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Liveticker

Bundesrat verlängert Lockdown um eine Woche +++ Sommaruga: «Erste Lockerungen Ende April»

08.04.2020, 18:13
  • Der Bundesrat verlängert die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus um eine Woche bis am 26. April. Ab Ende Monat sollen sie schrittweise gelockert werden. Über die Etappen der Lockerung will er nächste Woche entscheiden.
  • Die Infektionskurve in der Schweiz scheint abzuflachen. Am Mittwoch meldete das BAG zum dritten Tag in Folge unter 600 Fälle. Letzte Woche waren es noch über 1000 neue Fälle pro Tag.
  • Auch die Zahl der aktiven Covid-19-Erkrankten nimmt ab, da immer mehr Personen geheilt sind. Von den fast 23'000 Fällen sind 7000 wieder genesen. Von einem Peak könne aber noch nicht die Rede sein, hält Daniel Koch vom BAG fest.
  • Die Schweiz blickt gebannt auf das schöne Osterwochenende. Die Bewegungsdaten zeigen zwar, dass sich die Schweizer an die Empfehlungen halten, die Disziplin scheint jedoch zu schwinden.
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19:30
Die wichtigsten Aussagen der Medienkonferenz des Bundesrats
19:18
Kurzarbeit auch im Hinwiler Formel-1-Werk
Alfa Romeo macht es wie andere Formel-1-Teams und meldet für die mehr als 500 Angestellten in der Fabrik in Hinwil Kurzarbeit an. Gemäss «Blick» soll die aktuelle Massnahme mindestens bis Ende April gelten. Allerdings habe man die Belegschaft im Zürcher Oberland bereits darauf vorbereitet, dass die Periode länger dauern könnte.

Der Automobil-Weltverband FIA hatte am Dienstag beschlossen, die zwangsweisen Werksferien der zehn Formel-1-Teams um weitere zwei Wochen zu verlängern. Statt 21 Tage müssen die Fabriken nun 35 Tage lang stillstehen. Während dieser Zeit sind keine Arbeiten an den Autos erlaubt. (pre/sda)
epa08291992 (FILE) - A Mechanic closes the garage of German Formula 2 driver Mick Schumacher during in-season testing for Alfa Romeo Racing at the Sakhir circuit near Manama, Bahrain, 03 April 2019 (re-issued on 13 March 2020). The Bahrain Formula One Grand Prix has been cancelled amid the coronavirus COVID-19 pandemic, the Formula One confirmed on 13 March 2020.  EPA/VALDRIN XHEMAJ *** Local Caption *** 55100668
Bild: EPA
18:20
Deutschschweizer deutlicher für Lockerungen
18:18
ETH-Studie: Massnahmen des Bundesrats zeigen Wirkung
Der vom Bundesrat verfügte «Lockdown light» zeigt Wirkung. Eine mit dem Coronavirus infizierte Person steckt gemäss Berechnungen eines ETH-Teams im Schnitt nur noch eine Person an statt wie vorher zwei bis drei Personen. Wirkung zeigen die Massnahmen des Bundesrats zur Eindämmung der Pandemie in der ganzen Schweiz. Die Lage sei damit stabil, die Epidemie aber noch nicht eingedämmt, teilte die ETH Zürich am Mittwochabend mit.

Dass die Lage derzeit stabil sei, sei für die Spitäler und ihre Kapazitätsplanung positiv, erklärte Tanja Stadler, Professorin am Departement für Biosysteme der ETH Zürich in Basel. Solange die Lage so bleibe, wüssten die Spitäler, dass sie in Zukunft so viel Kapazität für Eintritte benötigten wie derzeit. Eingedämmt sei die Epidemie damit allerdings nicht, betont Stadler. «Würden wir die getroffenen Massnahmen bald aufheben, müssten wir damit rechnen, dass sich das Virus sofort wieder exponentiell verbreitet», sagt die Wissenschaftlerin.

Die derzeitigen Massnahmen aufheben und ersetzen, könne man erst, wenn der Höhepunkt der Epidemie deutlich überschritten sei. Ein Hinweis darauf würde eine Reproduktionszahl deutlich unter dem Wert eins liefern. (pre/sda)
Die Soldaten Liu Kelun, rechts, und Andreas von Bueren erfassen Daten eines Covid-19 Patienten, die ihnen die Pflegefachfrau durchgibt, im Freiburger Spital (HFR), am Mittwoch, 8. April 2020 in Freiburg. Fuenfzig Spital- und Sanitaetssoldaten uebernehmen in den Abteilungen Innere Medizin und Intensivpflege am Standort Freiburg eine Vielzahl von Aufgaben. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Bild: KEYSTONE
18:11
Tessin führt Einkaufsfenster für über 65-Jährige ein
Im Rahmen der Verlängerung des Notstands bis zum 19. April hat der Tessiner Regierungsrat seine Massnahmen angepasst. Unter anderem führt die Regierung ein sogenanntes Einkaufsfenster für Personen über 65 Jahre ein. Diese sollen jeweils am Vormittag vor 10 Uhr Lebensmittel einkaufen können. Der Regierungsrat ruft die Bevölkerung dazu auf, während dieser Zeitspanne die Lebensmittelläden und Supermärkte der älteren Bevölkerung zu überlassen und später einzukaufen. Das Einkaufsfenster gilt auch für jüngere Menschen, die einer Risikogruppe angehören.

Zudem hält die Regierung fest, dass es erlaubt sei, sich im Freien zu bewegen – jedoch ausschliesslich unter Einhaltung der verhängten Hygiene- und Distanzmassnahmen. Die Bevölkerung wird gebeten, keine Risikosportarten auszuüben, denn Unfälle würden das Tessiner Gesundheitssystem zusätzlich belasten. Überdies hält die Regierung in einem neuen Dekret fest, dass es ausserhalb den eigenen vier Wänden verboten sei, sich in Gruppen von mehr als fünf Personen aufzuhalten.

Die Baustellen bleiben im Südkanton bis zum 19. April geschlossen. Industriebetriebe, deren Produktion weder Lebensmittel noch pharmazeutische Produkte umfassen, können beim kantonalen Führungsstab ein Gesuch um Aufnahme eines reduzierten Betriebs einreichen. (pre/sda)
Die Freiwilligenhelfer Adem Salimi, rechts, und Angelo Vellani, links, machen Einkaeufe fuer eine betagte Person, am Montag, 23. Maerz 2020, in Biasca. Aufgrund des Coronavirus verzichten viele aeltere Personen darauf, selber Einkaeufe zu taetigen. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)
Bild: KEYSTONE
18:00
Das war's für heute!
Die Medienkonferenz des Bundesrats ist beendet. Wer verpasst hat, was der Bundesrat heute beschlossen hat, kann hier die ganze Medienkonferenz nachschauen:
17:55
Zwei Drittel der Bevölkerung muss immun sein
Die Antikörper-Tests, die zeigen, ob jemand gegen das Virus immun sei, seien wichtig, sagt Bundesrat Berset. Wie viele Leute immun sind, werde sicherlich einen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Lockerungen haben. «Es ist wichtig, welchen Immunitätsgrad wir erreicht haben», sagt Berset. «Wir gehen davon aus, dass zwei Drittel der Bevölkerung immun sein müssen, damit wir sagen können, dass wir die Epidemie in den Griff kriegen. Dazu helfen die seriologischen Tests, die wir nun grossflächig testen müssen.»
Bundesrat Guy Parmelin spricht an der Seite von Bundesrat Alain Berset und Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga, von links, waehrend einer Medienkonferenz des Bundesrates ueber die Situation des Coronavirus, am Mittwoch, 8. April 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Bild: KEYSTONE
17:44
Könnten Massnahmen in spezifischen Regionen gelockert werden?
Man beobachte dies, sagt Berset. Man müsse sich aber auch fragen, was für Auswirkungen regionale Lockerungen hätten. Zum Beispiel für Geschäfte – würde dann der Einkaufstourismus gefördert? Es gäbe viele Kriterien, die man in Betracht ziehen muss. «Wir wollen keine Spannungen zwischen den Regionen erzeugen», so Berset.
17:41
Kommt die Maskenpflicht?
Es sei nicht verboten, eine Maske zu tragen, so Berset. Über eine Maskenpflicht würde man sich demnächst im Bundesrat wieder austauschen: «Wir verfolgen auch, was im Ausland passiert zum Thema Maskenpflicht. Im Rahmen der Lockerung der Massnahmen, wird die Maskenpflicht ein Diskussionspunkt sein», erklärt der Bundesrat. Mehr könne er momenan nicht sagen.
Bundesrat Alain Berset, Mitte, spricht an der Seite von Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga, hinten, und Bundesrat Guy Parmelin, waehrend einer Medienkonferenz des Bundesrates ueber die Situation des Coronavirus, am Mittwoch, 8. April 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Bild: KEYSTONE
17:35
Wer wäre bei einer Staatshilfe für die Luftfahrt anspruchsberechtigt?
Zur kritischen Infrastruktur gehöre zum Beispiel die Swiss, Edelweisss, Easyjet Switzerland, Skyguide und die drei Schweizer Flughäfen sowie die Betriebe dort. Wer genau unterstützt werde sei noch offen und müsse abgeklärt.
17:33
Wie sieht es mit der Öffnung der Schulen aus?
Auch dazu kann Berset noch nichts konkretes sagen. Es sei relativ klar, dass die grossen Versammlungen nicht zuerst wieder zugelassen werden können, sagt Berset. Die Schulen würden irgendwo in der Mitte liegen. Man müsse auch zwischen verschiedenen Arten wie Universitäten oder Primarschulen unterschieden. Nächste Woche würde ein Konzept ausgearbeitet. «Wir müssen noch ein bisschen Geduld haben.»
17:31
Wird der Bund den ÖV finanziell unterstützen?
Der Bund prüfe zurzeit die Anfrage des öffentlichen Verkehrs, sagt Sommaruga. Dies geschehe jedoch im Kontext der bereits getroffenen Massnahmen. So würde auch der öffentliche Verkehr zum Beispiel von der Kurzarbeit profitieren. Mehr könne Sommaruga noch nicht dazu sagen.
Bundesrat Alain Berset und Bundespraesidentin Simonetta Sommaruga waehrend einer Medienkonferenz des Bundesrates ueber die Situation des Coronavirus, am Mittwoch, 8. April 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Bild: KEYSTONE
17:25
Werden der Luftfahrt drei bis fünf Milliarden zugesprochen?
Zahlen könne man noch keine nennen, so Sommaruga. Die Gespräche seien noch am laufen. Es sei möglich, dass allfällige Hilfen über Notrecht vom Bundesrat bestimmt werden. Bundespräsidentin Sommaruga: «Was ich sagen kann: Der Bund hat eine Rechtsgrundlage um Fluggesellschaften zu unterstützen. Wenn es aber um flugnahe Betriebe geht, muss erst noch eine Rechtsgrundlage geschaffen werden. Diese Gespräche müssen noch geführt werden - die Unterstützung wird aber an strenge Bedingungen geknüpft.»
17:21
Warum wurde der Lockdown verlängert?
Die Anzahl der Neuinfektionen, der Hospitalisierungen und der Toten steige momentan noch, so Berset. Auch wenn sich die Lage in die richtige Richtung entwickelt, sei es zu früh, am 18. April die Massnahmen zu lockern. Daniel Koch ergänzt, dass die Lage momentan gut aussehe. «Es geht darum, wie die Entwicklung der Epidemie weitergeht. Die Zahlen erlauben keine grossen Vorhersagen.» Halte sich die Bevölkerung weiterhin so gut an die Massnahmen, könnte die Kurve bald abflachen.
Daniel Koch, Leiter Abteilung uebertragbare Krankheiten im Bundesamt fuer Gesundheit BAG, erlaeutert im Anschluss an die Bundesratssitzung die neusten Massnahmen zur Bewaeltigung der Krise um die Pandemie des Coronavirus COVID-19, am Mittwoch, 1. April 2020 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Bild: KEYSTONE
17:16
Wieso gibt es bis jetzt keine Lösungen für Selbständige?
Dafür gebe es verschiedene Gründe, sagt Parmelin. Das Thema sei extrem komplex und es sei schwierig, eine praktikable Lösung für alle zu finden, da es verschiedene Formen von Selbstständigkeit gibt. Berset ergänzt, dass Detailfragen noch geklärt werden müssen, wie die Abgrenzung der verschiedenen Tätigkeiten zum Beispiel.
17:12
Kommt nun das Contact Tracing?
Sinke die Anzahl der Infektionen, so könne man unter Berücksichtigung der ethischen Kriterien und dem Datenschutz über Contact Tracing nachdenken, sagt Berset. «Wenn die Entwicklung weiter günstig ist, wäre es die Hoffnung, die Bewegungen von Infektionen wieder zu verfolgen, auch zusammen mit dem Ausland. Ein Tracing unter Einhaltung der Datenschutzbestimmungen wäre die Vorstellung.»
17:08
Widersprechen sich die gelockerten Regelungen zu den Zusatzverdiensten?
Ein Journalist will wissen, ob es sich nicht widerspreche, dass man immer wieder hört, dass man zuhause bleiben soll, gleichzeitig unterstütze der Bundesrat nun die Aufnahme einer Zusatzbeschäftigung. «Nein», findet Parmelin. Auch bei der Arbeit müssen die Vorsichtsmassnahmen wie «Social Distancing» eingehalten werden. Es gäbe neben dem Spargel-Stechen noch weitere Beispiele, wo man anfragen könne. Firmen im Logistikbereich zum Beispiel suchten auch Arbeitnehmer. «Da kann man aushelfen, das ist doch positiv.»
Bundesrat Guy Parmelin erlaeutert im Anschluss an die Bundesratssitzung die neusten Massnahmen zur Bewaeltigung der Krise um die Pandemie des Coronavirus COVID-19, am Mittwoch, 1. April 2020 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Bild: KEYSTONE
17:05
Zusatzverdienste künftig möglich
Von nun an müssen Zusatzverdienste nicht mehr beim eigentlichen Arbeitgeber gemeldet werden. Erhält man also Kurzarbeitsentschädigung, darf man zusätzlich noch einem Nebenerwerb nachgehen.
17:00
Nun können Fragen gestellt werden
16:59
Parmelin «Die Wirtschaftsprognosen sind düster»
Die Szenarien für die Wirtschaft gehen von BIP-Reduktion von bis zu minus sieben Prozent aus. Parmelin weiter: «1,5 Millionen Personen in der Schweiz seien von Kurzarbeit betroffen, bis zu 7 Prozent Arbeitslosigkeit könnten Realität werden. Wir machen deshalb alles, dass in der Schweiz die Menschen trotz Virus arbeiten können.»» Der Bundesrat helfe mit den aufgegleisten Hilfsmassnahmen, doch man würde nur aus dieser Lage herausfinden, wenn die einfach Hygienevorschriften eingehalten werden. Hände waschen, zwei Meter Abstand zueinander.
16:52
Parmelin erklärt neue Kurzarbeit-Massnahmen
Nun spricth Bundesrat Parmelin. Die Arbeitslosigkeit liegt neu bei drei Prozent, eröffnet Parmelin seine Rede. Neue Schätzungen zeigen einen Produktionsausfall von 25 Prozent. Die Massnahmen wirken zwar, jedoch noch nicht überall. Heute hätte man neue Massnahmen getroffen, zum Beispiel, dass Arbeitnehmende, dessen Arbeitspensum um mehr als 20 Prozent schwankt, sich neu auch für Kurzarbeit anmelden können. Diese Massnahme betreffe 20'000 Arbeitnehmer.

Weiter hätte man beschlossen, die Zölle für medizinische Güter auszusetzen.

«Bei den Mieten will der Bundesrat nicht mit Notrecht regieren», sagt Parmelin. Er werde sich nicht in «die privatrechtlichen Beziehungen» zwischen Mietern und Vermietern einmischen. Der Bundesrat sei sich der schwierigen Situation vieler Geschäftsmietenden zwar sehr bewusst. Denn viele Mieterinnen und Mieter befürchteten, ihre Mieten wegen den Auswirkungen der Corona-Krise nicht mehr bezahlen zu können. Doch die Mietverhältnisse im Geschäftsbereich seien vielfältig. Deshalb würde jeder staatliche Eingriff den Verhältnissen nicht gerecht. Stattdessen rufe der Bundesrat alle Akteure «eindringlich» dazu auf, zu «konstruktiven und pragmatischen Lösungen Hand zu bieten».
Bundesrat Guy Parmelin erlaeutert im Anschluss an die Bundesratssitzung die neusten Massnahmen zur Bewaeltigung der Krise um die Pandemie des Coronavirus COVID-19, am Mittwoch, 1. April 2020 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Bild: KEYSTONE
16:48
«Das Licht am Ende des Tunnels wird sichtbar» ...
... sagt Berset. Deswegen sei es jetzt umso wichtiger, auch über Ostern diszipliniert zu bleiben und die Massnahmen einzuhalten. «Bleiben Sie zuhause, wenn es möglich ist.»
16:44
Berset zur Reihenfolge der Lockerung
Berset erklärt die Reihenfolge der Lockerungen: «Zuerst müssen wir diese Bereiche öffnen, welche die Bewegungsfreiheit am meisten einschränken. Dabei müssen wir verhindern, dass sich die Epidemie wieder ausbreitet», so Berset. Grossveranstaltungen wird es also weiterhin keine geben. Die Lockerungen werden über Wochen umgesetzt, «nicht in Tagen und nicht in Monaten.»
Gesundheitsminister Alain Berset stellt eine schrittweise Aufhebung des Lockdown in Aussicht. (Archivbild)
Bild: KEYSTONE
16:44
Berset: «Die Lage entwickelt sich günstig»
Berset sagt, dass sich die Lage nach vier Wochen Lockdown günstig entwickle, das Gleichgewicht sei jedoch fragil. Er wiederholt nochmals, dass man nun allfällige Lockerungen diskutiere. Kommuniziert werden sie nicht vor dem 16. April. Gleichzeitig sei Social Distancing und die Einhaltung der Hygienevorschriften nach wie vor eminent wichtig. Der Grad der allfälligen Lockerungen hänge stark von den Zahlen ab; Anzahl Hospitalisierte und Neuinfektionen spielen eine wichtige Rolle.
16:40
Berset: «Lage nach wie vor heikel»
Nun spricht Gesundheitsminister Alain Berset. 22'789 bestätigte Fälle gebe es bisher in der Schweiz, so der Bundesrat. Das seien rund 500 mehr als gestern. Die Zahlen nehmen also weniger stark zu wie auch schon. Das seien gute Neuigkeiten. Auch Intensivplätze gäbe es noch freie, nichtsdestotrotz sei die Lage nach wie vor heikel.

Die Priorität des Bundesrats sei es weiterhin, die gefährdeten Personen zu schützen. «Der Zeitpunkt, wie wir handeln, ist sehr wichtig», präzisiert Berset. Der Bundesrat stelle nach fast vier Wochen fest, dass sich die Lage günstig entwickle, man müsse sich aber weiterhin an die Auflagen halten und nicht nachlassen.
Bundesrat Alain Berset spricht waehrend einer Medienkonferenz des Bundesrates ueber die Situation des Coronavirus, am Freitag, 3. April 2020 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Bild: KEYSTONE
16:38
Der Bundesrat prüft Staatshilfen für Airlines
Sommaruga sagt, man habe sich dazu entschlossen, Staatsgarantien für Schweizer Airlines zu prüfen. Die 190'000 Arbeitsplätze in der Aviatikbranche sollen geschützt werden. Mögliche Hilfen sollen jedoch an strenge Bedingungen geknüpft werden. Das Geld muss in der Schweiz bleiben, Dividende dürfen keine ausgeschüttet werden. Da würde man nicht verhandeln.

Laut Sommaruga gelangen mehr als ein Drittel der Schweizer Exportgüter per Flugzeug ins Ausland. Beim Import sei es ein Sechstel. «Viele Firmen und Lieferketten sind betroffen.»
ARCHIVBILD ZUM GROUNDING DER HAELFTE DER SWISS FLOTTE WEGEN DER CORONAVIRUS-PANDEMIE, AM MONTAG, 16. MAERZ 2020 - Ein Airbus A321 der Swiss am Flughafen Zuerich am Dienstag, den 18. September 2018 in Kloten.(KEYSTONE/Christian Merz).
Bild: KEYSTONE
16:34
Sommaruga beginnt die PK
Sommaruga dankt der Bevölkerung für die Einhaltung der Massnahmen. Man habe heute in der Bundesratssitzung über allfällige Lockerungen der Massnahmen gesprochen und sei zum Schluss gekommen, dass schrittweise Lockerungen möglich seien, allerdings nicht vor dem 26. April. Erste Lockerungen sollen jedoch vor Ende April vorgenommen werden können. Sommaruga legt aber nach: «Noch sind die Experten vorsichtig. Es gibt keinen Grund, jetzt von den bewährten Distanz- und Hygienemassnahmen abzurücken. Im Gegenteil: Der Weg stimmt, am Ziel sind wir noch nicht. Schrittweise Lockerungen des Lockdowns sind möglich, wenn die Distanz- und die Hygieneregeln eingehalten werden.»»
16:32
Die PK geht los
...und zwar gleich mit einem Knall. Der Bundesrat verlängert den Lockdown um eine Woche bis zum 26. April. Aber Simonetta Sommaruga lobt: «Es ging ein Ruck durch die Bevölkerung. Wir dürfen stolz auf uns sein. Die Massnahmen zeigen Wirkung. Die Massnahmen des Bundesrates sind erfolgreich.»
epa08298703 Swiss Federal president Simonetta Sommaruga briefs the media about the latest measures to fight the Covid-19 Coronavirus pandemic, in Bern, Switzerland, 16 March 2020.  EPA/ANTHONY ANEX
Bild: EPA
16:30
Bundesrat verlängert Lockdown und kündigt langsame Lockerung an
Die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus werden um eine Woche bis am 26. April verlängert. Danach sollen sie aber schrittweise gelockert werden. Das hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen. Über die Etappen der Lockerung will er nächste Woche entscheiden.
15:35
Pressekonferenz um 16:30 Uhr
Um 16:30 Uhr findet, anschlissend an die heutige Bundesratssitzung, eine Pressekonferenz statt. Teilnehmen werden unter anderem Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, Alain Berset und Guy Parmelin. Wie immer kann die PK hier live mitverfolgt werden.
14:38
Swiss spendet Oster-Schoggi
Die Swiss spendet mehr als eine Tonne Oster-Schoggi an diverse Einrichtungen des Gesundheitswesens. Die Schokolade wäre eigentlich über die Ostern an Passagiere der Fluggesellschaft verteilt worden. Nun sollen die Osterhasen als Geste des Danks an Mitarbeiter des Gesundheitswesens verteilt werden.

12:58
Abflachung der Infektionskurve bestätigt sich
In der Schweiz ist die Zahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen innerhalb eines Tages um 547 auf 22'789 Fälle gestiegen. Die Kantone meldeten insgesamt 846 Tote laut corona-data.ch.

Die Zahl Neuinfizierter liegt am Mittwoch am dritten Tag in Folge unter 600 (Montag: 552, Dienstag: 590). Nach täglich rund 1000 neu gemeldeten Covid-19-Fälle in den vergangenen Wochen scheint die Kurve der Infizierten in der Schweiz damit abzuflachen. Letzte Woche betrug die Zahl am Freitag 1036, am Samstag 975 und am Sonntag 822.

Die Zahl der durchgeführten Tests belauft sich auf insgesamt über 171'938, davon fiel das Resultat bei 15% positiv aus (mehrere positive oder negative Tests bei derselben Person sind möglich).

10:41
ÖV-Branche entschädigt Abo-Kunden mit 100 Millionen Franken
Inhaber eines General-, Verbund-, Strecken- oder Moduljahresabonnements erhalten von der öV-Branche 15 Tage zusätzliche Kulanz. Rund 150'000 Kunden haben wegen der Corona-Krise ihr GA hinterlegt. Die Kulanzmassnahmen haben einen Gegenwert von 100 Millionen Franken.

Auch Monatsabonnenten werden entschädigt, wie Alliance Swisspass, die Branchenorganisation des öffentlichen Verkehrs (öV), am Mittwoch mitteilte. Sie erhalten ja nach Verbund und Produkt entweder 15 Franken oder 15 Prozent des Abopreises vergütet.

Das Halbtaxabonnement wird nicht entschädigt, da es meist nach kurzer Zeit und wenigen Fahrten amortisiert ist, wie es in der Mitteilung heisst. GA-Kunden können während der ausserordentlichen Lage ihr Abo noch rückwirkend auf den 17. März 2020 hinterlegen. Der Entscheid muss formell noch genehmigt werden.

Um von den Entschädigungen profitieren zu können, müssen drei Bedingungen erfüllt sein: Das GA muss ab dem 17. März bis zum Ende der ausserordentlichen Lage ununterbrochen gültig sein; bei den Verbund-, Strecken- und Modulabonnementen muss ein gültiges Abo am letzten Tag der ausserordentlichen Lage vorhanden sein; und bei Verbund-, Strecken- und Modulabonnementen sowie der Monatskarte zum Halbtax muss am 17. März ein gültiges Abo vorhanden gewesen sein.

Die Nachfrage im ÖV ist seit Beginn der ausserordentlichen Lage um rund 80 Prozent eingebrochen. Der Branche entgehen laut Mitteilung jeden Monat rund 500 Millionen Franken an Erträgen. Trotzdem stellt der öV im Auftrag des Bundes ein reduziertes Grundangebot sicher. (sda)
10:27
13 weitere Tote durch Covid-19 im Tessin
Im Kanton Tessin sind in den letzten 24 Stunden erneut 13 Personen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 60 Personen sind neu positiv auf das Virus getestet worden.

Insgesamt wurden bis Mittwochmorgen im Kanton Tessin 2659 Personen positiv auf das Virus getestet. 420 Personen konnten bisher aus dem Spital entlassen werden. 211 Menschen verloren aufgrund des Coronavirus ihr Leben. (sda)
10:01
Schaffhausen schliesst den Munot
Die Stadt Schaffhausen schliesst wegen der Corona-Pandemie ihr Wahrzeichen: Der Munot bleibt ab Donnerstag geschlossen. Diese Massnahme gilt vorerst bis am 19. April, wie es auf der Website des Munot-Vereins heisst.

Mit der Schliessung will die Stadt verhindern, dass sich zu viele Menschen in diesem Ausflugsziel sammeln. Am vergangenen Wochenende reisten die Ausflügler gleich gruppenweise auf den Munot, um zu picknicken.

«Den Munot vorerst zu schliessen, ist eine gute Lösung», sagte Munotwächterin Karola Lüthi gegenüber den «Schaffhauser Nachrichten» vom Mittwoch. Ob das Wahrzeichen nach dem 19. April wieder geöffnet wird, hängt von den Entscheiden des Bundesrates ab. (sda)
schaffhausen munot
9:49
Kreditkartenbetreiber erhöhen Kontaktlos-Limite auf 80 Franken
Mastercard, Visa, Postfinance und American Express erhöhen die Limite für kontaktloses Zahlen «bis auf Weiteres» von 40 auf 80 Franken. Damit soll es den Kunden möglich sein, grössere Beträge zu bezahlen, ohne ein Bezahlterminal anzufassen.

Die Erhöhung gelte für alle kontaktlosen Zahlungen, egal ob mit Kredit-, Debit- oder Prepaidkarte, heisst es in einem Communiqué von Mastercard vom Mittwoch. Bis Mitte April werden demnach sämtliche Schweizer Kartenherausgeber und Händler ihre technische Infrastruktur sowie die Bezahlterminals anpassen. (awp/sda)
9:36
Beschränkter Zugang zum Alpstein
Trotz dringlicher Aufrufe des Bundesrats, für eine wirksame Bekämpfung der Corona-Pandemie möglichst zu Hause zu bleiben, wurde das vergangene schöne Wochenende von vielen genutzt, um im Alpstein zu wandern.
Ausfluegler goennen sich bei herrlichem Herbstwetter eine Pause im an den Hang gebauten Gasthaus Aescher-Wildkirchli, unterhalb der Ebenalp im Kanton Appenzell Innerhoden, am Dienstag, 14. Oktober 2014. Bereits um 1800 begannen die Eremiten und Sennen auf der Alp Aescher einfache Getraenke und Speisen zu verkaufen. Aus der Alphuette entwickelte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach und nach das Berggasthaus Aescher, welches zu den aeltesten der Schweiz gehoert. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)
Bild: KEYSTONE
Um insbesondere am Osterwochenende eine Überlastung der Parkplätze und Massierungen im Alpstein zu vermeiden, soll ab einem bestimmten Belegungsgrad der Parkplätze in Wasserauen und Brülisau der Zugang eingeschränkt werden, heisst es in einer Medienmitteilung des Kantons Appenzell Innerrhoden.

Droht eine Überlastung der Parkplätze in Wasserauen und Brülisau, wird der Verkehr im Raum Steinegg angehalten. Ab dann dürfen nur noch Automobilisten passieren, die für ihre Fahrt in Richtung Alpstein einen triftigen Grund angeben können. Auch der Parkplatz in Jakobsbad wird mit dem gleichen Ziel überwacht.

Die Zugangsbeschränkung wird aktiviert, sobald rund 80% der zur Verfügung stehenden Parkplätze belegt sind. Zu beachten ist, dass derzeit nicht alle üblichen Parkplätze zur Verfügung stehen. Viele private Parkflächen sind geschlossen. Allen Wanderlustigen wird dringend empfohlen, die sonnigen Ostertage für einmal in der unmittelbaren Umgebung ihres Wohnorts zu geniessen.
8:55
Spitäler beantragen Kurzarbeit
Wegen der Corona-Krise beantragen mehrere Spitäler Kurzarbeit. Grund dafür ist die tiefe Auslastung. Der ambulante Sektor im Spital Thurgau ist um 80 Prozent eingebrochen, der stationäre Bereich zu 60 bis 70 Prozent leer. Laut «Aargauer Zeitung» ist das Kantonsspital Aarau «halb leer». Und das Kantonsspital Zug habe ebenfalls eine «markante Reduktion des Arbeitsvolumens». In der Klinik Hirslanden in Zürich betrage die Auslastung noch rund 70 Prozent.

Für die tiefe Auslastung gibt es zwei Hauptgründe: Der Bundesratsbeschluss vom 17. März verbietet Spitälern, Kliniken und Arztpraxen alle nicht dringend angezeigten medizinischen Eingriffe und Therapien. Dazu kommt, dass sich viele Menschen vor einer Coronavirus-Infektion im Spital fürchten und darum auf einen Besuch verzichten. Weiter gibt es weniger Unfälle, weil viele Schweizer zuhause bleiben.
8:24
Swiss Life unterstützt Kleinstbetriebe mit Mietzinsreduktionen
Swiss Life kommt Gewerbemietern weiter entgegen. Neu gewährt der Lebensversicherer Kleinstunternehmen und Selbständigerwerbenden auch eine Metzinsreduktion, sofern sie von den bundesrätlichen Massnahmen zur Bewältigung der Coronavirus-Krise betroffen sind.

Bisher hatte Swiss Life als einer der grössten Immobilienbesitzer der Schweiz lediglich Mietzinsstundungen offeriert. «Mit der Möglichkeit, Kleinstbetrieben auf Gesuch hin den Mietzins temporär zu erlassen, hoffen wir, einen weiteren Beitrag zu leisten», erklärte Anlagechef Stefan Mächler in einem am Mittwoch publizierten Communiqué. (awp/sda)
17:34
Lufthansa beschliesst Restrukturierung - Swiss verringert Flotte
Die Lufthansa Gruppe hat nach dem Nachfrageeinbruch durch die Covid-19-Pandemie ein Restrukturierungspaket beschlossen. Im Zuge der Massnahmen wird auch die Flotte der Swiss verkleinert. Auch für die Zeit nach der Coronakrise erwartet die Airline eine deutlich tiefere Nachfrage.

Wie viele Arbeitsplätze dabei auf dem Spiel stehen, beziffert der Konzern derzeit noch nicht. Die Restrukturierung betrifft laut den Angaben alle Gruppengesellschaften. Der Flugbetrieb der Kölner Tochter Germanwings wird nicht wieder aufgenommen.

Bei der Swiss werde die Flottengrösse durch die verzögerte Auslieferung von bestellten Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen angepasst, heisst es. Zudem wird die vorgezogene Ausmusterung älterer Flugzeuge geprüft. Auch Partner-Airlines der Lufthansa sind von den Massnahmen betroffen. So wurden laut «Aerotelegraph» nahezu alle Wet-Lease-Vereinbarungen mit Helvetic Airways und German Airways gekündigt.

Konkrete Angaben werden zur Lufthansa-Flotte gemacht. Hier werden sechs A380, sieben A340-600 sowie fünf Boeing 747-400 stillgelegt. Hinzu kommen auf der Kurzstrecke elf Airbus A320. Damit wird auch die Kapazität an den Drehkreuzen Frankfurt und München reduziert.

Bei Lufthansa Cityline werden drei und bei Eurowings zehn Flugzeuge aus dem Betrieb genommen. Die bereits begonnenen Restrukturierungsprogramme bei Austrian Airlines und Brussels Airlines werden durch die Coronakrise nochmals verschärft, wie es weiter heisst.

Es werde Monate dauern, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder dem Vorkrisen-Niveau entspricht, heisst es zu den Gründen der Abbaumassnahmen.

Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von dem Restrukturierungspaket betroffen sind, gelte weiter das Ziel, möglichst vielen eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Gruppe zu bieten, heisst es weiter. Mit den Sozialpartnern sollen zügig Gespräche vereinbart werden, um unter anderem über neue Beschäftigungsmodelle zur Sicherung von möglichst vielen Arbeitsplätzen zu sprechen.
ARCHIVBILD ZUM GROUNDING DER HAELFTE DER SWISS FLOTTE WEGEN DER CORONAVIRUS-PANDEMIE, AM MONTAG, 16. MAERZ 2020 - Un avion de la compagnie Swiss International Air Lines sur le tarmac ce lundi 24 fevrier 2020 a l'aeroport de Geneve. L'aeroport international de Geneve, couramment appele aeroport de Geneve-Cointrin fete ses 100 ans en 2020.(KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Bild: KEYSTONE
17:16
Gewerkschaften wehren sich gegen Aufhebung der Ruhezeiten
Eine Koalition aus Gewerkschaften wehrt sich gegen die Ausserkraftsetzung der Arbeits- und Ruhezeiten in Coronavirus-Spitalabteilungen. Die Arbeitnehmer-Verbände fordern vom Bundesrat, auf seinen Entscheid vom März zurückzukommen.

Der Bundesratsbeschluss sei ohne vorgängige Information gefällt worden, geschweige denn in Konsultation mit den Arbeitnehmenden im Gesundheitswesen, heisst es in einer Mitteilung der Arbeitnehmerverbände vom Dienstag.

Unterzeichnet ist die Forderung vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB), vom Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD), vom Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (vsao), vom Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK), von Travail.Suisse und der Gewerkschaft Syna.

Die pauschale Ausserkraftsetzung von Arbeits- und Ruhezeitvorschriften sei nicht hinnehmbar, heisst es weiter. Gerade in Situationen ausserordentlicher Belastung bedürfe es eines konsequenten Schutzes für das Gesundheitspersonal, denn mit dessen Wohlbefinden stehe und falle auch die erfolgreiche Bewältigung der aktuellen Corona-Krise.

Völlig falsches Signal
Die gesetzlich festgelegten Arbeits- und Ruhezeitvorschriften würden bereits seit Langem nur ungenügend eingehalten, weshalb eine Legitimierung dieser Praxis durch den Bundesrat gerade in der aktuellen Situation das völlig falsche Signal sei.

Denn während sich viele Arbeitgeber weiterhin an das Arbeitsgesetz hielten, hätten erste Spitäler die Verordnung zum Anlass genommen, die Arbeits- und Ruhezeitbestimmungen auszuhebeln - mit Risiken auch für die Sicherheit der Patienten.

Dass es in der gegenwärtigen Krisensituation vorübergehend zu Abweichungen vom Arbeitsgesetz kommen könne, liege auf der Hand. Nur dürften solche Abweichungen auf keinen Fall pauschal und bedingungslos legitimiert werden, sondern seien unter Einbezug des Gesundheitspersonals auszuhandeln, einzugrenzen und schweizweit einheitlich festzulegen. Die Verbände fordern den Bundesrat deshalb auf, die Covid-19-Verordnung 2 «möglichst bald» entsprechend anzupassen.
Reinigungspersonal bei der Reinigung und Desinfektion eines Zimmers eines ehemaligen COVID-19 Patienten im Regionalkrankenhaus Lugano Civico (Ospedale Regionale di Lugano - Civico), am Freitag, 3. April 2020, in Lugano. Reinigungspersonal ist waehrend der COVID-19-Pandemie besonders gefragt und muss seinerseits durch das Tragen von Hygienemasken und Hygienehandschuhen vor moeglichen Infektionen geschuetz werden. (KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi)
Bild: TI-PRESS
16:48
Mann hustet Polizist absichtlich an – festgenommen
Ein 58-jähriger Schweizer hat in Winterthur am Montag absichtlich einen Polizisten angehustet. Er wurde festgenommen und wird nun wegen «Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte» an die Staatsanwaltschaft überwiesen.

Der Mann gehörte zu einer Gruppe von fünf Männer, die am Montagabend vor einem Geschäft Passanten anpöbelte und dabei die vorgeschriebene Mindestdistanz nicht einhielt, wie die Stadtpolizei am Dienstag mitteilte.

Als die alarmierten Polizisten die Gruppe auf die Distanzregeln hinwiesen, reagierten die Männer ablehnend. Der 58-Jährige begann plötzlich aus nächster Nähe absichtlich einen der Polizisten anzuhusten. Ein Test ergab später, dass der Angeschuldigte «glücklicherweise nicht mit dem neuen Coronavirus infiziert war», wie die Polizei schreibt.

Zudem wollte ein anderer Mann der Gruppe, ein 58-jähriger Türke, den Anweisungen, die Abstandsregeln einzuhalten, partout nicht Folge leisten. Er wird angezeigt. Die anderen Männer wurden weggewiesen.
16:24
Raiffeisen senkt BIP-Prognose 2020 für die Schweiz auf -2,0 Prozent
Die Ökonomen der Raiffeisen-Gruppe sind wegen der Coronakrise für den weiteren Konjunkturverlauf nochmals deutlich pessimistischer geworden. Sie erwarten nun für das laufende Jahr einen Rückgang des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) um 2,0 Prozent, wie sie am Dienstag mitteilten.

In ihrer letzten Prognose, die keine vier Wochen alt ist, war Raiffeisen noch von einem Rückgang um nur 0,2 Prozent ausgegangen. Jene Prognose war damals die erste, die für 2020 ein rückläufiges BIP vorhersagte. In der Zwischenzeit haben die meisten Prognoseinstitute ihre Vorhersagen gesenkt, und die allermeisten gehen für 2020 von einem Minuswachstum aus und damit einer Rezession.

Die Coronakrise werde in der Schweiz tiefe Spuren hinterlassen, begründen die Raiffeisen-Ökonomen ihre Prognose-Revision. Und diese Spuren würden wegen der Verschärfung der Massnahmen mit der Ausrufung der «ausserordentlichen Lage» nochmals gravierender ausfallen. Der Stillstand des öffentlichen Lebens habe zu einem noch nie dagewesenen Einbruch der Unternehmens- und Konsumentenstimmung geführt.

Stärkerer Einbruch «gut möglich»
Auch bei einer allmählichen Lockerung der Einschränkungen nach den Frühlingsferien und ohne eine zweite Infektionswelle liege daher 2020 keine bessere Konjunkturentwicklung mehr drin. Im Gegenteil seien die Risiken «eher nach unten gerichtet», so die Ökonomen. Es sei gut möglich, dass der Einbruch noch stärker ausfalle.

Etwas optimistischer ist Raiffeisen, was die Wachstumsrate betrifft, für 2021. Dann werde das Schweizer BIP um 3,8 Prozent zulegen. Bei der letzten Prognose von Mitte März war noch ein Wert von +1,6 Prozent genannt worden.

Eine Vorhersage macht die Bankengruppe auch zur Preisentwicklung. So werde der Konjunkturverlauf die Dynamik im laufenden Jahr dämpfen. Die Jahresrate der Konsumentenpreise dürfte laut den Experten mit -0,6 Prozent wiederum deutlich negativ ausfallen - zum sechsten Mal in den zwölf Jahren seit der Finanzkrise, wie betont wird.
ARCHIVBILD ZUR PUBLIKATION DER HALBJAHRESZAHLEN VON RAIFFEISEN, AM MITTWOCH, 21. AUGUST 2019 - View of the logo of the Raiffeisen bank above the entrance of the branch in St. Gallen, Switzerland, pictured on February 8, 2008. The cooperatively structured Raiffeisen bank group established itself as the third biggest bank group with 1154 branches and is one of the leading retail banks in Switzerland. The first Raiffeisen savings bank in Switzerland was established in Bichelsee in the canton of Thurgau in 1899 to shut off the interest profiteering for the rural population and small businesses. Ten banks founded the cooperative Swiss Association of the Raiffeisen Banks (SVRB) in 1902. The headquarters was established in St. Gallen in 1936. (KEYSTONE/Gaetan Bally)..Logo der Bank Raiffeisen am Eingang der Filiale in St. Gallen, Schweiz, aufgenommen am 8. Februar 2008. Die genossenschaftlich strukturierte Raiffeisenbankengruppe etablierte sich mit 1154 Filialen als drittgroesste Bankengruppe der Schweiz und gehoert zu den fuehrenden Retailbanken. 1899 entstand die erste Raiffeisenkasse der Schweiz in Bichelsee im Kanton Thurgau, um den Zinswucher fuer die laendliche Bevoelkerung und das Kleinunternehmen auszuschalten. 1902 gruendeten zehn Institute den Schweizerischen Raiffeisenverband (SVRB). 1936 liess sich der Verband in St. Gallen nieder. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
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Sars-Cov-2, Covid-19, Coronavirus – die wichtigsten Begriffe
Coronaviren sind eine Virusfamilie, die bei verschiedenen Wirbeltieren wie Säugetieren, Vögeln und Fischen sehr unterschiedliche Erkrankungen verursachen.

Sars-Cov-2 ist ein neues Coronavirus, das im Januar 2020 in der chinesischen Stadt Wuhan identifiziert wurde. Zu Beginn trug es auch die Namen 2019-nCoV, neuartiges Coronavirus 2019 sowie Wuhan-Coronavirus.

Covid-19 ist die Atemwegserkrankung, die durch eine Infektion mit Sars-Cov-2 verursacht werden kann. Die Zahl 19 bezieht sich auf den Dezember 2019, in dem die Krankheit erstmals diagnostiziert wurde.

Die wichtigsten Fakten zum Coronavirus: Symptome, Übertragung, Schutz.

Coronavirus: Was du wissen musst

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Schweiz riegelt Grenze zu Italien ab

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Die Forschung sucht fieberhaft nach Medikamenten gegen das Coronavirus

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384 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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LURCH
06.04.2020 07:46registriert November 2019
Sollte es sich doch noch auszahlen, dass sich ein dem Bachus zugeneigter ins WBF gedrängt hat.
Wenigstens davon sollte er eine Ahnung haben, woher man auf die schnelle ein paar tausend Liter Alk besorgen kann.
Jetzt wissen wir wenigstens auch, warum die Franzosen Wein und nicht WC-Papier bunkern.
Bund verursachte Mangel an Desinfektionsmitteln +++ EDA hilft Italien mit Patienten
Sollte es sich doch noch auszahlen, dass sich ein dem Bachus zugeneigter ins WBF gedrängt hat.
Wenigstens davon sollte er eine Ahnung haben, woher man auf die schnelle ein paar tausend Liter Alk besorgen kann.
Jetzt wissen wir wenigstens auch, warum die Franzosen Wein und nicht WC-Papier bunkern.
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Mãozinha
08.04.2020 17:28registriert April 2020
Die SWISS beruhigt die Gemüter der Politiker und aller Schweizer mit Schoggi.
Ein Schwein wer böses denkt.
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Überdimensionierte Riesenshrimps aka Reaper
06.04.2020 08:23registriert Juni 2016
Wer hat eigentlich wann entschieden das die Eidgenössische Alkoholverwaltung zu privatisieren?

Und bestehende Massnahmen einfach ohne sofortigen Ersatz auslaufen zu lassen ist mehr als Fahrlässig, eine Pandemie wartet nicht bis der Bund wieder Ready ist
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