Medianpreis für eine Vierzimmerwohnung schwankt in Zürich zwischen 13'884 und über 25'000 Franken pro Quadratmeter, während er in Lausanne zwischen 12'000 und 16'000 Franken liegt.
Neben den Unterschieden auf kommunaler Ebene sticht zusätzlich heraus, dass bestimmte Gebiete teurer sind als andere: Dies gilt insbesondere für die Regionen um den Genfersee und den Zürichsee.
Anders als bei den Einfamilienhäusern waren Anzeigen für zum Verkauf stehende Wohnungen im letzten Jahr relativ selten. In mehr als 1000 Orten wurde 2025 keine einzige Wohnung auf den Markt gebracht.
Lookmove wird von zahlreichen Immobilienfachleuten sowie von Privatpersonen genutzt, die Zugang zu präzisen Informationen über den Wohnungsmarkt wünschen. Bei einigen Indikatoren kann es je nach Qualität der zuvor veröffentlichten Informationen zu einer Fehlerquote von bis zu 10 Prozent kommen.
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